Politik | 11.04.2019, 08:19 Uhr

Bürgermeister Andreas Geron beantwortet Fragen zur Baustellensituation in Sinzig

„Den Ärger kann ich nachvollziehen“

Andreas Geron. Foto: C. Geron
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Sinzig. Der Bürgermeister der Stadt Sinzig, Andreas Geron, hat Verständnis für den Ärger der Bürger. Im Interview mit BLICk aktuell beantwortet er wichtige Fragen zu den gegenwärtigen Baumaßnahmen.

BLICK aktuell: Warum gibt es über die Bauarbeiten nur spärliche Informationen?

Andreas Geron: Über die Bauarbeiten bzw. den Beginn der städtischen Bauarbeiten ist auf der Homepage der Stadt hingewiesen worden. Eine Pressemitteilung wurde in der 13. Kalenderwoche im städtischen Amtsblatt veröffentlicht. Auch auf Facebook sind Informationen am 25. März eingestellt worden. Zusätzlich wurde und wird darauf hingewiesen, dass für Rückfragen die Mitarbeiter des Ordnungsamtes sowie des Bauamtes zur Verfügung stehen. Jeder Interessierte kann sich weitere Informationen bei der Stadt einholen, telefonisch, per Mail oder in einem persönlichen Gespräch.

BLICK aktuell: Die neue Verkehrsführung sorgt für Ärger bei den Verkehrsteilnehmern: Wie kann man entgegenwirken?

Geron: Bei der Verkehrsführung sind Interessen von vielen Beteiligten zu berücksichtigen. Die Baustellen ragen in den öffentlichen Verkehrsraum und der öffentliche Personennahverkehr benötigt entsprechende Flächen. Um den Bahnhof weiter für alle Fahrgäste erreichbar zu machen, bedurfte es der Einrichtung eines Kreisverkehrs über Rheinallee, Eisenbahnstraße und Lindenstraße. Generell gilt: Bauarbeiten im öffentlichen Bereich sorgen regelmäßig für Staus an sonst unproblematischen Stellen. Da stellt Sinzig keinen Einzelfall dar.

Den Ärger kann ich nachvollziehen. Würde der Bahnsteig aber nicht erhöht, der Kreisverkehr an der Linde nicht gebaut oder die barrierefreie Unterführung nicht in Angriff genommen, wäre die Kritik sicherlich deutlich größer. 25 Jahre war ich als Pendler unterwegs. Ich weiß, was es bedeutet, am Vormittag keinen sicheren Parkplatz erreichen zu können, wenn man auf die Bahn angewiesen ist. Baustellenbedingte Nutzungen von Parkflächen lassen sich aber leider nicht vermeiden, um einen zügigen Baufortschritt zu realisieren. Ich arbeite an Möglichkeiten, die Parksituation zu entschärfen.

BLICK aktuell: Warum konnten die Bauarbeiten nicht sorgfältiger koordiniert werden?

Geron: In räumlicher Nähe finden zeitübergreifend drei Großbaumaßnahmen von jeweils verschiedenen Trägern statt (Land Rheinland-Pfalz; Deutsche Bahn; Stadt Sinzig). Alle Träger mussten ihre Zeitpläne aus verschiedenen Gründen modifizieren. Jeder Träger ist dabei eigenen Haushaltsvorgaben unterworfen. Es sind eigenständige Vergabeprozesse und deren Folgen abzuwickeln. Hinzu kommt, dass die Baumaßnahmen von Land und Stadt über mehrere Monate angesetzt sind und sich dann bei Verzögerungen auch Überschneidungen ergeben. Dass es bei einer Zeitspanne von 15 Monaten für alle drei Projekte zu einer Überschneidung von etwas mehr als einem Monat kommt, war nicht zu vermeiden. Bei der Deutschen Bahn treten bahninterne komplizierte und zeitaufwändige Abstimmungen mit dem Eisenbahnbundesamt hinzu. Deshalb ist es trotz sorgfältiger Planung nicht möglich, derartige Großbaumaßnahmen so perfekt aufeinander abzustimmen, dass für die Bevölkerung kaum spürbare (Verkehrs-) Belastungen zu erwarten sind.

BLICK aktuell: Verzögert sich die Fertigstellung des Kreisels an der Linde?

Geron: Nein. Nach unserer Kenntnis soll noch im Laufe des Monats April der Fertiger die endgültige Straßenschicht herstellen. Insofern könnte, wenn alles planmäßig verläuft, die Baustelle „Kreisel an der Linde“ durchaus bereits im Mai aufgelöst werden.

Andreas Geron. Foto: C. Geron

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