Fotokurs Makrofotografie
Die Natur erwacht – frühblühende Pflanzen und ihre Geheimnisse
Montabaur. Es ist jedes Jahr wieder wie ein Wunder – nach den Wintertagen kommen die ersten Blüten. Die Pflanzen haben den Frost überstanden und überlebt. Aber wie machen sie das? Warum können sie die ersten sein – viel früher als die meisten anderen Blühpflanzen? Es ging also nicht nur um die Schönheit und Anmut der ersten Blüten im Jahr – es gab wieder echte Herausforderungen für den Naturforscher.
Was haben Schneeglöckchen, Veilchen, Tulpen, Buschwindröschen, Krokus, Scharbockskraut und Huflattich gemeinsam, dass sie fast noch im Winter bereits blühen können? Haben sie einen Vorteil davon, die Ersten zu sein? All diesen Fragen wurde an den Arbeitsstationen nachgegangen. Schnell wurden die Nahrungsspeicher der Blumen identifiziert: Die Zwiebel, die Knolle und der Wurzelstock (Rhizom) speichern Mineralstoffe, Zucker und Stärke während des Sommers. Davon können sich die Pflanzen dann im Winter und Frühling so gut ernähren, dass sie zunächst sogar ohne Fotosynthese auskommen können.
Beim Huflattich beispielsweise wachsen zuerst die gelben Blüten, erst danach kommen die Blätter, die das Chlorophyll enthalten. Da die Blüten die Fortpflanzungsorgane der Blütenpflanzen sind, können sich Frühblüher praktisch konkurrenzlos vermehren. Sie bedienen sich der schon früh ausfliegenden Wildbienen, wie z.B. die Hummeln für den Samentransport, nutzen den Wind und werden nicht durch andere überwuchernde Pflanzen am Wachstum gehindert. Die sind ja noch im „Winterschlaf“. Es hat also viele Vorteile, ein Frühblüher zu sein.
Die Auskeimung aus Samen wollten die jungen Naturforscher auch kennenlernen. Daher wurden Kresse und Basilikum ausgesät. An den vorbereiteten Keimlingen konnte wunderbar das Wachstum der Keimlinge beobachtet und schließlich auch auf Butterbroten gegessen werden. An dieser Pflanzstation wurde so fleißig gesät, dass jedes Kind anschließend auch ein „Samentöpfchen“ mitnehmen konnte, damit zuhause im Zimmer ebenfalls „der Frühling erwachen kann“.
Mit den neuen Einschlaglupen konnten die Blüten der Frühblüher, die Staubblätter und der Stempel genau inspiziert werden. Es ist unglaublich, wie sich bei 10-facher Vergrößerung eine Blume in einem ganz neuen Licht zeigt. Das sollte eigentlich jeder einmal gesehen haben. Deshalb gab es dieses Mal den Fotokurs „Makrofotografie“: Mit den für Nahaufnahmen geeigneten Smartphones wurden im „Fotostudio“ Tulpen und Krokusse fotografiert.
Vorher gab es eine Einführung zu den Regeln der Bildgestaltung, Informationen zu Komplementärfarben und Fehlervermeidung beim Fotografieren. Die Vorbereitung hat sich gelohnt: Die Kinder haben wunderschöne Fotos gemacht, zum Teil dokumentarisch und zum Teil richtig künstlerisch gestaltet, so dass die Aufnahmen fast wie ein Gemälde wirken. Apropos Kunst: gemalt wurde natürlich auch. Aus den Bildern der Frühblüher wurde ein kleines Memory hergestellt. Zum Spielen sind wir dann allerdings nicht mehr gekommen. Die drei Stunden waren viel zu schnell vorbei. Pressemitteilung NABU Hundsangen
Bei der Makrofotografie entstanden regelrechte Kunstwerke. Foto: Peter Ahrens
Die Nahaufnahmen enthüllen jedes Detail. Foto: Peter Ahrens
