Geschafft: Verbandsgemeinderat Altenahr verabschiedet Haushalt 2026
Bündnis 90/Die Grünen blicken trotz Defizits positiv in die Zukunft
VG Altenahr. In seiner letzten Sitzung des Jahres hat der Verbandsgemeinderat Altenahr den Haushalt für das Jahr 2026 einstimmig verabschiedet.
Dieser ist weiterhin stark vom Wiederaufbau geprägt und weist mittlerweile ein erhebliches Defizit auf, das die Verwaltung vor große Herausforderungen stellt.
Besonders die Personalkosten, die nicht vollständig aus dem Wiederaufbaufonds übernommen werden, schlagen mit rund 600.000 Euro stark zu Buche.
Bündnis 90/Die Grünen werden sich bei den Mandatsträgerinnen und Mandatsträgern im Bund und im Land dafür einsetzen, dass auch diese Kosten künftig durch den Wiederaufbaufonds getragen werden.
Erfreulich ist, dass es bei den Schulen und Feuerwehrgerätehäusern endlich vorangeht und der Übergang von der Planungs- in die Ausführungsphase erfolgt ist und erste Baufortschritte sichtbar werden. Die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an Entscheidungsprozessen ist erfolgreich gestartet, und die Realschule plus strebt die Umwandlung zur Ganztagsschule an, was die grüne Ratsfraktion ausdrücklich begrüßt. Eine Ganztagsschule bietet Eltern Planungssicherheit und trägt wesentlich zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei.
Anders stellt sich die Situation beim Hochwasserschutz dar: Zwar steht die Gründung des Hochwasserzweckverbandes an, doch der Wasserrückhalt durch technische Lösungen lässt weiterhin auf sich warten. Da hiervon insbesondere Gewässer 3. Ordnung mit Priorität 2 bis 3 betroffen sind, plädieren Bündnis 90/Die Grünen dafür, verstärkt Maßnahmen wie Wasserrückhalt im Wald durch sogenannte „Leaky Dams“ und andere naturnahe Verfahren umzusetzen. In den regenreichen Midlands in Großbritannien werden diese bereits erfolgreich eingesetzt. Sie bieten eine reale Chance auf Schutz und sind oft schneller sowie kostengünstiger umzusetzen als große Ingenieurbauwerke mit aufwändigen Planungen und langen Verwaltungswegen. Auch die Stadt Rheinbach hat mit solchen Maßnahmen begonnen.
Vor allem mit Blick auf den Bau der A1 wird sich die Hochwassersituation bei Starkregenereignissen weiter verschärfen. Auf ihrer gesamten Länge von rund zehn Kilometern wird dieses Autobahnteilstück in die Ahr entwässern.
Die Pflichtaufgaben der Feuerwehren werden trotz der angespannten finanziellen Situation nicht vernachlässigt. Neben den Gerätehäusern in Rech, Mayschoss, Altenahr, Kreuzberg und Liers, die über den Wiederaufbaufonds gesichert sind, erhalten auch Kesseling und Lind neue Gerätehäuser.
Auch im Bereich Tourismus sieht man sich durch die Wiederinbetriebnahme der Ahrtalbahn und die Zusammenarbeit mit dem Ahrtal-Tourismus gut aufgestellt. Einziges Manko bleiben die fehlenden Fortschritte beim Radwegenetz, das für die Tourismusregion von zentraler Bedeutung ist.
Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen dankte Bürgermeister Gieler, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung sowie den anderen Fraktionen für die gute Zusammenarbeit, was in politisch herausfordernden Zeiten wie diesen nicht mehr selbstverständlich ist.
Pressemitteilung
Bündnis 90/Die Grünen
VG Altenahr
