Politik | 20.10.2017

Netzwerk Demenz feiert Jubiläum

Seit 10 Jahren verbreitet die Initiative das Thema in der Öffentlichkeit

Die Netzwerkkoordinatoren beraten Angehörige und Betroffene, vermitteln zu den richtigen Ansprechpartnern und bauen das Netzwerk kontinuierlich aus.

KREIS MYK. Seit zehn Jahren setzt sich das Netzwerk Demenz Mayen-Koblenz für eine stärkere Wahrnehmung von Demenz in der Öffentlichkeit ein und arbeitet daran, zu einem kontinuierlichen und intensiven Austausch der Netzwerkpartner beizutragen und die Versorgungsangebote für Menschen mit Demenz im Landkreis Mayen-Koblenz weiterzuentwickeln. In einer Feierstunde im Kreishaus wurde das Jubiläum begangen.

Olaf Spohr und Wolfgang Bons, die beiden Sprecher des Netzwerkes, blickten auf die Höhepunkte der zehnjährigen Geschichte zurück: „Nach der Idee und ersten Gesprächen mit Trägern und der Kreisverwaltung, galt es zu erfragen, ob überhaupt ein genereller Bedarf für ein Netzwerk Demenz bestand. Das Ergebnis der Umfrage bei allen Einrichtungen im Landkreis war eindeutig positiv, worauf das Netzwerk Demenz Mayen-Koblenz im Oktober 2007 gegründet wurde,“ erinnerte sich Spohr.

In den folgenden Jahren wurde einiges bewegt: Die bekannten Wochen der Demenz wurden fünfmal mit insgesamt 94 Veranstaltungen durchgeführt. Auch Fachtagungen, Exkursionen und Bildungsangebote standen besonders im Fokus der Netzwerkarbeit: „Für den Umgang mit dementen Menschen und deren Umfeld ist die Qualifizierung ein zentraler Aspekt. In zehn Jahren Netzwerkarbeit konnten so über 600 Haupt- und Ehrenamtler geschult werden.“ Seit 2009 gibt es eine Internetseite und seit diesem Jahr den Ratgeber Demenz. Beide stellen die wichtigsten Informationen transparent dar, um den Menschen den Zugang zu Informationen rund um das Thema Demenz zu erleichtern.

„Das konnten wir nur leisten, weil der Netzwerkgedanke von vielen engagierten Menschen mitgetragen wurde“, so Spohr. Heute gehören dem Netzwerk weit mehr als 150 Vertreter von Einrichtungen der Altenhilfe und des Sozial- und Gesundheitswesens an. Darunter befinden sich Pflegestützpunkte, Pflegedienste, teil- und vollstationäre Einrichtungen der Alten- und Behindertenhilfe, die Gesundheits- und Sozialverwaltung, Krankenhäuser, die Betreuungsbehörde und Betreuungsvereine, Hospizvereine, der Kreisseniorenbeirat, Kirchengemeinden, Ärzte und Therapeuten im Landkreis Mayen-Koblenz. „Es wäre eine große Bereicherung, wenn es uns gelänge, in Zukunft mehr Angehörige und Betroffene in unsere Netzwerkstrukturen miteinzubinden.“

Man sei gut vorangekommen und habe einiges bewegt, aber einige Themen seien noch nicht ausreichend behandelt worden. „Insbesondere Menschen mit Demenz im Krankhaus und die Teilhabe, also die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben von Menschen mit Demenz, sind Themen, die in den nächsten Jahren Schwerpunkt unserer Arbeit sein werden“, so Spohr zum Ausblick auf die zukünftige Arbeit.

Beim Thema Teilhabe dementer Menschen setzte auch der langjährige Vorstandsvorsitzende des Kuratoriums Deutsche Altershilfe, Dr. Jürgen Gohde an, der auch aus eigener Erfahrung berichten konnte: „Das Thema Demenz ist in der Öffentlichkeit angekommen und die Krankheit ist akzeptiert, doch oft stehen Betroffene und ihre Angehörigen immer noch am Rand der Gesellschaft. Für eine tatsächliche Teilhabe der Menschen im alltäglichen Leben gibt es noch einiges zu bewegen.“ Als Schlüssel zu einer gelungenen Teilhabe nannte Gohde die Anerkennung der Vielfalt der Krankheit. „Es gibt kaum eine Erkrankung, die so individuell ist wie Demenz.“ Feste Strukturen mit starren Standards könnten nicht zielführend sein, da Demenz vielfältig sei und die unterschiedlichsten Aspekte beim Betroffenen selbst, aber auch in dessen Umfeld eine wichtige Rolle spielen. Dennoch brauche man verlässliche Strukturen, um die Angehörigen bestmöglich zu unterstützen.

Auch Landrat Dr. Saftig betonte die Wichtigkeit der Arbeit des Netzwerkes: „Mit dem Netzwerk Demenz wurde im Landkreis Mayen-Koblenz ein Angebot geschaffen, das der Diagnose zwar nicht den Schrecken nimmt, aber sowohl den Erkrankten als auch ihren Familien seit zehn Jahren Hilfe und Halt bietet. Das Netzwerk ist eine Erfolgsgeschichte und ein unverzichtbarer Teil der Gesundheitsförderung in unserem Kreis.“

In Flyern, Borschüren und im Internet finden Betroffene und Angehörige zahlreiche Informationen zum Thema Demenz

In Flyern, Borschüren und im Internet finden Betroffene und Angehörige zahlreiche Informationen zum Thema Demenz

Wolfgang Bons (1. v.r.) und Olaf Spohr (3. v.r.) haben das Netzwerk initiiert und federführend mit aufgebaut. Zum Jubiläum gratulierten auch Dr. Jürgen Gohde, Landrat Dr. Alexander Saftig, der Erste Kreisbeigeordnete Burkhard Nauroth und Daniela Stanke von der Landeszentrale für Gesundheitsförderung (v.l.n.r.).

Wolfgang Bons (1. v.r.) und Olaf Spohr (3. v.r.) haben das Netzwerk initiiert und federführend mit aufgebaut. Zum Jubiläum gratulierten auch Dr. Jürgen Gohde, Landrat Dr. Alexander Saftig, der Erste Kreisbeigeordnete Burkhard Nauroth und Daniela Stanke von der Landeszentrale für Gesundheitsförderung (v.l.n.r.).

Die Netzwerkkoordinatoren beraten Angehörige und Betroffene, vermitteln zu den richtigen Ansprechpartnern und bauen das Netzwerk kontinuierlich aus.

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