Geplanter WHU-Abzug
Liberale kritisieren Standortpolitik der Landesregierung
aus Kirchwald
Vallendar. Der geplante Wegzug der renommierten Wirtschaftshochschule WHU nach Düsseldorf ist aus Sicht der FDP und der Jungen Liberalen ein schwerer Rückschlag für den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Rheinland-Pfalz.
Die Liberalen kritisieren die Haltung der Landesregierung und fordern eine bessere Standortpolitik.
„Die WHU ist ein Aushängeschild unserer Region, ein Magnet für internationale Talente und ein wichtiger Motor für Innovation und Unternehmertum. Der Verlust einer solchen Institution ist ein erheblicher Rückschlag für unsere Region“, erklärt Jonathan Voss, Vorsitzender der FDP Mayen-Koblenz und der Jungen Liberalen Rheinland-Pfalz.
Besonders kritisch sieht Voss die Haltung des rheinland-pfälzischen Wissenschaftsministeriums. Dieses verweist auf eine „interne unternehmerische Entscheidung“ der WHU und darauf, dass keine Wünsche an das Land adressiert worden seien. „Selbstverständlich ist die Standortwahl eine unternehmerische Entscheidung der WHU. Aber die Landesregierung kann sich damit nicht aus ihrer Verantwortung ziehen. Es ist nicht die Aufgabe einer privaten Hochschule, der Politik erst einen Forderungskatalog vorzulegen. Die Landesregierung muss selbst für attraktive Standortbedingungen sorgen und sich aktiv um den Erhalt des Standorts Vallendar bemühen“, so Voss.
„Ein vollständiger Abzug der WHU würde unsere Region zahlreiche Studierende, Professorinnen, Professoren und Beschäftigte kosten. Damit würden wir nicht nur hochqualifizierte Menschen, sondern auch erhebliche Kaufkraft und wirtschaftliches Potenzial verlieren. Wir fordern die Landesregierung deshalb auf, unverzüglich konkrete Verhandlungen mit der WHU aufzunehmen, um den Standort Vallendar langfristig zu erhalten und gemeinsam tragfähige Zukunftsperspektiven zu entwickeln“, ergänzt Christian Schnack, stellvertretender Vorsitzender der FDP Mayen-Koblenz.
Dem pflichtet Sandra Weeser, Vorsitzende des FDP-Bezirksverbands Koblenz, bei: „Unsere staatlichen Hochschulen kämpfen bereits seit Jahren mit Finanzierungsproblemen und einem erheblichen Sanierungsstau. Wenn nun auch noch eine international renommierte private Hochschule Rheinland-Pfalz verlässt, ist das ein verheerendes Signal. Gerade für den Norden unseres Landes bedeutet der Verlust der WHU einen schweren Rückschlag. Die Landespolitik darf Unternehmensgründungen und die Vernetzung von Wissenschaft und regionaler Wirtschaft nicht durch übermäßige bürokratische Vorschriften behindern, sondern muss sie aktiv fördern.“
Pressemitteilung FDP
Sandra Weeser, Vorsitzende des FDP-Bezirksverbands Koblenz, und Jonathan Voss, Vorsitzender der FDP Mayen-Koblenz und der Jungen Liberalen Rheinland-Pfalz. Foto: Die Hoffotografen Tobias Sulzer