Blaulicht | 16.10.2023

Als die Helfer einen Kopf fanden, war klar, dass es sich offensichtlich um menschliche Überreste handeln musste.

Ahrmündung in Sinzig: Helfer graben Skelett aus

Sinzig. Das Naturschutzgebiet an der Ahrmündung in Sinzig ist immer wieder Treffpunkt für Müllsammelaktionen verschiedener Gruppen. Auch am vergangenen Sonntag traf sich eine Gruppe Freiwilliger, um abseits der Wege alte Flaschen, Getränkekisten, Haushaltsgeräte und Autoreifen einzusammeln. Bei ihren Aktionen stoßen die Müllsammler immer wieder auf ungewöhnliche Funde, wie zum Beispiel Kampfmittel. Am Sonntag machte eine Helferin beim Müllsammeln in den Auen einen Fund, mit dem niemand gerechnet hatte. Plötzlich hielt die Helferin einen kleinen Knochen unklarer Herkunft in der Hand. Die Suche nach Unrat ging weiter, ein weiterer Knochen folgte und kurz darauf hielt eine Helferin einen Unterkiefer in der Hand. Der Organisator der Müllsammelaktion, Lars Boes, rief nach dem schockierenden Fund sofort die Polizei. Die Finderin der Knochenteile war sichtlich betroffen und beendete sofort ihre Arbeit. Nachdem die Leichenteile den Beamten übergeben worden waren, konnte das Gelände wieder freigegeben werden. Für einige der Helfer war es schwer verständlich, dass die Polizei nicht mit Gerichtsmedizinern nach weiteren Knochen suchte. So machten sich die verbliebenen Helfer daran, den Rest des Skeletts Stück für Stück auszugraben.

„Nicht die Aufgabe von Freiwilligen“

„Das ist nicht die Aufgabe von Freiwilligen“, äußerte eine Helferin aus dem Münsterland ihr Unverständnis über das Vorgehen der Polizei. Als der freiwillige Suchtrupp schließlich einen Kopf fand, war den meisten Helfern klar, dass es sich offensichtlich um menschliche Überreste handeln musste. Ein zweites Mal wurde die Polizei gerufen, der zwei Säcke mit Skelettteilen übergeben wurden. „Wir wollten dem Menschen, der da liegt, ein Stück Würde zurückgeben“, sagte eine Helferin gegenüber BLICK aktuell.

Ob es sich bei den Knochen um Teile eines Flutopfers handelt, ist noch unklar. Die Kriminalinspektion Mayen hat die Ermittlungen übernommen. CF

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