Traditionelle Waldbegehung des Sinziger Stadtrates mit Förster Stephan Braun
Auf dem Harterscheid stehen bis zu 280 Jahre alte Eichen
Sinzig. „Hier im Harterscheid ist die Königsklasse des Sinziger Waldes.“ Das sagte Förster Stephan Braun bei der traditionellen Waldbegehung des Sinziger Stadtrates um Bürgermeister Andreas Geron umgeben von alten Eichen. Der Harterscheid sei der größte Waldstandort des Sinziger Stadtwaldes und einer der ältesten Laubholzforste in der Region. Weitere Wälder Sinzigs seinen auf dem Mühlenberg und dem Ziemert, insgesamt rund 900 Hektar. „Damit ist Sinzig der zweitgrößte Waldbesitzer im Forstamt Ahrweiler und der viertgrößte im Kreis“, so Braun vor den Kommunalpolitikern. In Rheinland-Pfalz liege die Barbarossastadt mit Platz 61 im oberen Segment.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war der Harterscheid im Gegensatz zu vielen anderen Wäldern noch ein intakter Laubwald. Die heutigen bis zu 280-jährigen Eichen-Buchen-Waldbestände werden seit mehr als 30 Jahren nach den Grundsätzen der Naturgemäßen Waldwirtschaft bewirtschaftet. Wobei die Hainbuchen laut Braun für die notwendige Beschattung sorgen, damit die Eichen an den Stämmen keine Wasserreißer bilden und somit hochwertiges Furnierholz mit dünnen Jahresringen entstehen könne.
Wald als Erholungsort
Der Sinziger Stadtwald besteht zu 48 Prozent aus Buchen, 24 Prozent Eichen, zehn Prozent sonstigen Laubbäumen, neun Prozent Kiefern, sieben Prozent Fichten, bei denen es seit 2018 starke Verluste durch Schädlinge gab, sowie je einem Prozent Douglasien und Lärchen. Geplante Nutzung und tatsächliche Nutzung des Holzes driften dabei auseinander, denn Braun betonte, das bewusst weniger Holz eingeschlagen werden, um dauerhaft einen gesunden Wald zu erhalten. Auch werde auf Naturverjüngung und Sukzession, also Veränderung der Artenzusammensetzung an einem bestimmten Ort im Laufe der Zeit, gesetzt. Alles dafür, dass der Sinziger Wald den Bürgern auch mit seiner sozialen Funktion als Erholungsort und seiner Schutzfunktion (Klima, Wasser, Biotop- und Artenschutz, Biodiversität und Bodenschutz) erhalten bleibt.
Dabei stellt sich der Forst dem Klimawandel durch ein Klimaangepasstes Waldmanagement. Dieses wird seit 2023 jährlich mit 79000 Euro gefördert. Dazu gehörte bislang die Markierung von rund 4100 Biotop-Altholz- Totholzbäumen sowie die Ausweisung von Stilllegungsflächen. Ein hohes Maß an biologischer Vielfalt sei für den Wald überlebenswichtig. Denn Wälder mit einer hohen Biodiversität sind gegenüber Störungen wie Extremwettereignissen, Borkenkäferbefall und Stürmen weniger anfällig. Sie könnten sich besser an sich ändernde Umweltbedingungen anpassen und blieben so auch zukünftigen Generationen erhalten. Da zeigte sich Braun im Vorfeld der Beratungen zum Forstwirtschaftsplan durch den Stadtrat optimistisch und sprach von einem guten Zustand des Sinziger Waldes.
So sind rund 28 Prozent, etwa 231 Hektar, des Sinziger Waldes älter als 120 Jahre, zehn Prozent sind älter als 160 Jahre. Zahlen, die Brauns Worte untermauern und positiv stimmen.
Das haben bei den jüngsten „Deutschen Waldtagen“ auch interessierte Sinziger aller Generationen von ihm erfahren. „Unser Wald ist ein struktur- und artenreiches Ökosystem. Er trägt zum Schutz von Klima, Wasser und Boden bei und ist Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Er bringt den Menschen in vielfältiger Weise Nutzen, sichert Arbeit und liefert den nachwachsenden Rohstoff Holz“, hatte Revierförster Stephan Braun die unterschiedlichen Funktionen des Waldes den Teilnehmern eines „Spazierganges“ erläutert.
Im Laufe der Geschichte haben sich übrigens die Ansprüche an den Wald immer wieder gewandelt. In der Römerzeit teilweise gerodet, war der Harterscheid in fränkischer Zeit Teil des ehemaligen Reichsgutes Sinzig und ist seit dem Mittelalter im Besitz der Stadt Sinzig. Er diente als Holzlieferant und war ein wichtiges Weidegebiet für die Schweineherden der Sinziger Bürger. Heute stammen die Spuren am Wegesrand von Wildschweinen.
GS
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