Freie Wähler erneuern Kritik an geplanten Verkehrsänderungen an der Balduinbrücke
Koblenz. Die FREIE WÄHLER Stadtratsfraktion erneuert ihre Kritik an den verkehrspolitischen Maßnahmen auf der Balduinbrücke.
Schon im November hat die Fraktion die diskutierten Änderungen wie Tempo 30, ein Überholverbot für Fahrräder und Anpassungen in der Verkehrsführung kritisiert.
Vor dem Hintergrund der nun für das dritte Quartal angekündigten Änderungen sehen die FREIEN WÄHLER ihre bisherigen Bedenken bestätigt.
Der Fraktionsvorsitzende Stephan Wefelscheid, sowie sein Stellvertreter Christian Altmaier bewerten die Maßnahmen als weiteren Schritt in eine falsche Richtung. „Statt die Leistungsfähigkeit dieser zentralen Verkehrsachse zu erhalten, wird sie nun schrittweise eingeschränkt. Das führt zwangsläufig zu neuen Engpässen und Belastungen an anderer Stelle“, erklärt Wefelscheid.
Nach Auffassung der Fraktion tragen insbesondere die Kombination aus Temporeduzierung und neuen Vorrangregelungen nicht zu einer Verbesserung des Verkehrsflusses bei. Vielmehr sei zu befürchten, dass sich Stausituationen verstärken und die Durchlässigkeit der Verbindung zwischen der Innenstadt und den nördlichen Stadtteilen weiter verschlechtert wird.
Die FREIE WÄHLER Fraktion sieht in den Maßnahmen eine einseitige Priorisierung einzelner Verkehrsarten. „Eine moderne Verkehrspolitik muss alle Verkehrsteilnehmer im Blick behalten, wozu selbstverständlich auch die Fahrradfahrer gehören. Hier entsteht jedoch der Eindruck, dass ideologisch motivierte Entscheidungen über eine sachliche Abwägung gestellt werden“, so Altmaier.
Stephan Wefelscheid hat auch mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung von Koblenz Bedenken: „Die Erreichbarkeit der Innenstadt darf nicht weiter eingeschränkt werden. Für unsere Betriebe in der Innenstadt ist es ein zentraler Erfolgsfaktor, dass potentielle Kunden sie gut erreichen. Das ist besonders wichtig, da der Handel und die Dienstleister starke Wettbewerber in Montabaur und Mülheim-Kärlich haben. Wir müssen sicherstellen, dass der Einkauf in Koblenz weiterhin niedrigschwellig und attraktiv bleibt.“
Christian Altmaier betont außerdem erneut die Bedeutung der Brücke für den öffentlichen Nahverkehr: „Gerade stark frequentierte Buslinien sind auf einen möglichst reibungslosen Verkehrsablauf angewiesen. Zusätzliche Einschränkungen wirken sich unmittelbar auf Fahrzeiten und Zuverlässigkeit aus, was wiederum zum Nachteil der Fahrgäste ist und nicht zur Nutzung des ÖPNV einlädt.“
Die Maßnahme kostet nach Schätzungen des Tiefbauamts rund 263.000 Euro. „In Zeiten, in denen wir als Stadtrat jedes Jahr defizitäre Haushalte verabschieden und auf eine Genehmigung durch die ADD hoffen müssen, ist es meines Erachtens nach nicht sinnvoll, Geld für derartige Feldexperimente auszugeben, wie es schon im vergangenen Jahr beim Peter-Altmeier-Ufer war. Deshalb sollte die Stadtverwaltung hier umdenken und das Geld lieber sinnvoll investieren“, so Stephan Wefelscheid.
Die FREIE WÄHLER-Fraktion wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass die Balduinbrücke frei befahrbar bleibt und der Verkehrsfluss so aufrecht erhalten wird.
Pressemitteilung Freie Wähler Koblenz
