Blaulicht | 02.01.2023, 13:52 Uhr

Nur durch Glück wurden keine Einsatzkräfte verletzt.

Nach Ausschreitungen in Neujahrsnacht: Bonner Polizei setzt Ermittlungsgruppe ein

Symbolbild. Foto: pixabay.com
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Bonn. Nach den Angriffen auf Einsatzkräfte der Bonner Berufsfeuerwehr und der Bonner Polizei in der Silvesternacht in Bonn-Medinghoven laufen die kriminalpolizeilichen Ermittlungen zu Tatbeteiligten und den Hintergründen des Geschehens auf Hochtouren. Eine Ermittlungsgruppe der Kriminalpolizei hat die Arbeit aufgenommen. Wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs, der Brandstiftung und Sachbeschädigung werden die Ermittlungen durch den Staatsschutz der Bonner Polizei geführt.

Kurz nach Mitternacht hatten mehrere Dutzend Personen auf dem Europaring zunächst Einsatzkräfte der Feuerwehr, die auf dem Weg zu einem Brandort waren, mit Steinen und Böllern beworfen sowie mit Feuerwerksraketen beschossen. Erst durch den Einsatz starker Polizeikräfte konnte den Wehrleuten der Weg zu den brennenden Mülltonnen gebahnt werden. Hierbei kamen insbesondere Beamtinnen und Beamte der Einsatzhundertschaft zum Einsatz. Die zum Teil vermummten Straftäter, die ihre Aktionen zunächst auch gegen die Polizeikräfte fortsetzten, ließen schließlich von ihren Aktionen ab und liefen davon. Ein 19-jähriger Tatverdächtiger konnte vor Ort festgenommen werden (siehe https://www.blick-aktuell.de/Nachrichten/Silvester-in-Bonn-Feuerwehrleute-mit-Pyrotechnik-und-Steinen-angegriffen-535904.html

„Diese Angriffe auf die Einsatzkräfte der Feuerwehr und die eingesetzten Polizeibeamtinnen und -beamten verurteilen wir auf das Schärfste. Es ist uns völlig unverständlich, welche Zielrichtung mit Angriffen auf Hilfskräfte verfolgt wird. Nach dem bisherigen Ermittlungsstand ist es auch glücklichen Umständen zu verdanken, dass keine Einsatzkräfte oder Anwohner durch die Angriffe der Gewalttäter verletzt wurden. Es ist aber auch absolut inakzeptabel, dass Mülltonen angezündet oder parkende Autos beschädigt werden. Dieses Verhalten muss konsequent geahndet werden. Wir haben deshalb eine Ermittlungsgruppe, die bei unserem Kriminalkommissariat für Staatsschutzdelikte angesiedelt ist, eingesetzt“, erklärte der stellvertretende Bonner Polizeipräsident Leitender Polizeidirektor Andreas Koch.

Der vorläufig Festgenommene hat nach Feststellung seiner Personalien und erkennungsdienstlicher Behandlung am Sonntag (01.01.2023) das Präsidium wieder verlassen. Gegen ihn richtet sich ein Strafverfahren, in welchem die Ermittler auch ersten Hinweisen zu möglichen Tatbeteiligten nachgehen. Neben strafrechtlichen Verurteilungen stehen auch erhebliche zivilrechtliche Schadenersatzforderungen im Raum.

Heute werden Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte der Polizeiinspektion 2 vor Ort den Kontakt zu Anwohnern und Gewerbetreibenden suchen. Wer Hinweise zu Personen geben kann, die mit dem Tatgeschehen in Verbindung stehen könnten, wird gebeten, sich mit der Ermittlungsgruppe der Polizei unter der Rufnummer 0228 15-0 oder per E-Mail an Poststelle.Bonn@polizei.nrw.de in Verbindung zu setzen. Zeugen, die das Tatgeschehen möglicherweise gefilmt oder Videoaufnahmen zugesandt bekommen haben, können diese im Hinweisportal der Polizei NRW unter https://nrw.hinweisportal.de hochladen und für die weiteren Ermittlungen zur Verfügung stellen.

Zu den polizeilichen Ermittlungsschritten gehören auch die Recherchen in den sozialen Medien und die Auswertung kursierender Videos. In der vergangenen Woche wurde durch die Bonner Polizei ein Posting auf eine angebliche Versammlung am Silvesterabend in Medinghoven überprüft. Dieser Hinweis konnte im Vorfeld nicht verifiziert werden. Die Polizeipräsenz wurde gleichwohl bereits zuvor im Rahmen eines Sondereinsatzes im Bonner Stadtgebiet in der Silvesternacht erhöht.

„Diese Maßnahme, aber insbesondere das schnelle und professionelle Verhalten der eingesetzten Wehrleute sowie der Polizeibeamtinnen und -beamten hat dazu beigetragen, dass die Gefahrensituation in Medinghoven schnell beendet werden konnte und auch im Laufe der Nacht nicht wieder aufgeflammt ist. Allen Einsatzkräften gebührt Lob und Anerkennung sowie unser uneingeschränkter Dank für Ihr Handeln“, stellt Andreas Koch heraus.

Pressemitteilung der Polizei Bonn

Symbolbild. Foto: pixabay.com

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