Politik | 04.04.2023

Offener Brief und Petition für effektive Regenrückhaltung im Ahrtal

Zerstörungen nach der Flut im Sommer 2021. Foto: ROB

Kreis Ahrweiler. Die Flutkatastrophe des Sommer Jahres 2021 jährt sich in nicht allzu ferner Zukunft zum zweiten Mal. Vieles ist seitdem im Tal geschehen, insbesondere in Bezug auf den Wiederaufbau. Doch wie sieht es um den echten Hochwasserschutz aus? Wie wäre das Ahrtal gegen ein neues Starkregenereignis gewappnet? Für manchen Ahrtaler hat sich diesbezüglich noch nicht allzu viel getan. Deshalb wurde vor kurzem eine Petition einiger engagierter Bürger auf die Beine gestellt. Die Forderung ist klar formuliert: Eine neue Regenwasserhaltung soll unverzüglich umgesetzt werden. Die Initiatoren der Petition haben nun einen offenen brief an Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Landesministerin Katrin Eder und Bundesministerin Steffi Lemke verfasst. Hier der offenen Brief im Wortlaut.

„Sehr geehrte Damen und Herren, mit dieser Post erhalten Sie nach Ablauf der Unterzeichnungsfrist unsere Petition im Wortlaut und mit dem Ergebnis. Insgesamt haben 1.003 Menschen die Petition unterzeichnet.

Alle Betroffenen im Ahrtal und natürlich auch in den anderen Überschwemmungsbereichen in RLP warten sehnsüchtig, gespannt und mit Skepsis vermischt auf die dringend notwendigen Maßnahmen zur Sicherung des Ahrtales vor weiteren Fluten. Eine künftige Vermeidung von Überschwemmungen ist (nach Merkel) alternativlos. Hier trifft dies uneingeschränkt zu. Weder Land noch Bund oder Versicherungen können erneut Menschenleben riskieren und derartige Schadensummen stemmen. Deshalb: Es ist schon viel Zeit vergangen, ohne dass an der Wasserrückhaltung etwas Entscheidendes passiert ist. Jetzt muss es losgehen. Wie die von Prof. Dietmar Schröder erarbeitete Begründung unserer Petition ausführt, kann eine erfolgreiche Wasserrückhaltung schnell, effektiv und günstig gesichert werden, und zwar in der Land- und Forstwirtschaft. Dies bewirkt eine künftige raumumfassende Schadensvermeidung, die Beruhigung der Bevölkerung und vieles mehr, z.B. auch im Baurecht oder die Wasserbevorratung im Wald und Flur.

Für die verfahrenstechnische Vorgehensweise und Umsetzung der Planung von konkreten Maßnahmen in der Landschaft haben wir einen Vorschlag erarbeitet und in einem sog. Netzplan dargestellt. Dieser wurde einem hiesigen Ing.-Büro zur Verfügung gestellt. Es wurde schon deutlich, dass alle Verfahrenswege überdacht und möglichst zeitlich verkürzt werden müssen, um schnell zu tragbaren Ergebnissen zu kommen. Dies gilt gleich zu Beginn für die Ausschreibung der Ing.-Leistungen.

Wir bitten eindringlich darum die notwendigen Wasserrückhaltung so schnell und effektiv wie möglich durchzuführen.

An dieser Stelle drücken wir aber auch unser beglückendes Gefühl aus, in einem Land zu leben, in dem nicht versicherte und versicherte Eigentümer beim Wiederaufbau ihrer beschädigten oder total zerstörten Häuser finanziell und mental unterstützt werden.

Unser Blog zur Petition Hochwasservorsorge Ahr bleibt bestehen. Sie können hier gerne Ihre Pressemitteilungen oder Informationen einbringen. Auch die Einwohnerinnen und Einwohner sind aufgerufen, hier ihre Kommentare, ihre Kritik und auch ihre Anregungen einfließen zu lassen.“

Weitere Informationen:

Viele weitere Informationen zu der Petition, der Motivation dahinter und den Organisatoren finden Interessierte auf der Homepage www.petition-ahrhochwasser.de.

ROB

Zerstörungen nach der Flut im Sommer 2021. Foto: ROB

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