„Nächstenliebe geht durch den Magen“
Multikulturelles Eine Welt Dinner in Lahnstein begeistert mit internationalen Rezepten
aus Lahnstein
Lahnstein. Man kann Länder spüren, riechen und schmecken: Auf eine Kulinarik-Weltreise auch ohne viel anstrengende Bewegung gingen die Teilnehmer beim „Eine Welt Dinner“ im Gemeindehaus St. Barbara an einem schweißtreibenden Samstagnachmittag, einem der heißesten Tage des Jahres.
Trotz der widrigen Temperatur waren über 100 Personen ins gut gelüftete Gemeindehaus gekommen.
In über 25 Rezepten ging es um die Welt, gekocht hatten vor allen Dingen viele Flüchtlinge, die in Lahnstein eine neue Heimat gefunden haben.
Vom afghanischen „Gowhar“ (Linsenreis und Fleisch) über kurdisch-syrische gefüllte Weinbergblätter und Sambusa aus Somalia oder Trahas aus Eritrea bis zu Kartoffel Kou-Kou aus dem Iran. Es gab leckeres aus Ägypten, der Türkei oder der Ukraine. Häppchenweise wurden die Gaumen verwöhnt, zu der multikulturellen Küche vieler Flüchtlinge gesellten sich meist bodenständige Salate deutscher Küche. Auch für den Nachtisch mit reichlich Süßspeisen aus aller Herren Länder war gesorgt.
Mit der Zubereitung beschäftigt waren vor allen Dingen die Damen aus dem internationalen Frauencafe des Jugendkulturzentrums, welches im September sein zehnjähriges Jubiläum feiern kann. Hier wirbelt vor allen Dingen Nasstaran Houshmand, die Leiterin des JUKZ Lahnstein. „Lahnstein ist bunt, und genau das feiern wir heute“, meinte „Nasti“ in ihrer freudigen Begrüßungsansprache. Der Austausch der Nationen ist ihr ein echtes Anliegen, Einsatz mit Herzblut. Vor allen Dingen die „Macher(innen)“ aus diesem Frauencafé mit ihren überaus kreativen Ideen und der Liebe zu manch kulinarischem Detail waren der Erfolgsgarant für diese Veranstaltung.
Ein weiterer Mitveranstalter war der „Runde Tisch für Flüchtlinge – Willkommen in Lahnstein“, der seit 2015 aktiv ist. Deren Sprecher Uwe Achhammer lud ein: „Führen Sie Gespräche, lernen Sie andere Kulturen kennen. Gemeinsames Essen und Genießen ist eine Sprache, die man auch ohne Wörterbuch versteht.“ Die ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürger vom „Runden Tisch“ hatten für eine bunte, gebastelte Tischdekoration gesorgt.
Ulrike Schneider, die geistliche Leiterin des Kolping-Bezirksverbandes Rhein-Lahn sprach vor dem Start mit der „heißen Schlacht“ am Büffett eine Meditation: „Wir alle sind eine Welt und wir wollen uns gegenseitig bereichern und mit Respekt begegnen. Denn wir alle wünschen uns eine Welt, in der niemand wegen seiner Herkunft, seiner Religion, seiner Überzeugung oder seiner Lebensweise ausgegrenzt wird.“
Peter Bertram und Werner Schleicher, der Vorstand des Kolping-Bezirksverbandes Rhein-Lahn, stellten Kolping-International vor, welchem neben dem Runden Tisch die Spendeneinnahmen des Nachmittags zugutekommen. Kolping International fördert 186 Entwicklungsprojekte in 41 Partnerländern unter der Devise „Hilfe zur Selbsthilfe“. Schwerpunkte sind dabei berufliche Bildung, ländliche Entwicklung, Mikrofinanzsysteme sowie Brunnen- und Zisternenbau.
Die Gaumenfreuden kannten wahrlich keine Grenzen, das Büffett fand regen Zuspruch. Es war oftmals orientalisch, aromatisch, farbenfroh und sehr gesund, manchmal mit einer Balance zwischen süß und sauer. Im Herbst 2027 soll es dann das dritte „Eine-Welt-Dinner“ geben.
Zum Gelingen der Gemeinschaftsveranstaltung trugen auch die katholische Fachstelle für Jugendarbeit Westerwald/Rhein-Lahn mit Spielangeboten für die Kinder sowie die Freiwillige Feuerwehr Lahnstein bei, welche für erfrischendes Nass vor dem Gemeindehaus aus dem Feuerwehrschlauch sorgte. Die Kinder hatten so ihren besonderen Spaß.
Gut gewürzt, mal mit, mal ohne Fleisch: Eine Weltreise des guten Geschmacks. Foto: Thomas Schneider
Das „Eine Welt Dinner“ war bereits zum zweiten Mal ein Erfolg. Foto: Thomas Schneider
Die Temperaturen im Gemeindehaus waren kälter als vor der Tür. Foto: Thomas Schneider
Fotostrecke
Häppchen für Häppchen internationale Kulinarik. Foto: Thomas Schneider