Spielplatz Stettiner Weg:
Grüne wollen Bolzplatz nicht vorschnell aufgeben
Meckenheim. Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Rat der Stadt Meckenheim hat sich in der Ratssitzung am 14. Oktober dafür eingesetzt, die geplante Entsiegelung und naturnahe Umgestaltung des Spielplatzes am Stettiner Weg weiterzuverfolgen. Einen vorschnellen Beschluss über den Rückbau des dortigen Bolzplatzes lehnt die Fraktion jedoch ab. Tobias Guhr, jugendpolitischer Sprecher der Fraktion berichtet: „Dass der in die Jahre gekommene Spielplatz aufgewertet werden soll, begrüßen wir ausdrücklich. Aber wir wollen nicht über den Rückbau des Bolzplatzes entscheiden, bevor ernsthaft geprüft wurde, ob es auch andere Möglichkeiten gibt.“ Kritisch sehen die Grünen insbesondere den bisherigen Planungsprozess. Der Jugendrat und der eigentlich zuständige Jugendhilfeausschuss wurden erst einbezogen, nachdem der Ausschuss für Klimaschutz die Angelegenheit dorthin verwiesen hatte. Im Jugendhilfeausschuss sagte die Verwaltung zu, im ersten Quartal 2027 Alternativen vorzustellen. Eine entsprechende Prüfung liegt bislang nicht vor. „Wir können nicht einer Umsetzung zustimmen, solange die zugesagten Alternativen nicht auf dem Tisch liegen. Erst recht nicht, wenn die Interessen der Jugendlichen, die den Bolzplatz nutzen, im bisherigen Verfahren kaum berücksichtigt wurden“, so Guhr weiter. Die Grünen haben deshalb dafür gestimmt, zunächst den Förderantrag zu stellen. Damit bleibt die Möglichkeit einer finanziellen Förderung erhalten, ohne bereits über den Rückbau des Bolzplatzes zu entscheiden. Die Entscheidung über die konkrete Umsetzung soll im Rahmen der Haushaltsberatungen getroffen werden, wenn die Fördermöglichkeiten und die Alternativen bekannt sind. Nicht überzeugen lassen sich die Grünen von dem Argument, dass es im Stadtgebiet insgesamt acht Bolzplätze gebe. Entscheidend sei nicht allein die Anzahl, sondern auch deren Erreichbarkeit. Kinder und Jugendliche brauchen altersgerechte Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten in ihrem unmittelbaren Wohnumfeld. Auch Beschwerden über Lärm dürfen aus Sicht der Fraktion nicht vorschnell zur Aufgabe solcher Angebote führen. Spielende Kinder und Jugendliche gehören zum Leben in einer Stadt. Ihre Bedürfnisse müssen bei der Abwägung unterschiedlicher Interessen angemessen berücksichtigt werden. Dass BfM, SPD und UWG sowohl die Beantragung der Fördermittel als auch die weitere Prüfung von Alternativen abgelehnt haben, bedauern die Grünen. Damit hätten sie die Chance auf eine geförderte Neugestaltung des Spielplatzes aufgegeben, ohne dass die Möglichkeiten zum Erhalt des Bolzplatzes abschließend geklärt seien. Tobias Guhr betont: „Wir wollen einen attraktiven, naturnahen Spielplatz und möglichst auch weiterhin einen Bolzplatz für die Kinder und Jugendlichen im Quartier. Ob und wie sich beides vereinbaren lässt, muss sorgfältig geprüft werden. Genau dafür haben wir uns im Rat eingesetzt.“
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Der Spielplatz am Stettiner Weg soll aufgewertet werden. Dabei soll der Bolzplatz abgebaut werden. Foto: privat