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Am kommenden Freitag erfolgt der Abriss des Kühlturms des Atomkraftwerks Mülheim-Kärlich

Der Kühlturm ist ab Freitag Geschichte

Die verbliebenen 80 Meter des einst 162 Meter hohen Bauwerks sollen kontrolliert zum Einsturz gebracht werden

05.08.2019 - 08:27

Mülheim-Kärlich. „Gezielter kollabierter Zusammenbruch“, so lautet das Verfahren, mit dem am Freitag der Kühlturm des ehemaligen Kraftwerks von der Bildfläche verschwinden soll. Das einst 162 Meter hohe Bauwerk wurde in den letzten Monaten mit einem speziellen Abbruchgerät auf 80 Meter reduziert. Nachdem die Phase I des Abbruchs zwischenzeitlich abgeschlossen ist, laufen seit Mitte Juli die Vorbereitungen für die Phase II. Im Rahmen eines Informationsabends informierte nun das RWE über weitere Details der Arbeiten. Rund 110 interessierte Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung in den großen Ratssaal der Verbandsgemeinde Weißenthurm gefolgt und erfuhren Neuigkeiten aus erster Hand.

Olaf Day, der Projektleiter der RWE Power AG, erläuterte zunächst, weshalb die Abbruch-Arbeiten mit dem Abriss-Robotor Mitte Mai eingestellt wurden und somit die Notwendigkeit einer zweiten Stufe erforderlich sei. „Der weitere Einsatz des Abbruchroboters war aufgrund der zunehmenden Wandstärke und der zunehmenden Neigung der Kühlturmschale nicht mehr sinnvoll und technisch schwer möglich“, so Olaf Day. In der vorhandenen Baugenehmigung war der Wechsel der Abriss-Methode daher bereits vorgesehen. Auch wenn die Verfahren von Phase I und II unterschiedlich sind, so haben sie eines gemeinsam: Die Arbeiten werden in der wichtigen Phase automatisiert und damit mannlos durch einen ferngesteuerten Bagger per Videoüberwachung ausgeführt. Die ausführenden Mitarbeiter befinden sich in einem gesicherten Bereich. Das Thema Sicherheit wurde und wird beim Abbruch des Kraftwerks somit weiterhin von großer Bedeutung sein. Deutlich wird dies auch durch das Sicherheitskonzept für die Phase II. Alle erforderlichen Stellen und Organisationen wurden frühzeitig informiert und in das Vorhaben eingebunden. Ein vermessungstechnisches Monitoring am Restbauwerk überwacht den Abbruchprozess und ermöglicht eine Online-Nachvollziehbarkeit.


Thema Sicherheit ist von hoher Bedeutung



ist von hoher Bedeutung


Den Teilnehmern der Informationsveranstaltung konnte daher auch eine grafische Dokumentation gezeigt werden, wie das Bauwerk zu Fall kommen soll. Damit der 80 Meter hohe Turm nach innen und nicht zu den Seiten kippt, wurden in den letzten Tagen an exakt definierten Stellen diagonale und horizontale Schlitze angebracht. Vereinfacht ausgedrückt kennt man dies auch vom Baumfällen: Auch hier kann man mit Schnitten die Fallrichtung festsetzen. Beim Kühlturm wurden die derzeit auch gut sichtbaren Schlitze so angebracht, dass der Turm in sich zusammenfällt.

Nach dem gezielten Schwächen der Kühlturmschale erfolgt nun in der heißen Phase des Abbruchs das gezielte Beseitigen der Säulen im unteren Bereich des Bauwerks durch das automatisierte ferngesteuerte Abbruchgerät. Da die 12 Meter hohen Säulen einen Durchmesser von ca. 80 Zentimeter qualitativ hochwertigen Betonstahls haben, werden diese Arbeiten einige Zeit in Anspruch nehmen. Für eine Säule benötigt das Abbruchgerät ca. 15 Minuten. Ein Versuch, ob das Außerfunktionsetzen der Stützen möglich ist, wurde erfolgreich gemacht, so dass den finalen Arbeiten nichts im Wege steht. Diese sollen am kommenden Freitag, 9. August, erfolgen.

Natürlich interessierte die Teilnehmer der Informationsveranstaltung, ob es eine feste Uhrzeit für den Zusammenbruch gebe. Diese konnte der zuständige Mitarbeiter des RWE jedoch nicht mitteilen. Sollte es – widererwartend – am Freitag zu starkem Sturm kommen, könnte sich die Aktion auch verschieben. Durch das Bauwerksmonitoring kann jedoch am Abbruchtag exakt kontrolliert werden, wie sich das Bauwerk nach dem Entfernen der Stützen bewegt. Ob der Einsturz um 15, 17 oder erst um 19 Uhr erfolgt, kann aber nicht vorhergesagt werden.

Zwischen 12.000 und 15.000 Tonnen Material werden nach dem „kontrollierten Kollaps“ zu Boden stürzen. Natürlich interessierte es die Anwesenden, welche Erschütterungen der Einsturz verursacht. Wie stark die Erschütterungen sind, hängt von der Entfernung ab. Das Sicherheitskonzept beinhaltet einen Kreis, den man nicht betreten darf. Weiter weg sollen die Erschütterungen kaum spürbar sein, so der Experte des RWE. Auf Nachfrage wurde mitgeteilt, dass Beweissicherungen an Gebäuden nur in einem Teilbereich des Weißenthurmer Gewerbegebietes „Hafenstraße“ und der Kapelle „Am guten Mann“ vorgesehen sind. Mit eventuellen Gebäuderissen in weiter entfernten Bereichen wird nicht gerechnet.


Staubbelastung nicht ausgeschlossen



nicht ausgeschlossen


Doch tritt am 9. August auch alles so ein, wie es geplant ist? Mit Hilfe der statischen Berechnungen und einer entsprechenden Simulation ist man guter Dinge, dass dies so sein wird. Eine Staubbelastung für das nähere Umfeld des Kraftwerks kann natürlich nicht ausgeschlossen, auch wenn das Fallbett gut vorbereitet ist. Mit Beregnungsanlagen und Schneekanonen sowie dem bereits vorhandenen Sicherheitswall soll diese auf ein Minimum reduziert werden. „Am liebsten wäre uns natürlich etwas Regen, aber keinen Sturm“, berichtete der Projektleiter der RWE Power AG Olaf Day am Ende seiner Ausführungen.

Mit dem Einsturz des Turmes wird der Kühlturm noch nicht ganz verschwunden sein: Aus der grafischen Simulation wurde deutlich, dass noch ein Kranz von Stützen stehen bleiben wird, der jedoch umgehend von konventionellen Abbruchgerät beseitigt werden soll.

Und wie geht es nach dem Abbruch des Kühlturms mit dem Kraftwerksgelände weiter? Bekanntlich wurde für die Nachfolgenutzung ein Bebauungsplan aufgestellt. Es entsteht somit keine „grüne Wiese“, sondern ein industriell und gewerblich genutzter Bereich. Aktuell beschäftigt das RWE noch rund 40 Mitarbeiter am Standort, hinzu kommen rund 60 externe Kräfte. Durch die gewerbliche Nachnutzung des Areals ist man auch bei der Stadt und der Verbandsgemeinde guter Dinge, in dem Bereich Ersatz-Arbeitsplätze zu erhalten. Teile des Geländes sind bereits veräußert; die Vermarktung der Restflächen macht gute Fortschritte. Auch die weiteren Aufbauten des Kraftwerks werden in weiteren Schritten beseitigt. Der hohe Abluftturm wird voraussichtlich Mitte des nächsten Jahrzehnts beseitigt.

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Kommentare
juergen mueller:
Ja - das Ordnungsamt ist viel mehr als nur "Knöllchen". Dafür braucht es auf dem Foto keiner mediengeiler politischer Vertreter, die keinen Anlaß auslassen, mit ihrer gestellten Anwesenheit darauf hinzuweisen, dass ohne sie nichts geht - ein Trugschluß, den noch nicht jeder begriffen hat. Man sonnt sich halt bei jeder Gelegenheit in Situationen, die anscheinend ohne künstlich politisch inszenierte Sonneneinstrahlung offensichtlich verblassen würden. Und die Farbe offenbart es dann doch - man bleibt halt "blass".
juergen mueller:
Wenn einem die Felle davon schwimmen, dann greift man halt nach etwas, was man mit seiner (un)sozialen Einstellung Jahrzehnte ganz einfach wissentlich ignoriert hat. Seit wann interessiert die SPD-Fraktion unter dem Fraktionsvorsitz von Lipinski-Naumann MENSCHEN mit niedrigen/mittleren Einkommen? Bisher konnten mit deren unverhohlenen Zustimmung Investoren ohne Rücksicht auf eine "soziale Quote" bauen auf Teufel komm raus. Diese plötzliche vermeintlich soziale Kehrtwende stinkt nur noch. Das einzig sinnvolle Instrument war bisher nur das, dessen Töne in den eigenen Kram passten. Diese Schleimer- u.Anbieterei um Wählerstimmen ist nur noch erbärmlich.
Marcel Iseke:
Die "jetzigen gefährlichen Einfahrten" sind dann nicht mehr gefährlich? Der Radweg muss einfach komplett freigegeben werden, für die Sicherheit unserer Fahrradfahrer, der Reduzierung des PKW Verkehrs, mehr Bewegung im Alltag, CO2 Reduktion und und und. Keine halben Sachen!!
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