Ein neues Konzept soll außerdem Schulwege in Bad Neuenahr sicherer machen
Bad Neuenahr-Ahrweiler: Eltern-Taxis stressen Kinder
Bad Neuenahr. Mehr Sicherheit rund um die Grundschule Bad Neuenahr nebst Mehrgenerationenhaus sowie zwei Kindertagesstätten. Das ist das Ziel eines neuen Verkehrskonzeptes im Generationenquartier Bad Neuenahr. Dies auf Basis von Analysen Stadt und Polizei sowie Befragungen von über betroffene Einrichtungen, Anliegern, Eltern und auch Grundschulkindern. Und, wie Bürgermeister Guido Orthen betonte, „es gilt die Offenheit des Lernens“. Soll heißen, nichts ist in Stein gemeißelt, wenn nachgebessert werden muss, dann wird das auch geschehen. Außerdem soll das Projekt Schulwegpläne auch für die Umgebung der Grundschulen in Ahrweiler und Heimersheim umgesetzt werden. Denn die Probleme dürften identisch sein und die Antworten der Schulkinder denen ihrer befragten Kameraden in Bad Neuenahr gleichen: „Zu schnelle Autos, zu viel Verkehr und zu viele Eltern-Taxis.“
In einem ersten Schritt hat der Stadtrat einstimmig die (Neu-)Ordnung der Verkehrsführung im Bereich der Wolfgang-Müller-Straße, Weststraße, Georg-Kreuzberg-Straße, Hemmesser Straße und Edith-Stein-Straße beschlossen und die Verwaltung beauftragt, diese im weiteren Planungsprozess im Rahmen des Wiederaufbaus der zuvor genannten Straßen zu berücksichtigen. Und wie das am Ende aussehen kann, darauf gibt es schon seit zwei Wochen einen Vorgeschmack mit Einbahnlösungen, die wegen der Einrichtung von Klassencontainern parallel zur Grundschule schon einmal eingerichtet wurden.
Konkret sieht die künftige Verkehrsführung unter anderem Folgendes vor: Die Hemmesser Straße wird Fahrradstraße, soll heißen, Fahrräder haben Vorrang. Für den motorisierten Verkehr gilt eine Einbahnregelung in Richtung Weststraße. Für diese gilt von der Hemmesser Straße bis zur Wolfgang-Müller-Straße ebenfalls eine Einbahnlösung und auch auf fast alle weiteren Straßen im Quartier geht es dann nur noch in die eine oder andere Richtung.
Vor der Turnhalle an der Weststraße soll es zudem eine Hol- und Bring-Zone geben. Gleiches ist an der Oberstraße auf der südlichen Ahrseite vorgesehen, wenn es wieder eine Maria-Hilf-Brücke gibt. Zusätzlich gibt es etliche Prüfaufträge: So wird unter anderem im südlichen Abschnitt der Hemmesser Straße wird auf Höhe des Schulgeländes die Einrichtung einer sog. „Schulstraße“ angestrebt (durch Beschilderung und technische Maßnahmen), damit diese während noch festzulegender Zeiträume (Schulbeginn, Schulschluss Regelbetrieb, Schulschluss Ganztagsbetrieb) vollständig für den Kfz-Verkehr gesperrt werden kann. Ausnahmeregelungen zur Sicherstellung der Erreichbarkeit der dort befindlichen Arztpraxis sind zu prüfen.
Das sagen die Ratsmitglieder
Ein Konzept, das durch die Bank im Rat auf positive Resonanz stieß. So sagte Pascal Rowald für die CDU: „Die vorgesehenen Hol- und Bring-Zonen können dazu beitragen, die sogenannte Elterntaxi-Problematik im direkten Schulumfeld zu entschärfen und das unkontrollierte Halten und Parken zu reduzieren. Dadurch wird der Bereich vor der Schule insgesamt sicherer und übersichtlicher.“ Für Regina Eckert (FWG) war wichtig, „dass die Maßnahmen alltagstauglich bleiben und der Prüfauftrag zur Schulstraße mit Augenmaß verfolgt wird.“ Werner Kasel betonte für die SPD-Fraktion die Wichtigkeit des „Beibehaltens der Ampelanlage“ an der Sebastianstraße zur Hemmesser Straße für die Schulwegsicherheit. Und Christoph Scheuer unterstrich die Vielfalt der Möglichkeiten, „Straßen an die heutigen Verhältnisse und Bedürfnisse zur Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer“ anzupassen. Und Bürgermeister Guido Orthen wünscht sich durch weniger Eltern-Taxis eine Steigerung der Eigenverantwortung der Schulkinder. GS
