Allgemeine Berichte | 27.03.2026

Gemeinschaftliche Pflege in Thür: Neues Versorgungsmodell entlastet Angehörige und sichert Betreuung im eigenen Zuhause

Start der QuartierPflege im Landkreis Mayen-Koblenz

V.l.n.r.: Carmen Dreyer, Abteilungsleiterin Soziales Kreisverwaltung MYK, Hannes Wenner, Ortsbürgermeister Thür Lukas Ellerich, Bürgermeister VG Mendig Jörg Lempertz, Erster Kreisbeigeordneter Pascal Badziong, Dr. Florian Kiel, Vorstandsvorsitzender Gesellschaft für Gemeinsinn e.V., Waltraud Klein und Ute Dernbach.

KREIS MYK. Das Thema Pflege betrifft viele Menschen im Landkreis Mayen-Koblenz – sei es als Betroffener, pflegender Angehöriger oder Beschäftigter im Pflegebereich. Die Sorge vor einer unzureichenden Versorgung wächst. Gleichzeitig berichten viele Menschen von Einsamkeit und wünschen sich mehr soziale Kontakte sowie eine Betreuung, die den einzelnen Menschen stärker in den Mittelpunkt stellt.

Vor dem Hintergrund enger Leistungsgrenzen der Pflegekassen und eines zunehmenden Fachkräftemangels bei privaten Pflegediensten verschärft sich die Situation weiter. Auch Angehörige stoßen häufig an ihre Belastungsgrenzen, sodass neue Lösungsansätze erforderlich sind. Ein solcher Ansatz wird nun im Landkreis Mayen-Koblenz umgesetzt. Der Kreistag hat am 15. Dezember 2025 die Einführung der QuartierPflege beschlossen. In der Ortsgemeinde Thür, innerhalb der Verbandsgemeinde Mendig, startet das Konzept alsbald in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Mayen-Koblenz. Perspektivisch ist eine schrittweise Ausweitung auf weitere Gemeinden und Quartiere vorgesehen.

„QuartierPflege ist eine echte Alternative für die Menschen vor Ort und deckt Bedarfe ab, die sonst häufig nicht ausreichend berücksichtigt werden. Als Landkreis wollen wir die notwendigen Strukturen schaffen und diese gemeinsam mit den Kommunen mit Leben füllen – direkt vor der eigenen Haustür und nah an den Menschen“, erklärt der Erste Kreisbeigeordnete Pascal Badziong. Im Rahmen einer Sondersitzung der Regionalen Pflegekonferenz wurde das Projekt kürzlich dem Fachpublikum vorgestellt. Neben Pascal Badziong präsentierte auch Dr. Florian Kiel von der Gesellschaft für Gemeinsinn e.V. das Konzept. Führungskräfte aus Wohlfahrtsverbänden, ambulanten Pflegediensten und stationären Einrichtungen nutzten im Anschluss die Gelegenheit zum Austausch über Inhalte, Fragen und mögliche Kooperationen.

Was versteht man unter QuartierPflege?

QuartierPflege verfolgt das Ziel, Menschen mit Pflegebedarf langfristig und in ihrem gewohnten Umfeld zu Hause zu versorgen – eingebettet in ein professionell koordiniertes Netzwerk, das finanziell abgesichert und fachlich begleitet wird. Im Mittelpunkt steht der Aufbau von unterstützenden Nachbarschaftsnetzwerken im direkten sozialen Umfeld. In Thür übernehmen Nachbarn Aufgaben in den Bereichen Alltagsbegleitung, Hauswirtschaft und Grundpflege. Medizinische Pflegeleistungen verbleiben weiterhin bei professionellen Pflegekräften. Die unterstützenden Nachbarn werden für ihre Aufgaben geschult und kontinuierlich fachlich begleitet. Koordiniert und begleitet wird das Netzwerk durch einen Pflegelotsen vor Ort. Das Engagement kann flexibel gestaltet werden – von ehrenamtlicher Tätigkeit bis hin zu einer Vollzeitbeschäftigung – und wird entsprechend vergütet. Die Finanzierung erfolgt über Mittel der Pflegekassen, sodass für Pflegebedürftige mit anerkanntem Pflegegrad keine zusätzlichen Kosten entstehen.

Durch die enge Einbindung in den sozialen Nahraum und kurze Wege lässt sich das Engagement gut in den Alltag integrieren. Gleichzeitig profitieren Pflegebedürftige von mehr gesellschaftlicher Teilhabe, einer gestärkten Selbstständigkeit und der Möglichkeit, auch bei steigendem Pflegebedarf in der eigenen Häuslichkeit zu verbleiben.

„Mit QuartierPflege können wir dem Fachkräftemangel wirksam begegnen. Wir bieten den Kommunen eine konkrete und direkt umsetzbare Handlungsoption, die soziale Teilhabe stärkt und regionale Wirtschaftskreisläufe fördert – gewissermaßen eine Re-Kommunalisierung der Pflege im Sinne eines ‚Zurück ins Dorf 2.0‘“, erläutert Dr. Florian Kiel, Vorstandsvorsitzender der Gesellschaft für Gemeinsinn e.V.

Der Start der MYK-Nachbarschaft vor Ort erfolgt, sobald der neue Pflegedienst zugelassen ist und seine Arbeit aufnehmen kann. Derzeit arbeiten die Projektpartner gemeinsam an den notwendigen Voraussetzungen, sind dabei jedoch in einzelnen Schritten auf externe Stellen angewiesen. Ein konkreter Starttermin für Thür steht daher noch nicht fest.

Interessierte Bürger aus Thür können sich bereits jetzt unter https://www.quartierpflege.de/mayen-koblenz informieren und ihr Interesse bekunden. Auch Personen, die sich eine Tätigkeit als Pflegedienstleitung vorstellen können, sind eingeladen, sich frühzeitig zu melden; eine offizielle Stellenausschreibung wird in den kommenden Wochen veröffentlicht. Für Rückfragen steht Anne Schnütgen, Pflegestrukturplanerin des Landkreises Mayen-Koblenz, per E-Mail an anne.schnuetgen@kvmyk.de zur Verfügung.

V.l.n.r.: Carmen Dreyer, Abteilungsleiterin Soziales Kreisverwaltung MYK, Hannes Wenner, Ortsbürgermeister Thür Lukas Ellerich, Bürgermeister VG Mendig Jörg Lempertz, Erster Kreisbeigeordneter Pascal Badziong, Dr. Florian Kiel, Vorstandsvorsitzender Gesellschaft für Gemeinsinn e.V., Waltraud Klein und Ute Dernbach. Foto: Kreis MYK

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