Politik | 23.04.2019

In Sinzig fehlen 114 Kita-Plätze

Pavillon-Lösung soll Abhilfe schaffen

Die Außenfläche der Kita Storchennest im Dreifaltigkeitsweg wird Platz für die Pavillons bieten. Foto: ROB

Sinzig. In Sinzig mangelt es in großer Zahl an Kindertagesstättenplätzen. Diese Nachricht überbrachte Bürgermeister Andreas Geron in einer eilig anberaumten Stadtratssitzung am Abend vor Gründonnerstag. Für insgesamt 114 Kinder gäbe es derzeit keinen freien Kita-Platz. Im Detail fehlen insgesamt 31 Plätze für Kinder ab drei Jahren, 56 Plätze für Kinder von zwei bis drei Jahren und 27 Plätze für Einjährige. Diese Mitteilung kam Anfang letzter Woche vom Kreisjugendamt. Die genannten Kinder befinden sich auf der Warteliste des Online-Portals „Ahrlini“, einem Projekt der Kreisverwaltung zur Bedarfsermittlung in Sachen Kitaplätze. „Ahrlini“ gibt es seit Januar und bietet erstmals die Möglichkeit, die Zahl der Kinder mit Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz erstmals zuverlässig darzustellen, wie Geron ausführte. Nicht nur durch diesen Umstand erkläre sich die hohe Zahl von 114 Kindern: Auch durch den Zuzug junger Familien aus Nordrhein-Westfalen nach Sinzig und Umgebung stiege die Zahl der Kinder. Der Bürgermeister stellte hierzu fest, dass dies kein reines Sinziger Problem sei: Da die Eltern in NRW für ihren Kitaplatz bezahlen müssen, steige der Anreiz ins benachbarte Rheinland-Pfalz zu ziehen. Denn hier ist die Betreuung in der Kita ab dem zweiten Lebensjahr beitragsfrei.

Zwei geöffnete Gruppen sollen entstehen

Andreas Geron erklärte, dass zunächst eine Lösung für den Platzbedarf für Kinder ab drei Jahren geschaffen werden soll. Deshalb schlug das Kreisjugendamt die Schaffung von zwei zusätzlichen geöffneten Gruppen, in denen je sechs Kinder unter drei Jahren und bis zu 19 Kindern über drei Jahren unterkommen sollen, vor. „Um möglichst schnell Abhilfe zu schaffen, bietet sich eine sogenannte Pavillon-Lösung an“, so Geron. Diese Pavillons sollen auf der weitläufigen Außenfläche der Kindertagesstätte Storchennest im Dreifaltigkeitsweg entstehen. Dort könnte durch Containerelemente der entsprechende Platz für die beiden offenen Gruppen geschaffen werden. Dem Wortzusatz „Elemente“ kommein diesem Zusammenhang eine besondere Bedeutung bei. Denn reine Container wie in Westum soll es für die Kinder nicht gegen; vielmehr stellen die Pavillons eine Art Modulbauweise dar. Auch neues Personal muss eingestellt werden. Die Verwaltung ermittelte einen zusätzlichen Bedarf von 4,5 Erzieherstellen. Eine Ausschreibung soll zeitnah erfolgen. Außerdem ging Geron auf die zu erwartenden Kosten ein, die sich auf rund 100.000 Euro belaufen sollen. Geron erläuterte auch die eilige Vorgehensweise. Denn die Ratssitzung an diesem Tage stand ursprünglich nicht im Sitzungsplan. Die nächste Stadtratssitzung ist erst für Donnerstag, 9. Mai im Kalender. angesetzt. „Die Beauftragung und Lieferung der komplett eingerichteten Pavillons dauert zwölf bis 13 Wochen“, sagt Geron. Um möglichst schnell Abhilfe für die platzsuchenden Eltern zu schaffen, wollte er nicht bis nach Ostern, geschweige denn bis zum 9. Mai warten. Denn die „Pavillons“ sind kein Allheilmittel. Stehen die Pavillons erst einmal, werden trotz allem nur etwa 50 Kinder in dem Areal im Dreifaltigkeitsweg unterkommen. Für die restlichen rund 65 Kinder ist bis zur Fertigstellung der neuen Kitas in Sinzigs Kernstadt und in Koisdorf nach wie vor kein Platz. In den neuen Kitas soll schließlich auch das neu eingestellte Personal Beschäftigung finden. Geron unterstrich in diesem Zusammenhang, dass die Pavillons zwar eine Art Notlösung seien, für Arbeitnehmer aber dennoch einen Job mit guter Perspektive böten.

Auch weitere Möglichkeiten sollen geprüft werden

Der Vorschlag, auf dem Grundstück der Kita „Storchennest“ zwei Pavillons zu errichten wurde durch den Stadtrat einstimmig genehmigt. Die geschah jedoch nicht ohne eine lebhafte Diskussion im Vorfeld. Einige der Mandatsträger verwiesen auch auf andere Möglichkeiten, dem erhöhten Bedarf gerecht zu werden. So wurden auch Bauwagen- oder Waldkindergärten diskutiert. Andreas Geron versprach, auch diese Alternativen in der zukünftigen Kita-Planung zu prüfen. -ROB-

Die Außenfläche der Kita Storchennest im Dreifaltigkeitsweg wird Platz für die Pavillons bieten. Foto: ROB

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