Allgemeine Berichte | 09.07.2015, 08:47 Uhr

Beschwingte Romantik in der Villa Bellestate

Musikalischer Hochgenuss

Das junge „Flex Ensemble“ faszinierte mit sommerlicher Klavierkammermusik in Holzweiler. privat
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Grafschaft-Holzweiler. Beim Villa-Musica-Sommerkonzert des Grafschafter Kunstvereins spielte das junge und bereits vielfach preisgekrönte „flex-Ensemble“ Musik von Mendelssohn, Mahler, Schnittke und Schubert. Konzentrierte Stille herrschte, als kürzlich Kanada Sugimura ihren Geigenbogen für den Beginn von Felix Mendelssohns Klavierquartett Nr.2 f-Moll hob. Tiefenentspanntes Ensemblespiel mit Anna Szulc-Kapala (Viola) und Martha Bijlsma (Violoncello) breitete sich im Foyer der Maerkerschen Villa aus. Die drei sympatischen Damen entfalteten durch ihr Spiel und ihren gemeinsamen Atem eine Klangmagie, der sich niemand unter den etwa 75 Zuhörern entziehen konnte. Von Satz zu Satz gelang es dem in Albanien gebürtigen Pianisten Endri Nini besser, mit seinen phänomenalen Streicherinnen klanglich zu verschmelzen. Hierbei kam ihm das exzellente Bösendorfer-Instrument zugute, das auch noch in Forte-Passagen eine erstaunliche Affinität zu den Streichern aufwies. Es entfaltete sich der reiche Kosmos Mendelssohn’scher Klangwelten, vom lebhaften und fröhlichen Duktus des Finalsatzes über die tänzerisch-pointierten Passagen des dritten Satzes bis hin zu den zarten Seelentönen des zweiten. Definitiv die Führungsrolle nahm das Klavier bei dem Quartettsatz a-moll von Gustav Mahler ein. Orchestral-symphonische Anmutung und weit ausgreifende Motivik prägen dieses tief beeindruckende Werk und bildeten einen wirkungsvollen Kontrast zu der zuvor erklungenen Musik. Alfred Schnittkes einsätziges Klavierquartett (nach Mahler) begann, als befände man sich an einem großen Wasser. Die sanfte Flut gebar eine reiche Fülle an Spaltklängen. Sirenenartige Passagen der Streicher leiteten zu an Olivier Messiaen erinnernde Sounds in Schnittke-typischer rauer Rhythmik. Dann, wie von Zauberhand geleitet, befanden sich die Hörer in aller feinster sphärischer Hochromantik: Im Schluss- und Zielpunkt dieses bemerkenswerten Musikstücks, Gustav Mahlers kurzer, unvollendeter Skizze eines Quartettsatzes. Nach der Pause spielte das Flex Ensemble das seit seiner Uraufführung höchst beliebte Forellenquintett von Franz Schubert mit kostbarer Klanggebung und höchst ausgereiftem Zusammenspiel. Kristina Edin erwies sich als ebenbürtige Partnerin am Kontrabass. Für den lang anhaltenden Beifall bedankten sich die fünf Musikerinnen und Musiker mit einer Forellenquintett-Variation.

Das junge „Flex Ensemble“ faszinierte mit sommerlicher Klavierkammermusik in Holzweiler. Foto: privat

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