Bürgerinitiative „Unsere Altstadt“
Regelverstöße an Wertstoffsammelstellen – ein Spiegel gesellschaftlicher Verantwortungslosigkeit
Koblenz. Wertstoffsammelstellen sind ein zentraler Bestandteil moderner Abfall- und Umweltpolitik.Sie stehen für Ressourcenschonung, Recycling und gemeinschaftliche Verantwortung.
Umso problematischer ist es, dass Regelverstöße an diesen Sammelstellen – insbesondere die Missachtung von Einwurfzeiten und unsachgemäße Entsorgung – zunehmend zum Alltag gehören.
Dieses Verhalten ist längst kein bloßes Ordnungsproblem mehr, sondern offenbart ein tieferliegendes gesellschaftliches Defizit.
Die festgelegten Einwurfzeiten dienen nicht der Schikane, sondern dem Schutz der Anwohner vor Lärm und Belästigung. Wer Altglas spätabends oder frühmorgens entsorgt, stellt das eigene Bequemlichkeitsinteresse über das Ruhebedürfnis anderer. Diese Rücksichtslosigkeit untergräbt das Prinzip des respektvollen Zusammenlebens und fördert Konflikte im öffentlichen Raum. Dass solche Verstöße häufig bewusst erfolgen, deutet auf eine sinkende Akzeptanz gemeinsamer Regeln hin.
Hinzu kommen weitere Regelverletzungen: falsch sortierter Abfall, abgestellter Sperrmüll oder das Abladen von Hausmüll an Wertstoffcontainern. Die Folge sind erhöhte Reinigungskosten, zusätzliche Belastungen für Kommunen und letztlich höhere Gebühren für alle. Gleichzeitig leidet die Recyclingqualität, wodurch ökologische Ziele konterkariert werden. Umweltbewusstsein wird hier zur bloßen Floskel, die im konkreten Handeln keine Entsprechung findet.
Besonders problematisch ist die Normalisierung dieses Fehlverhaltens. Wo Regelverstöße folgenlos bleiben, entsteht der Eindruck, dass gemeinschaftliche Vereinbarungen optional sind. Dies fördert eine Kultur der Gleichgültigkeit, in der Verantwortung auf andere – die Stadt, die Entsorgungsbetriebe oder „irgendwen“ – abgewälzt wird. Der öffentliche Raum verkommt so zum anonymen Ort, an dem soziale Kontrolle und gegenseitige Rücksichtnahme schwinden.
Die zunehmenden Regelverstöße an Wertstoffsammelstellen sind daher Ausdruck eines gesellschaftlichen Problems: mangelnde Bereitschaft, persönliche Verantwortung für das Gemeinwohl zu übernehmen. Nachhaltigkeit beginnt nicht bei politischen Programmen, sondern im alltäglichen Handeln. Wer Regeln missachtet, schadet nicht nur der Umwelt, sondern auch dem sozialen Zusammenhalt. Eine funktionierende Gemeinschaft lebt davon, dass Regeln respektiert werden – gerade dann, wenn niemand zusieht.
Die Bürgerinitiative „Unsere Altstadt“ appelliert daher an die Nutzer von Sammelstellen die Regeln zur Nutzung einzuhalten. Der Kommunale Servicebetrieb soll zuzuordnende Verstöße konsequent ahnden. Die Recycling Betriebe sollen an stark frequentierten Sammelstelle ihre Leerungsintervale erhöhen und zusätzliche Leerungen vor und nach Feiertagen etablieren. Als „ultima ratio“ wäre zu prüfen, ob an besonders verwahrlosten Sammelstellen eine temporäre Videoüberwachung installiert werden kann. Dieser Lösungsansatz hat an Rastplätzen den gewünschten Erfolg gezeigt.
Pressemitteilung Bürgerinitiative „Unsere Altstadt“
