Gemeinsam stark: Frauen im Austausch mit Julia Klöckner
Mendig. Rund 100 Gäste, überwiegend Frauen, folgten der Einladung der Frauen-Union Mayen-Koblenz in die Vulkan Brauerei in Mendig. Auf Initiative der Landtagsabgeordneten Anette Moesta, Co-Vorsitzende der Frauen-Union MYK, war die Bundestagsabgeordnete und Bundestagspräsidentin Julia Klöckner aus Berlin angereist. Der Nachmittag stand ganz im Zeichen politischer Teilhabe, gesellschaftlicher Verantwortung und weiblichen Engagements.
Unter den Gästen waren unter anderem die Bundestagsabgeordnete Mechthild Heil, Kreisbeigeordneter Pascal Badziong, Landtagsabgeordneter Peter Moskopp, B-Kandidat Maximilian Rumpf sowie VG-Bürgermeister Jörg Lempertz und Stadtbürgermeister Achim Grün. Darüber hinaus nahmen zahlreiche Unternehmerinnen, Führungskräfte sowie Frauen unterschiedlicher Generationen und Berufswege teil – ein breiter Querschnitt, der die Vielfalt weiblichen Engagements widerspiegelte. Auch einige interessierte Männer beteiligten sich aktiv an der Diskussion.
In einer offenen und wertschätzenden Atmosphäre stand die Frage im Mittelpunkt, wie Frauen und Männer unsere Gesellschaft gemeinsam voranbringen können. Anette Moesta eröffnete die Veranstaltung mit einem klaren Appell: Weibliches Engagement in Politik und Gesellschaft ist unverzichtbar. Solche Formate seien wichtig, um Frauen zu stärken, zu vernetzen und zur Übernahme von Verantwortung zu ermutigen.
In ihrem Impulsvortrag sprach Julia Klöckner über unterschiedliche Lebens- und Berufswege von Frauen in Politik und Gesellschaft. Sie betonte, dass Frauen nicht müssen – aber wenn sie wollen, müssen sie es auch können dürfen. In der anschließenden offenen Fragerunde stellte sie sich den Wortmeldungen aus dem Publikum – nahbar im Ton, klar und differenziert in der Sache.
Im Mittelpunkt der Diskussion standen der weiterhin niedrige Frauenanteil in Parlamenten, die hohe Teilzeitquote von Frauen sowie die Herausforderungen einer verlässlichen Kinderbetreuung. Julia Klöckner machte deutlich: Frauen brauchen echte Wahlfreiheit zwischen Familie und Beruf. Gleichzeitig sei es wichtig, die langfristigen Folgen von Teilzeit und Erwerbsunterbrechungen für Einkommen, Rente und finanzielle Sicherheit offen zu benennen. Zwar seien Frauen und Männer nach Artikel 3 des Grundgesetzes gleichberechtigt, doch bestehe in der Realität weiterhin eine Repräsentationslücke und ein Umsetzungsdefizit. Der Frauenanteil in Parlamenten liege vielfach nur bei rund 30 Prozent, in Rheinland-Pfalz sogar darunter – obwohl die Gesellschaft zur Hälfte aus Frauen bestehe.
Es fehlten damit Perspektiven und Vorbilder dort, wo politische Entscheidungen getroffen werden. Weitere Wortmeldungen thematisierten den Mut zur öffentlichen Meinungsäußerung, den Umgang mit Gegenwind sowie die Bedeutung von Resilienz – gerade für Frauen. Auch Erfahrungen aus dem Berufsalltag aus Arbeitgeberperspektive flossen in die Diskussion ein.
Zielklarheit, Durchhaltevermögen und gegenseitige Unterstützung seien dabei entscheidende Faktoren. Zudem wurden aktuelle politische Debatten aufgegriffen, etwa zur öffentlichen Wortwahl politischer Akteurinnen oder zu Sorgen über die Auswirkungen des Mercosur-Abkommens auf die Landwirtschaft, die Julia Klöckner sachlich einordnete.
Zum Abschluss machte sie Mut, sich politisch einzubringen, Verantwortung zu übernehmen und die eigene Perspektive selbstbewusst einzufordern. Gerade Frauen, die bereit seien zu kandidieren, verdienten Respekt – auch wenn sie häufig überproportional unsachlicher Kritik und Anfeindungen im Internet ausgesetzt seien. Die Botschaft des Nachmittags: Das darf nicht einschüchtern, sondern sollte Ansporn sein.
Pressemitteilung der Frauen Union Mayen-Koblenz
In einer offenen und wertschätzenden Atmosphäre stand die Frage im Mittelpunkt, wie Frauen und Männer unsere Gesellschaft gemeinsam voranbringen können. Foto: Klaus Breitkreuz
