Blaulicht | 19.10.2018, 09:26 Uhr

Großrazzia des Zolls gegen organisierte Schwarzarbeit in Rheinland-Pfalz

Schaden in Millionenhöhe: Sechs Verdächtige festgenommen

37 Wohnungen- und Geschäftsräume durchsucht - 350 Beamte im Einsatz

Schaden in Millionenhöhe: Sechs Verdächtige festgenommen
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Koblenz. Die Staatsanwaltschaft Koblenz führt gegen 20 männliche und eine weibliche Beschuldigte im Alter zwischen 19 und 63 Jahren ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt sowie der Steuerhinterziehung beziehungsweise der Beihilfe zu diesen Taten.
Gegen 13 Haupttäter, hiervon elf türkischer, einer bosnisch-herzegowinischer und einer griechischer Staatsangehörigkeit, besteht der Verdacht, sie hätten durch die Nutzung von Abdeckrechnungen sogenannter Servicefirmen Steuern und Sozialversicherungsbeiträge in Höhe von ca. 10 Millionen Euro hinterzogen. Hierzu sollen die Haupttäter mehrere Servicefirmen genutzt haben, die an die Firmen der Haupttäter Rechnungen für nie geleistete Arbeiten stellten. Die Haupttäter sollen diese Rechnungen bezahlt und die Rechnungsbeträge sodann abzüglich einer Provision in bar zurückerhalten haben. Hierdurch sollen sie in ihren Firmen „Schwarzgeld“ erzeugt haben, mit dem dann nicht oder nicht in vollem Umfang zur Steuer und Sozialversicherung angemeldete Arbeitnehmer bezahlt worden sein sollen.
Bei sechs weiteren Beschuldigten türkischer Staatsangehörigkeit handelt es sich um die eingetragenen und faktischen Geschäftsführer der Servicefirmen. Gegen sie besteht der Verdacht der Beihilfe zur Steuerhinterziehung und zum Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt. Gegen zwei weitere Beschuldigte, die in den Firmen der Haupttäter beschäftigt waren und dort deren Taten unterstützt haben sollen, besteht ebenfalls der Verdacht der Beihilfe zu diesen Taten.
In dem Verfahren haben in den frühen Morgenstunden des 17.10.2018 ca. 350 Einsatzkräfte des Zolls unter der Federführung des Hauptzollamts Koblenz in Zusammenarbeit mit den Steuerfahndungsstellen der Finanzämter in Koblenz, Frankfurt am Main I, Offenbach am Main II, Wetzlar und Mannheim-Neckarstadt, der Landes- und der Bundespolizei umfangreiche Durchsuchungen durchgeführt. An den Durchsuchungen waren auch die Zentrale Unterstützungsgruppe Zoll des Zollkriminalamtes sowie das SEK der Polizei Rheinland-Pfalz beteiligt. Durchsucht wurden insgesamt 37 Wohnungen und Geschäftsräume, die schwerpunktmäßig in Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg lagen.
Es konnten umfangreiche Beweismittel sowie drei scharfe Schusswaffen inkl. zugehöriger Munition, ein Taser, ein Stockdegen, ein Schlagring, gefälschte Ausweisdokumente, geringe Mengen Betäubungsmittel und Bargeld im fünfstelligen Bereich sichergestellt werden. Außerdem wurden vorläufige vermögensabschöpfende Maßnahmen ergriffen, für die auch ein Bargeldspürhund eingesetzt wurde. Gegen sechs Beschuldigte wurden Haftbefehle des Amtsgericht Koblenz vollstreckt. Die Beschuldigten befinden sich seit heute in Untersuchungshaft. Die Auswertung der erhobenen Beweismittel wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Pressemitteilung Hauptzollamt Koblenz

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