Politik | 20.03.2025

CDU-Fraktion fordert Klage gegen Bund und Land wegen Verletzung des Konnexitätsprinzips

Ernst Knopp. Foto: privat

Koblenz. Die CDU-Stadtratsfraktion Koblenz macht ernst: In einem aktuellen Antrag fordert sie die Stadtverwaltung auf, rechtliche Schritte gegen das Land Rheinland-Pfalz und den Bund einzuleiten. Hintergrund ist die anhaltende Verletzung des Konnexitätsprinzips, das Bund und Länder verpflichtet, finanzielle Mittel für Aufgaben bereitzustellen, die sie den Kommunen übertragen.

Das Konnexitätsprinzipund seine Missachtung

Das Konnexitätsprinzip ist in Artikel 49 Absatz 5 der Landesverfassung Rheinland-Pfalz sowie im Grundgesetz (Artikel 104a GG) verankert. Es stellt sicher, dass Kommunen für Aufgaben, die ihnen von Bund oder Land übertragen werden, auch die notwendigen finanziellen Mittel erhalten. In der Praxis geschieht jedoch oft das Gegenteil: Neue Verpflichtungen werden auf die Städte abgewälzt, während die entsprechende Finanzierung ausbleibt. Diese systematische Missachtung des Konnexitätsprinzips hat zur Folge, dass Kommunen wie Koblenz gezwungen sind, aus eigener Kraft Wege zu finden, um ihre gesetzlichen Aufgaben zu erfüllen – meist zulasten der Bürgerinnen und Bürger.

Finanzielle Mehrbelastungder Stadt Koblenz

Die CDU-Fraktion sieht eine deutliche Schieflage in der Finanzierung kommunaler Pflichtaufgaben. „Wir können nicht länger hinnehmen, dass Bund und Land immer neue Aufgaben an die Kommunen delegieren, ohne für eine auskömmliche Finanzierung zu sorgen“, betont der Fraktionsvorsitzende Stephan Otto. „Das belastet den städtischen Haushalt erheblich und gefährdet langfristig unsere kommunale Selbstverwaltung.“

Zu den strittigen Punkten zählen unter anderem die Kosten für den Ausbau der Kitas, die Unterbringung von Geflüchteten, die Schulsozialarbeit sowie die Digitalisierung der Schulen. Zudem wurde der öffentliche Nahverkehr als Pflichtaufgabe deklariert, ohne ausreichende Zuschüsse bereitzustellen.

Folgen für die Bürger: Steuererhöhungen durch die ADD

Die finanziellen Engpässe, die durch die unzureichende Finanzierung entstehen, haben für die Bürgerinnen und Bürger direkte Konsequenzen. Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) als übergeordnete Behörde fordert in vielen Fällen Steuererhöhungen, um Haushaltsdefizite auszugleichen. „Es kann nicht sein, dass die Stadt Koblenz für Aufgaben aufkommen muss, die eigentlich von Land oder Bund finanziert werden müssten, und dann von der ADD noch gezwungen wird, Steuern anzuheben“, kritisiert Ernst Knopp, stellvertretender Fraktionsvorsitzender. „Diese Politik geht auf Kosten der Bürger und ist nicht länger hinnehmbar.“ Die CDU-Fraktion warnt davor, dass diese Entwicklung langfristig die finanzielle Handlungsfähigkeit der Stadt massiv einschränken könnte. Steuererhöhungen würden nicht nur private Haushalte belasten, sondern auch Unternehmen abschrecken und die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt hemmen.

Klage als letztes Mittel

Nach Ansicht der CDU-Fraktion ist die Klage eine notwendige Maßnahme, um eine gerechte Finanzierung zu erzwingen. „Wir haben wiederholt auf diese Problematik hingewiesen, doch unsere Mahnungen wurden ignoriert“, erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Ernst Knopp. „Wenn Koblenz nicht auf Jahrzehnte finanziell ausbluten soll, müssen wir diesen Schritt gehen.“

Die CDU-Fraktion beantragt, dass die Stadtverwaltung unverzüglich eine rechtliche Prüfung durchführt und entsprechende Klagen einreicht. Ziel ist es, eine auskömmliche Finanzierung der kommunalen Pflichtaufgaben sicherzustellen und eine nachhaltige Entlastung des städtischen Haushalts zu erreichen.

Pressemitteilung

CDU-Ratsfraktion Koblenz

Ernst Knopp. Foto: privat

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Kleinanzeige Zaunbau
Titelanzeige Filiale Andernach
First Friday Anzeige Juli
Rückseite
Kirschbaumfest Oberlützingen
Anzeige KW 31
Kirschbaumfest Oberlützingen
Dorffest in Bengen, 07. –  09.08.2026
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel
Symbolbild.
495

Bürgerbeschwerden werden ernstgenommen

Polizei Andernach nimmt E-Scooter-Fahrer in den Fokus

Andernach. In der vergangenen Woche führte die Polizei Andernach verstärkte Kontrollen von E-Scootern in der Innenstadt und dem umliegenden Gebiet durch. Bereits zuvor angekündigt, fanden diese Maßnahmen in der Fußgängerzone statt, um die Einhaltung der Verkehrsregeln sicherzustellen.

Weiterlesen

Die Bäckerei J. Heinzen, ein aktuelles Porträt des ehemaligen Bäckermeisters Manfred Kalt und die Andernacher Hochstraße mit dem Schild der Bäckerei Kalt.
258

Andernach. Wenn Manfred Kalt von seiner Bäckerei erzählt, spricht er nicht zuerst über Maschinen, Arbeitszeiten oder Umsätze. Er spricht über Menschen. Über seinen Vater, bei dem alles begann. Über seinen Schwiegervater, dem er bis heute dankbar ist. Und vor allem über seine Frau Annemarie, mit der er die Bäckerei Kalt in Andernach zu einem gemeinsamen Lebenswerk machte.

Von Dilara Köksal aus Andernach

Weiterlesen

Die Luftaufnahme zeigt: Die Wasserleitung (blau) liegt im Bereich einer Fahrbahn, das Stahlschutzrohr muss für die Aufschüttung der Bahndämme verlängert werden (gelb). Im gleichen Zug werden die alten Kabel für die Straßenbeleuchtung (türkis) erneuert
556

„La-Porte-Unterführung“ wird dauerhaft geschlossen

05.08.: Stadtzufahrt nach Neuwied wird gesperrt

Neuwied. In Neuwied stehen die Stadtwerke Neuwied (SWN) vor der Aufgabe, die Stahlschutzrohre der Wasserleitung im Bereich der La-Porte-Unterführung zu verlängern. Die Stadt hat bereits ab dem 5. August eine Verkehrssperrung veranlasst und die notwendigen Umleitungsbeschilderungen eingerichtet. Diese Maßnahme ist notwendig, da die La-Porte-Unterführung dauerhaft geschlossen wird und der Bahndamm komplett aufgeschüttet werden soll.

Weiterlesen