Politik | 06.09.2024, 11:03 Uhr

Traditionelle Waldbegehung des Sinziger Stadtrates mit Förster Stephan Braun

Auf dem Harterscheid stehen bis zu 280 Jahre alte Eichen

: Revierförster Stephan Braun (rechts) sprach inmitten von alten Eichen vor dem Sinziger Stadtrat auf dem Harterscheid über einen guten Zustand des Sinziger Stadtwaldes.  Foto: GS
155

Sinzig. „Hier im Harterscheid ist die Königsklasse des Sinziger Waldes.“ Das sagte Förster Stephan Braun bei der traditionellen Waldbegehung des Sinziger Stadtrates um Bürgermeister Andreas Geron umgeben von alten Eichen. Der Harterscheid sei der größte Waldstandort des Sinziger Stadtwaldes und einer der ältesten Laubholzforste in der Region. Weitere Wälder Sinzigs seinen auf dem Mühlenberg und dem Ziemert, insgesamt rund 900 Hektar. „Damit ist Sinzig der zweitgrößte Waldbesitzer im Forstamt Ahrweiler und der viertgrößte im Kreis“, so Braun vor den Kommunalpolitikern. In Rheinland-Pfalz liege die Barbarossastadt mit Platz 61 im oberen Segment.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war der Harterscheid im Gegensatz zu vielen anderen Wäldern noch ein intakter Laubwald. Die heutigen bis zu 280-jährigen Eichen-Buchen-Waldbestände werden seit mehr als 30 Jahren nach den Grundsätzen der Naturgemäßen Waldwirtschaft bewirtschaftet. Wobei die Hainbuchen laut Braun für die notwendige Beschattung sorgen, damit die Eichen an den Stämmen keine Wasserreißer bilden und somit hochwertiges Furnierholz mit dünnen Jahresringen entstehen könne.

Wald als Erholungsort

Der Sinziger Stadtwald besteht zu 48 Prozent aus Buchen, 24 Prozent Eichen, zehn Prozent sonstigen Laubbäumen, neun Prozent Kiefern, sieben Prozent Fichten, bei denen es seit 2018 starke Verluste durch Schädlinge gab, sowie je einem Prozent Douglasien und Lärchen. Geplante Nutzung und tatsächliche Nutzung des Holzes driften dabei auseinander, denn Braun betonte, das bewusst weniger Holz eingeschlagen werden, um dauerhaft einen gesunden Wald zu erhalten. Auch werde auf Naturverjüngung und Sukzession, also Veränderung der Artenzusammensetzung an einem bestimmten Ort im Laufe der Zeit, gesetzt. Alles dafür, dass der Sinziger Wald den Bürgern auch mit seiner sozialen Funktion als Erholungsort und seiner Schutzfunktion (Klima, Wasser, Biotop- und Artenschutz, Biodiversität und Bodenschutz) erhalten bleibt.

Dabei stellt sich der Forst dem Klimawandel durch ein Klimaangepasstes Waldmanagement. Dieses wird seit 2023 jährlich mit 79000 Euro gefördert. Dazu gehörte bislang die Markierung von rund 4100 Biotop-Altholz- Totholzbäumen sowie die Ausweisung von Stilllegungsflächen. Ein hohes Maß an biologischer Vielfalt sei für den Wald überlebenswichtig. Denn Wälder mit einer hohen Biodiversität sind gegenüber Störungen wie Extremwettereignissen, Borkenkäferbefall und Stürmen weniger anfällig. Sie könnten sich besser an sich ändernde Umweltbedingungen anpassen und blieben so auch zukünftigen Generationen erhalten. Da zeigte sich Braun im Vorfeld der Beratungen zum Forstwirtschaftsplan durch den Stadtrat optimistisch und sprach von einem guten Zustand des Sinziger Waldes.

So sind rund 28 Prozent, etwa 231 Hektar, des Sinziger Waldes älter als 120 Jahre, zehn Prozent sind älter als 160 Jahre. Zahlen, die Brauns Worte untermauern und positiv stimmen.

Das haben bei den jüngsten „Deutschen Waldtagen“ auch interessierte Sinziger aller Generationen von ihm erfahren. „Unser Wald ist ein struktur- und artenreiches Ökosystem. Er trägt zum Schutz von Klima, Wasser und Boden bei und ist Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Er bringt den Menschen in vielfältiger Weise Nutzen, sichert Arbeit und liefert den nachwachsenden Rohstoff Holz“, hatte Revierförster Stephan Braun die unterschiedlichen Funktionen des Waldes den Teilnehmern eines „Spazierganges“ erläutert.

Im Laufe der Geschichte haben sich übrigens die Ansprüche an den Wald immer wieder gewandelt. In der Römerzeit teilweise gerodet, war der Harterscheid in fränkischer Zeit Teil des ehemaligen Reichsgutes Sinzig und ist seit dem Mittelalter im Besitz der Stadt Sinzig. Er diente als Holzlieferant und war ein wichtiges Weidegebiet für die Schweineherden der Sinziger Bürger. Heute stammen die Spuren am Wegesrand von Wildschweinen.

GS

: Revierförster Stephan Braun (rechts) sprach inmitten von alten Eichen vor dem Sinziger Stadtrat auf dem Harterscheid über einen guten Zustand des Sinziger Stadtwaldes. Foto: GS

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Empfohlene Artikel
Die Ahrtal-Werke legten dem Stadtrat von Bad Neuenahr-Ahrweiler für 2025 eine Jahresbilanz von 85,4 Millionen Euro vor.  Foto: GS
135

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Ahrtal-Werke um die Geschäftsführung mit Dominik Neswadba und Thomas Hoppenz sind weiter auf gutem Kurs. Daher folgte der Stadtrat von Bad Neuenahr-Ahrweiler am Montagabend dem Aufsichtsrat des kommunalen Energieversorgers und stimmte dem vorgelegten Jahresabschluss 2025 einstimmig zu. Das Gremium beauftragte Bürgermeister Pascal Rowald, in der Gesellschafterversammlung dem Jahresabschluss der Ahrtal-Werke für das 2025 zuzustimmen und den Aufsichtsrat zu entlasten.

Weiterlesen

Die Einrichtung einer IGS an der Regionalen Schule Brohltal wurde bereits im März vom Kreistag abgelehnt. Jetzt scheiterte auch ein FWG-Antrag auf eine neue neutrale Untersuchung der Schülerzahlen im Kreis Ahrweiler.  Foto: GS
142

Kreis Ahrweiler. Im März hat der Kreistag von Ahrweiler den Antrag der Freien Wähler auf Einrichtung einer Integrierten Gesamtschule (IGS) an der Regionalen Schule Brohltal in Niederzissen abgelehnt. Dies unter anderem mit der Begründung des beratenden „biRegio“-Planungsbüros in schulpolitischen Entscheidungen, dass „eine „IGS Niederzissen die IGS Remagen empfindlich tangieren würde“.

Weiterlesen

Bildergalerien
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Dauerauftrag 2026
Titelanzeige Remagen
Martinsmarkt Adendorf
Kleiderstube
Stellenanzeige staatl. anerkannte Erzieher / päd. Fachkräfte
Weitere Artikel
50 ehrenamtlichen Ordnern
577

Koblenz. Angeführt von Alexandra Susenburger und ihrem Hengst Cartujano zogen erneut rund 2.000 Teilnehmende vom Münzplatz durch die Straßen und Gassen der Koblenzer Altstadt zum Deutschen Eck. Musikalisch unterstützt wurde der Zug durch die Musikvereine von Löf und Rhens und dem Posaunenchor des Evangelischen Gemeindeverbandes.

Von "Unsere Altstadt" aus Koblenz

Weiterlesen

In Brogsitters Gasthaus Sanct Peter wurden die besten Ahrweine des Jahres 2026 ausgezeichnet.
1881

Siegerweine zeigen die außergewöhnliche Klasse an der Ahr

Ahrweine des Jahres 2026 ausgezeichnet

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Zum 16. Mal zeichnete der Weinpreis „Ahrwein des Jahres“ die besten Weine des Anbaugebiets Ahr aus. Insgesamt 97 Weine wurden in diesem Jahr in sechs Kategorien bewertet. Die Preisverleihung fand in Brogsitters Gasthaus St. Peter in Walporzheim statt, wo Winzerinnen, Winzer und Weinfachleute zusammenkamen, um die Siegerweine zu würdigen.

Von Barbara Knieps aus Bad Neuenahr-Ahrweiler

Weiterlesen

Heribert Bersch
302

Andernach. Heute waren unsere Husarenmädchen zum gemütlichen Jahresabschluss im @stammbaum_andernach zu Gast. Bei leckerem Döppekuchen, guten Gesprächen, jeder Menge Lachen und ganz viel Spaß haben die Mädels gemeinsam ein paar schöne Stunden verbracht.

Von Heribert Bersch aus Andernach

Weiterlesen