Integration migrantischer Frauen stärken
Demokratieprojekt 2026: Susanne Müller im Austausch mit migrantischen Frauen
aus Sinzig
Linz. Die Wege der Frauen, die an diesem Morgen bei Utamara zusammenkommen, könnten unterschiedlicher kaum sein. Sie führen aus verschiedenen Regionen der Welt in die Verbandsgemeinde Unkel. Frauen unter anderem aus Syrien, Somalia, dem Kosovo und der Türkei berichten von ihren Erfahrungen, Hoffnungen und Herausforderungen im Alltag. Ihre Geschichten stehen im Mittelpunkt eines Austauschs im Rahmen des Demokratieprojekts „FrauenVereint – Gemeinsam gegen Hass und für Demokratie“.
Gemeinsam mit Kommunalpolitikerinnen, Mitarbeitenden der Stadtverwaltung Neuwied und der SPD-Landtagsabgeordneten Susanne Müller kamen die Teilnehmerinnen ins Gespräch. Ziel der Veranstaltung war es, Raum für Begegnung und Austausch zu schaffen. Die Politikerinnen und Verwaltungsmitarbeitenden erhielten Einblicke in die Lebensgeschichten und Erfahrungen migrantischer Frauen vor Ort, während die Teilnehmerinnen ihre Fragen und Anliegen direkt einbringen konnten.
Schnell wurde deutlich, wie vielfältig die Herausforderungen sind, mit denen viele Frauen konfrontiert werden. Themen waren unter anderem Schwierigkeiten bei der Arbeits- und Wohnungssuche, Erfahrungen mit Alltagsrassismus sowie die Frage, welche Unterstützungsangebote Familien und Kinder stärken können.
„Demokratie lebt davon, dass Menschen ihre Erfahrungen einbringen und gehört werden. Wer die Herausforderungen kennt, mit denen Frauen im Alltag konfrontiert sind, kann politische Entscheidungen besser an den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen ausrichten. Deshalb sind solche Gespräche so wertvoll“, betonte Susanne Müller.
Im Austausch wurde auch über Hilfsangebote gesprochen. Mit Blick auf Diskriminierungserfahrungen verwies Müller auf die Antidiskriminierungsstelle als wichtige Anlaufstelle. Darüber hinaus ging es um Möglichkeiten von Lernpatenschaften und weiteren Unterstützungsangeboten für Kinder und Familien.
Ein zentrales Thema waren die bürokratischen Anforderungen, mit denen viele Menschen im Alltag konfrontiert sind. Sowohl die Teilnehmerinnen als auch die Mitarbeiterinnen von Utamara berichteten von komplexen Anträgen und Verfahren, die insbesondere für Menschen ohne Deutsch als Muttersprache schwer zu bewältigen seien. Utamara unterstütze hier täglich mit großem Engagement. „Wir versuchen, die Frauen bestmöglich zu begleiten. Viele Anliegen sind sehr zeitaufwendig. Mit zwei hauptamtlichen Stellen und zahlreichen Ehrenamtlichen stoßen wir dabei immer wieder an Grenzen“, schilderten die Mitarbeiterinnen.
Darüber hinaus wurde der Wunsch nach mehr interkultureller Kompetenz in Behörden und Verwaltungen geäußert. Gleichzeitig bestand Einigkeit darüber, dass auch die Beschäftigten in den Ämtern häufig unter hoher Arbeitsbelastung stehen.
Zum Abschluss dankte Müller allen Teilnehmerinnen für ihre Offenheit sowie dem Team von Utamara für die Organisation und die tägliche Arbeit vor Ort. „Utamara leistet einen wichtigen Beitrag für Integration, Teilhabe und ein respektvolles Miteinander. Solche Orte stärken unsere Demokratie ganz konkret“, so Müller