Politik | 28.09.2018, 16:45 Uhr

Koblenz soll „Fahrradstadt“ werden

„Die Straßen sind nicht nur für Autos da“

Koblenz. Beim dritten Fahrradtag in Koblenz wurde wieder einmal von vielen Koblenzern deutlich der Wunsch nach einer fahrradfreundlicheren Stadt geäußert. Aus Politik und Verwaltung heißt es schon länger, Koblenz solle eine „Fahrradstadt“ werden.

Im Rahmen des Fahrradtags wurden Maßnahmen der Stadt genannt, die konkret die Situation für den Radverkehr verbessern sollen, unter anderem Rad-Piktogramme auf einigen Straßen und neue Parkständer in der Innenstadt.

Für die Koblenzer Grünen ist diese Maßnahmenliste jedoch nur ein zaghafter Anfang. Gregor Max Höblich, Vorstandssprecher von Bündnis 90/Die Grünen in Koblenz, fordert ein konsequentes Umdenken: „Der vom Stadtrat beschlossene Verkehrsentwicklungsplan weist den Weg. Dieser Plan ist nicht für Sonntagsreden erstellt worden, sondern zur Umsetzung. Damit muss die Vernachlässigung des Radverkehrs in Koblenz ein Ende haben. Mit ein paar Rad-Piktogrammen werden wir nicht zur fahrradfreundlichen Stadt!“

Die Koblenzer Grünen setzen sich schon seit Monaten dafür ein, die neue Pfaffendorfer Brücke zukunftsgerecht für den Fuß- und Radverkehr zu planen. Neben diesem Großprojekt soll aus Sicht der Grünen Mobilität überall in der Stadt umfassender gedacht werden. „Die Straßen sind nicht nur für Autos da“, ergänzt Höblich, „Wenn wir ein durchgängiges Radwegenetz in Koblenz wollen, müssen wir überall anpacken: bei Markierungen und Beschilderungen, bei den Ampelschaltungen und vor allem bei baulichen Maßnahmen. Bei Straßenneu- und -ausbauten muss der Radverkehr immer mit eingeplant werden.“

Die Grünen sehen schon in kleinen Maßnahmen die Chance, einige signifikante Verbesserungen für den Radverkehr in Koblenz zu erreichen, wenn sie konsequent umgesetzt werden: Fahrradstraßen (z. B. am Peter-Altmeier-Ufer und in der Schlossstraße); mehr Radwege oder Schutzstreifen (z. B. in der Mainzer Straße und der Hohenzollernstraße); vorgezogene Halteflächen an den Ampeln zur Sicherheit der Radfahrer (z. B. an der Kreuzung Hohenfelder Straße/Weißer Gasse); die Öffnung von Einbahnstraßen; mehr Geschwindigkeitskontrollen, die Prüfung von nicht klassifizierten Straßen als Tempo-30-Zonen (z. B. in der Oberen Löhrstraße); die Verbesserung der Radwegebeschilderung (z. B. in Richtung Bassenheim, wo der Bahntrassenradweg zeitnah ausgebaut wird); ein Konzept für den Bahnhofsvorplatz, das den Radverkehr aus den Konfliktbereichen mit Fußgänger und Autos herausbringt und die Linienbusse aus dem Stau des Parksuchverkehrs heraushält; die Prüfung von Fördermöglichkeiten zur Beschaffung städtischer Lastenräder.

Mittelfristig muss sich Koblenz aus Sicht der Grünen strukturell und ideell umstellen, wenn der Wunsch nach einer „Fahrradstadt Koblenz“ ernst gemeint ist. Höblich fordert hierzu: „Die Radverkehrsplanung in der Verwaltung muss finanziell und personell gestärkt werden. Und wenn die Straßenräume Platz für den Fuß- und Radverkehr bieten sollen, muss auch mal der Rückbau von Fahrspuren oder Parkplätzen gewagt werden.“ Pressemitteilung

Bündnis 90/Die Grünen

Stadtverband Koblenz

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