Blaulicht | 20.10.2024

Frau fiel auf Betrugsmasche herein

„Love Scamming“: 33-Jährige aus dem Rhein-Sieg-Kreis überweist 35.000 Euro

Symbolbild. Foto: pixabay.com

Siegburg. Am Mittwoch, 16. Oktober erstattete eine 33-jährige Frau bei der Polizei Anzeige wegen Betrugs. Sie berichtete, dass sie Ende September dieses Jahres einen unbekannten Mann über eine Online-Partnerbörse kennengelernt hatte. Innerhalb eines knappen Monats erschlich sich der Unbekannte das Vertrauen der 33-Jährigen.

Der Betrüger behauptete ihr gegenüber, dass er sich in einer Notlage befinde, woraufhin die Frau ihm insgesamt rund 35.000 Euro überwies. Nachdem er das Geld erhalten hatte, löschte der Betrüger sein Profil und brach den Kontakt zu der 33-Jährigen ab.

Später stieß die Geschädigte auf der Dating-App auf ein weiteres Profil unter einem anderen Namen, bei dem die gleichen Bilder verwendet wurden, die der Unbekannte auch bei ihrem Chatverlauf genutzt hatte.

Perfide Betrugsmasche

In Online-Partnerbörsen und sozialen Netzwerken suchen Betrüger bei der Betrugsmasche des Love oder Romance Scamming gezielt nach potenziellen Opfern. Sobald ein Kontakt hergestellt ist, werden diese mit Liebesbekundungen und Aufmerksamkeit überschüttet, einzig mit dem Ziel, ihnen Geld zu entlocken.

Die virtuellen Partner geben beispielsweise vor, in Westafrika auf Geschäftsreise in Geldnot geraten zu sein oder dringend finanzielle Unterstützung für eine wichtige Operation eines Kindes oder Angehörigen zu benötigen. Auch Geschichten über gestohlene Koffer, unbezahlte Löhne oder Hotelrechnungen sollen die ahnungslosen Opfer dazu bringen, Geld zu überweisen. Viele tun dies, da sie bereits emotional an ihren Internet-Partner gebunden sind.

Die Betrüger präsentieren sich oft als Ingenieure, Architekten, Soziologen, Mitarbeiter der Ölindustrie, Tierärzte, Computerexperten oder US-Soldaten. Die Fotos, die sie verwenden, zeigen in der Regel attraktive weiße Personen und sind meist gestohlen. Obwohl sie vorgeben, in den USA oder Europa zu leben, sitzen sie oft tatsächlich in Westafrika. Die Opfer merken nichts davon, da diese „neuen Bekannten“ perfekt Englisch sprechen oder teure Übersetzungstools für ihre Nachrichten nutzen.

Betrügerinnen hingegen geben sich häufig als Krankenschwestern, Ärztinnen, Mitarbeiterinnen von Waisenhäusern, Lehrerinnen, Schauspielerinnen oder Geschäftsfrauen aus. Auch ihre Bilder sind meist gestohlen oder für das Scamming erstellt worden, was an ähnlichen Posen und Outfits erkennbar ist. Viele dieser Frauen stellen sich als Russinnen vor, können aber auch aus Südamerika, Thailand, Afrika oder Europa stammen. Alle Scamm-Frauen beherrschen die englische Sprache, sprechen oft sogar perfekt Deutsch. BA

Symbolbild. Foto: pixabay.com

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