Lahnsteiner Stadtbücherei öffnet das Tor zum Mittelalter
Hier werden Bücher lebendig
aus Lahnstein
Die Lahnsteiner Stadtbücherei verwandelt sich in einen mittelalterlichen Schauplatz, an dem Kinder Geschichte hautnah erleben können. Mit Rittern, Drachen und spannenden Abenteuern wird das Sachkundethema ‚Burgen und Mittelalter‘ für Grundschüler interaktiv vermittelt.
Lahnstein. Wer hätte gedacht, dass zwischen Büchern und Lesetischen plötzlich Ritter und Drachen auftauchen? Mit klingendem Kettenhemd, funkelnden Schwertern und aufregenden Abenteuern wurde die Lahnsteiner Stadtbücherei zum mittelalterlichen Schauplatz. So unterstrich sie einmal mehr ihre Rolle als lebendiger Lernort außerhalb des Klassenzimmers, an dem Kinder Geschichte nicht nur hören, sondern hautnah erleben können. In Kooperation mit den örtlichen Grundschulen wird das Sachkundethema „Burgen und Mittelalter“ für die Dritt- und Viertklässler zu einem hautnahen Erlebnis.
Den Anstoß gab ein Impuls von Dr. Michael Kirchschlager. Als Burgvogt der Marksburg ist er nicht nur Experte für die Historie vor Ort, sondern auch leidenschaftlicher Kinderbuchautor. Heike Handlos und Silvia Rüdell von der Stadtbücherei freuen sich über die ideale Gelegenheit, spannende Wissensvermittlung direkt in das Haus zu holen.
Der Auftritt des „Raubritters“ Michael in voller Montur sorgte für staunende Gesichter in der der Bücherei. Mit einem kräftigen Stoß ins Horn eröffnete er die 90-minütige Zeitreise. Um die schwere Ausrüstung, wie den langen Eschenholzspeer und echte Schlangenhaut fachgerecht zu präsentieren, erhielt er tatkräftige Unterstützung aus den Reihen der Schüler: Die Knappen Eva und Anton hatten an diesem Tag alle Hände voll zu tun, dem Ritter zur Seite zu stehen.
Mit Hilfe von liebevollen Illustrationen, die seine Knappen nach und nach enthüllten, erzählte Ritter Michael die spannende Geschichte über den Drachen Emil. Die Grundschüler hingen gebannt an seinen Worten und wurden völlig in die Abenteuerwelt hineingezogen. Statt auf Bildschirme zu schauen, lernten sie nicht nur Spannendes über das Leben im Mittelalter, sondern konnten das Erzählte erleben, anfassen und sogar riechen – nach Metall, Kettenöl und Schweiß.
Doch die Geschichten enden nicht mit dem Schlusswort des Ritters: Wer möchte, kann die Abenteuer des Burgvogts, weitere mittelalterliche Erzählungen und zahlreiche Sachbücher über das Rittertum jederzeit in der Stadtbücherei ausleihen. Die Verbindung aus historischer Fachkompetenz und dem umfangreichen Medienangebot schafft ein Erfolgsmodell, das den Funken der Begeisterung über das Mittelalter und Geschichten weit über die Veranstaltung hinausträgt. „Es ist wunderbar zu sehen, dass man die Jugend auch heute noch mit echtem Handwerk und guten Erzählungen begeistern kann“, resümierte Heike Handlos zufrieden.
