Politik | 12.05.2023, 12:19 Uhr

Leserbrief zu „BLICKwinkel – Pro und Contra im Fokus: Rückkehr des Wolfes: Segen für die Natur oder Sicherheitsrisiko?“ in BLICK aktuell 18/23

„Ein Sicherheitsrisiko ist der Mensch für den Wolf, und nicht umgekehrt“

Natürlich ist der Wolf so wie jedes andere Tier auf dieser Erde, das noch nicht vom Menschen ausgerottet wurde, ein Segen für die Natur. Ein Sicherheitsrisiko ist der Mensch für den Wolf, und nicht umgekehrt. Oder wurde in Deutschland schon mal ein Mensch durch einen Wolf getötet?

Hier im BLICK aktuell erscheinen ja immer wieder Berichte über den Wolf. Vorneweg fordern da die christlichen Politiker Rüddel und Hallerbach, dem Wolf den Garaus zu machen. Garaus machen wird politisch korrekt, weil es ja harmloser als töten klingt, mit Entnahme aus der Natur bezeichnet. Dabei stellen sie Behauptungen auf, die recht zweifelhaft sind und dem Leser Schlimmes vorgaukeln und verunsichern.

Im BLICK aktuell 12/2023 wird von Rüddel behauptet, dass der Wolf nicht nur aus Hunger tötet. Tötet der Wolf in der freien Natur ein Tier aus einem Rudel, können die anderen weglaufen. Was leider bei vom Menschen gehaltenen Tieren nicht möglich ist, da sie eingezäunt sind und dann aufgeregt durch das Gehege laufen, was den Wolf wieder dazu antreibt, weitere (als leichte Beute) zu töten.

Im BLICK aktuell 18/2023 schreibt Rüddel über das verbundene Tierleid durch diese Tötungen. Herr Rüddel: Das ist Natur. Wölfe haben keine Waffe für einen aufgesetzten Kopfschuss. Die Zahl der in 2021 gerissenen Nutztiere und dessen Leid, erreichen noch lange nicht die weit höhere Zahl der Nutztiere, die von Menschenhand getötet wurden. Dabei ist noch anzumerken, in welch üblen Anlagen diese Tiere gehalten werden. Und die Art der oft grausamen Tötung dieser Tiere durch den Menschen.

Hallerbach schreibt im BLICK aktuell 50/2022, dass im Jahr 2020 fast 4000 Nutztiere gerissen, was heimische Landwirte in Existenznot bringe. Im Jahr 2020 gab es in Deutschland lt. Statistischem Bundesamt 263.500 landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland. Umgerechnet verliert dann jeder Landwirt anteilmäßig 0,015 eines gerissenen Nutztieres (entspricht bildlich etwa der Schwanz einer Kuh).

Und als christliche Politiker haben sie bestimmt auch schon mal in der Bibel gelesen, dass Gott erst die Tiere und dann den Menschen geschaffen hat. So hat der Wolf die älteren Rechte!

Und da gibt es noch viele Menschen aus dem Bereich Hobby. Die, die Rot- und Damwild zum Teil in zweifelhaften Gehegen halten. Gehege sind nie artgerecht. Artgerecht ist die freie Wildbahn. Wer zu bequem ist, sein Hobbygehege ordentlich auszustatten, sollte vielleicht mal den Hintern heben, nicht herumjammern, nicht versuchen, evtl. Kosten auf die Allgemeinheit abzuwälzen.

Dann noch Hobby-Jäger. Warum macht jemand den Jagdschein? Um auf der Jagd zu töten. Ein Jäger, der hegt und pflegt, ist mir draußen noch nicht begegnet. Im Gegenteil. Die Teilweise in Hörweite aufgestellten Hochsitze verrotten bei Nichtbedarf im Wald und stellen oft eine Gefahr , z. B. bei Benutzung durch Kinder, dar.

Der Wolf ist für sie ein Nebenbuhler in ihrem teuer bezahlten Jagdrevier. In Rheinland-Pfalz gab es in 2020 lt. DJV 22.300 Jagdberechtigte. Bedeutet auf 184 Einwohner kommt ein Jagdberechtigter! In meinem Dorf sind es derzeit mehr. Zieht man dann noch die mit gezählten Kinder unter 16 Jahren als Einwohner ab, ändert sich die Zahl nochmals nach unten.

Eine leider oft gerissene Beute sind Schafe, die für die Erhaltung der Landschaft wichtig sind. Dazu gab es kürzlich eine Doku über die Schäfer in der Lausitz, wo es doch einige mehr Wölfe gibt. Einer der langjährigen Schäfer war mit dem durchschnittlichen Riss eines Tieres im Jahr zufrieden. Er hatte dafür auch Maßnahmen getroffen. Vielleicht sollten die hiesigen Schäfer dort mal Kontakt suchen.

Ich bin für die Rückkehr des Wolfes. Die Politiker natürlich dagegen, weil sie doch Wählerstimmen brauchen. Und die bekommen sie von den Betroffenen Landwirten, Jägern usw. Und da heult dann so ein Politiker gerne mal im Rudel der Wolfsgegner mit.

A.Paduch,

Kreis Neuwied

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Empfohlene Artikel
Die Ahrtal-Werke legten dem Stadtrat von Bad Neuenahr-Ahrweiler für 2025 eine Jahresbilanz von 85,4 Millionen Euro vor.  Foto: GS
130

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Ahrtal-Werke um die Geschäftsführung mit Dominik Neswadba und Thomas Hoppenz sind weiter auf gutem Kurs. Daher folgte der Stadtrat von Bad Neuenahr-Ahrweiler am Montagabend dem Aufsichtsrat des kommunalen Energieversorgers und stimmte dem vorgelegten Jahresabschluss 2025 einstimmig zu. Das Gremium beauftragte Bürgermeister Pascal Rowald, in der Gesellschafterversammlung dem Jahresabschluss der Ahrtal-Werke für das 2025 zuzustimmen und den Aufsichtsrat zu entlasten.

Weiterlesen

Die Einrichtung einer IGS an der Regionalen Schule Brohltal wurde bereits im März vom Kreistag abgelehnt. Jetzt scheiterte auch ein FWG-Antrag auf eine neue neutrale Untersuchung der Schülerzahlen im Kreis Ahrweiler.  Foto: GS
134

Kreis Ahrweiler. Im März hat der Kreistag von Ahrweiler den Antrag der Freien Wähler auf Einrichtung einer Integrierten Gesamtschule (IGS) an der Regionalen Schule Brohltal in Niederzissen abgelehnt. Dies unter anderem mit der Begründung des beratenden „biRegio“-Planungsbüros in schulpolitischen Entscheidungen, dass „eine „IGS Niederzissen die IGS Remagen empfindlich tangieren würde“.

Weiterlesen

Bildergalerien
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Moonlight Concert 27.11.26
Martinsmarkt Adendorf
Angebotsanzeige (November)
Stellenanzeige Kita Leitung / Erzieher / päd. Fachkräfte
Kerzesching im Jaade 2026
Stellenanzeige ZFA
Weitere Artikel
Links: Straßenschild Rheinstraße, Mitte: Nostalgisches Bild der Rheinstraße/Vater Rhein (vom Stadtmuseum Andernach), Rechts: Frau Grafen heute
759

Andernach. Wenn Christina Grafen von ihrer Zeit in der Andernacher Rheinstraße erzählt, klingt es fast so, als würde man für einen Moment die Musik von damals wieder hören. Tanzflächen voller Menschen, mehrere Theken, an denen die Getränke ausgeschenkt wurden, ausgelassene Stimmung und mittendrin sie – meistens hinter dem Tresen, wo es selten ruhig zuging.

Von Dilara Köksal aus Andernach

Weiterlesen

v.l.n.r.: Daniel Phiesel, Christel Engeland, Stefan Raetz, Marcel Richter, Martin Warkentin
278

Rheinbach. Die Bürgerstiftung „Wir für Rheinbach“ hat auch für 2027 wieder einen Rheinbach-Kalender herausgebracht. Die Vorstände Bürgermeister Dr. Daniel Phiesel und Marcel Richter: „Der Bildkalender erfreut sich auch in der 13. Auflage großer Beliebtheit und zeigt wieder interessante Rheinbacher Motive.“ Mit Martin Warkentin hat die Bürgerstiftung erneut einen jungen Fotografen aus Rheinbach gefunden, der mit einem eigenen Blick auf die Rheinbacher Motive schaut.

Von Stefan Raetz aus Rheinbach

Weiterlesen

Karate Dojo Kitai Dieblich
153

Dieblich. Am 25. Oktober 2026 stand beim Karate Dojo Kitai aus Dieblich nicht nur der Sport im Mittelpunkt, sondern vor allem der gute Zweck. Unter dem Motto „100 Kata“ stellten sich rund 50 bis 60 Kinder, Jugendliche und Erwachsene einer besonderen sportlichen Herausforderung. Gleichzeitig wurden Spenden für einen guten Zweck gesammelt.

Von Jens Mentges aus Koblenz

Weiterlesen