Allgemeine Berichte | 25.10.2024, 19:48 Uhr

Elektrifizierung verzögert sich um mehrere Jahre

Eifelstrecke: Bahnprojekt stockt erneut

 Foto: Eifelquerbahn e. V. / Jens Wießner
102

Eifel. Wieder einmal war die Pressestelle der Deutschen Bahn (DB) gefordert, die neuesten Hiobsbotschaften aus dem Hause der DB zur Eifelstrecke möglichst schonend an die Öffentlichkeit zu bringen. Nachdem bereits der Wiederaufbau des noch immer nicht fertiggestellten rund 50 km langen Abschnitts Gerolstein – Kall deutlich hinter dem mehrfach revidierten Zeitplan zurückliegt, steht nun fest, dass sich auch die Inbetriebnahme der Elektrifizierung der Eifelstrecke um mindestens zwei Jahre verzögern wird. Nach Angaben der DB in ihrer Pressemitteilung vom 22.10.2024 werde ein „durchgehender elektrischer Zugbetrieb auf der Eifelstrecke erst mit einer finalen Einbindung der Anlage in das deutsche Bahnstromnetz möglich“ sein, was „nach jetzigem Stand voraussichtlich im Verlauf des Jahres 2028“ sei.

„Weitere vier Jahre mit regelmäßigen Streckensperrungen und nur mäßig zuverlässigem Schienenersatzverkehr. Wir reden hier über einen Gesamtzeitraum von mindestens 7 Jahren, in dem die Eifelstrecke als verlässliches Verkehrsmittel ausfällt. Das ist eine absolute Katastrophe für alle, die auf die Bahn angewiesen sind. Und offensichtlich ist man sich bei der DB selbst nicht sicher, ob der neue Termin gehalten werden kann“, so Noah Wand, Landesvorsitzender des Fahrgastverbandes PRO BAHN Rheinland-Pfalz. Denn als Grund für die jetzt bekannt gewordene gravierende Terminverschiebung nennt die DB den „Umfang und Komplexität des Vorhabens“. Auch könne der neue Termin nur unter der Voraussetzung eingehalten werden, dass „benötigte Transformatoren, die die DB frühzeitig bestellt hat, rechtzeitig bereitgestellt werden können“. Eine Aussage, der der Vorsitzende des Eifelquerbahn-Vereins, Jens Wießner, vehement widerspricht.

„Die DB hat die benötigten Transformatoren einfach viel zu spät ausgeschrieben. Wenn ich ein Lieferfenster von bis zu 30 Monaten akzeptiere und mein Projekt 24 Monate vor dem geplanten Fertigstellungstermin beginne, dann muss doch jedem klar sein, dass das nicht funktionieren kann. Das ist einfache Mathematik aus der ersten Grundschulklasse“. Der Eifelquerbahn-Verein hatte bereits im Juli 2024 in einer Pressemitteilung darauf hingewiesen, dass selbst die ursprünglich veranschlagte maximale Lieferzeit von 30 Monaten nicht ausreiche und die DB sich gezwungen sah, diese auf bis zu 40 Monate zu verlängern. Noch im August teilte die DB der Presse auf Nachfrage mit, dass die Arbeiten zur Elektrifizierung der Eifelstrecke weiterhin im Zeitplan lägen.

Doch das sind nicht die einzigen Probleme bei der Elektrifizierung, wie aus einer Präsentation des Zweckverbandes SchienenPersonenNahVerkehr Rheinland-Pfalz Nord (SPNV-Nord) vom 19. September zu entnehmen ist. Offensichtlich hat die DB InfraGO AG bereits Gründungsarbeiten für Oberleitungsmasten an Stellen durchgeführt, an denen später potenziell das zweite Gleis wiederhergestellt werden könnte. Obwohl vertraglich dazu verpflichtet, hat die DB InfraGO AG dieses Vorgehen nicht mit dem Land Rheinland-Pfalz abgestimmt, wie aus einem Schreiben von Michael Hauer, Staatssekretär im rheinland-pfälzischen Mobilitätsministerium, an den Konzernbevollmächtigten der DB für Rheinland-Pfalz hervorgeht.

„Die für das zweite Gleis benötigte Fläche muss unbedingt freigehalten werden. Ohne den Wiederaufbau des zweiten Gleises auf mindestens 10 Kilometern können die vom Zweckverband SPNV-Nord vorgestellten Fahrplanverbesserungen nicht umgesetzt werden. Jetzt bietet sich die Chance, diesen Ausbau in den nächsten vier Jahren parallel zur Elektrifizierung voranzutreiben. Wird diese Chance jetzt nicht genutzt, sind weitere Einschränkungen für die Zeit nach 2028 unausweichlich und das kann niemand ernsthaft wollen“, so Wand.

Pressemitteilung Eifelquerbahn e. V.

Foto: Eifelquerbahn e. V. / Jens Wießner Foto: Foto: Eifelquerbahn e. V. / Jens Wießner

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Essen auf Rädern
Imageanzeige - Dauerauftrag
Kreishandwerkerschaft - Anzeige Heizung
Dauerauftrag 2026
Vorabrechnung, Nr. AF2026.000438.0, Oktober 2026
Stellenanzeige Reinigungskräfte/Gärtner
Innovatives aus Weißenthurm
Zukunft trifft Tradition KW 42
Empfohlene Artikel
Kleine Mutboschaften für großartige Vorschulkinder
45

Waldorf. Mit Bewegung, Fantasie und viel Freude erlebten gleich zwei Vorschuljahrgänge des Kindergartens in Waldorf ein besonderes Yogaabenteuer. In regelmäßig stattfindenden Yogaeinheiten lernten sie, ihre Gefühle wahrzunehmen, ihren Körper zu entdecken und als Gemeinschaft zusammenzuwachsen. Möglich wurde diese Projektumsetzung aufgrund der finanziellen Förderung durch die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Rhein-Ahr.

Weiterlesen

An der Swisttalhütte Holzweiler
70

Remagen/Marienthal. Bei herrlichem Wanderwetter startete die Wandergruppe in der Nähe des Marienthaler Klosters die 13 Kilometer Tour. Relikte des ehemaligen Regierungsbunkers und auch die Gedenkstätte Lager Rebstock informierten nachdenklich über Deutschlands jüngste Vergangenheit. Dem Kratzenbach folgend und dem anschließenden Tal erreichte man das sogenannte Holzweiler Kreuz. Nun von Waldwegen...

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die B267 in Altenahr.  Foto: ROB
2203

Die Sperrung bedeutet Einschränkungen im ÖPNV

Altenahr: Vollsperrung der B 267 ab 19. Oktober

Altenahr. Ab Montag, 19. Oktober 2026, muss die B 267 in Altenahr auf Höhe des Bahnübergangs an der Altenburger Straße voll gesperrt werden. Grund hierfür ist die Herstellung einer Außenanlage. Die Sperrung wird voraussichtlich bis einschließlich 6. November dauern. Die Umleitung erfolgt aus Fahrtrichtung Altenburg kommend über die B 257 und den Roßberg, aus Fahrtrichtung Altenahr kommend erfolgt die Umleitung entgegengesetzt, das heißt über den Roßberg und die B 257.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: Adobe Stock.
1347

Großer Feuerwehreinsatz in der Nähe des ehemaligen Krankenhauses:

Brand in Remagen: Großer Feuerwehreinsatz mit Drehleiter

Remagen. Ein größerer Feuerwehreinsatz hat sich in der Straße Hinterhausen in Remagen im Bereich des ehemaligen Krankenhauses ereignet. Die Feuerwehr rückte mit mehreren Einsatzkräften und einer Drehleiter zu einem Mehrfamilienhaus aus. Nach ersten Informationen war Essen auf einem Herd angebrannt und hatte den Einsatz ausgelöst.

Weiterlesen