Es wurde immer noch kein neuer Standort für das neue Feuerwehrgerätehaus gefunden
Sinzig: Die Enttäuschung ist groß
Sinzig. Die Frage um den Standort des neuen Feuerwehrhauses in Sinzig ist immer noch nicht geklärt. Nachdem der Standort Kölner Straße vom Tisch ist, spricht sich die Feuerwehr für den Standort Jahnwiese auf - und das schon seit langem. Der Stadtrat hingegen möchte auch einen alternativen Standort am Bauhof prüfen. Wir sprachen mit Wehrleiter Andreas Braun über die aktuelle Entwicklung.
BLICK aktuell: Mit dem Bauhofgelände kam ein weiterer Vorschlag für einen neuen Standort – wie beurteilen Sie die Idee?
Andreas Braun: Die Verwaltung hat Anfang des Jahres 2022 von einem Fachunternehmen eine Standortanalyse erstellen lassen, bei der vier Standorte untersucht wurden. Das waren der jetzige Standort in der Friedrich-Ebert-Straße, die Kölner Straße, die Jahnwiese und ein Grundstück im Gewerbegebiet Sinzig-Ost, was es faktisch gar nicht gibt, in der Nähe des Bauhofes. Aus der Standortanalyse ist als einziger Standort, bei dem wir die Einsatzgrundzeiten einhalten können, mit klarem Ergebnis die Jahnwiese beurteilt worden. Dass jetzt die Fläche des Bauhofes mit geprüft werden soll, kann ich nicht nachvollziehen.
BLICK aktuell: Welche Vorzüge hätte die Jahnwiese im Vergleich zum Bauhofgelände?
Braun: Ich verweise auf die bestehende Standortanalyse. Die Personalverfügbarkeit ist bei dem Standort Jahnwiese auf dem bestmöglichen Niveau bewertet worden. Die ehrenamtlichen Feuerwehrleute wohnen hauptsächlich in der Innenstadt und hätten kurze Wege zum Feuerwehrhaus. Aufgrund der zentralen Lage können die Einsatzstellen gut angefahren werden. Bei einem Standort auf dem Bauhofgelände müssen die Feuerwehrleute zuerst (meist von zuhause) Richtung Industriegebiet zum Feuerwehrhaus fahren, sich umziehen und dann mit den Einsatzfahrzeugen zum Einsatz (meist wieder Richtung Innenstadt) ausrücken. Hier geht unnötig wertvolle Zeit verloren, die lebenswichtig sein könnte. Die vom Gesetzgeber vorgegebene Einsatzgrundzeit werden wir dann nur schwer oder gar nicht einhalten können. Übrigens wird ein Standort im Gewerbegebiet laut Analyse aufgrund der ungünstigen Lage und der damit einhergehende zu geringen Werten in den Erreichbarkeiten, nicht als Standort für ein Feuerwehrhaus empfohlen.
BLICK aktuell: Die Diskussion um einen neuen Standort zieht sich – fühlt sich die Feuerwehr von der Politik überhaupt noch ernst genommen?
Braun:Was Fahrzeuge und Ausrüstung angeht, werden wir von den politischen Gremien bislang immer unterstützt und die erforderlichen Mittel werden bereitgestellt. Bei dem Thema Feuerwehrhaus ist die Enttäuschung in der Mannschaft aber insbesondere bei mir sehr groß. Wir haben uns erhofft, dass seitens des Stadtrats eine klare Entscheidung für die Jahnwiese getroffen wird. Das Feuerwehrgerätehaus ist eine wichtige Einrichtung im Hinblick der kritischen Infrastruktur, die eine Stadt vorhalten muss. Seit 2008, also seit nunmehr 15 Jahren, kümmere ich mich unter anderem um die Errichtung eines neuen Feuerwehrgerätehauses in der Kernstadt. Faktisch ist die Jahnwiese aktuell die einzige freie Fläche, die wir für die kritische Infrastruktur, für die Errichtung eines angemessenen Feuerwehrhauses, das die Schlagkraft unserer Wehr nachhaltig gewährleistet, haben. Leider wird von der Mehrheit unserer politischen Vertreterinnen dieser Aufwand nicht ausreichend gewürdigt und die Standortanalyse eines bundesweit anerkannten Fachunternehmens sogar in Frage gestellt. Ich erinnere an die Ratssitzung im Juli 2022. Es war für mich und die planende Verwaltung ein Schlag ins Gesicht. Vereinzelte Ratsmitglieder sagen mir noch nicht einmal mehr „Guten Tag“ auf der Straße. Das tut weh. Als ehrenamtlicher Wehrleiter frag ich nach dem Warum und wie es nun weitergehen soll. Wir haben jahrelang zusammengesessen, mit Planern, mit Feuerwehrleuten, mit der Verwaltung. Wir nehmen unsere ehrenamtliche Tätigkeit aus Überzeugung wahr. Aber irgendwie ist man einfach nur noch genervt. Der Stadtratsbeschluss steht, den haben wir zu akzeptieren und das tun wir. Übrigens sind wir Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner auch EinwohnerInnen der Stadt Sinzig und als solche müssen wir die Maßnahme am Ende ja auch mitbezahlen. ROB
Weitere Themen
Artikel melden
Jetzt heimatshoppen und gewinnen
- Margrit schuch: Wann und wo findet die Verlosung statt?
Auch 2026 heißt es wieder „DARTS AM RING“
- Marie-Luise Otten: Super Event,bei dem ich gerne dabei sein würde
Ahrtalbahn verkehrt bald nur mit Elektrozügen und Taktverdichtung
- Egon Schiele: Fraglich, dass der elektrische Zug umweltfreundlicher ist. Denn der Dieselzug fährt mit HVO-Kraftstoff im Tank schon heute 90% klimafreundlicher als mit fossilem Dieselkraftstoff und in Zukunft potenziell sogar CO2-negativ.
Allgemeine Berichte
Erinnerung, Identität und neue Impulse für den Sport
Ahrbrück. In Ahrbrück wurde jetzt eine weitere Stele des „Wegs der Erinnerung für die Zukunft“ (MemoriAHR) feierlich eingeweiht. An der Veranstaltung nahmen unter anderem Staatssekretärin Simone Schneider (SPD) sowie die Landtagsabgeordnete Susanne Müller und SPD-Landtagskandidat Thomas Meyer teil (im Bild v.l.n.r.) Der Erinnerungsweg, der in mehreren Orten des Ahrtals entsteht, macht die Folgen der...
Weiterlesen
Maria-Magdalena-Kirche in Heimerzheim
Ein besonderes Konzert zum 25-jährigen Orgeljubiläum
Heimerzheim. In der Maria-Magdalena-Kirche Swisttal-Heimerzheim jährt sich 2026 die Einweihung der Orgel von der Firma Oberlinger zum 25. Mal. Dieses besondere Jubiläum soll am Sonntag, den 22. März um 17 Uhr mit einem Orgelkonzert gefeiert werden.
Weiterlesen
Allgemeine Berichte
Frühlingshafte Wanderung am Rhein
Andernach. Die beiden Wanderführerinnen Gisela Gingele und Hilde Hambuch-Müller hatten die Mitglieder und Gäste des Eifelvereins Andernach zu einer sehr schönen Wanderung am Rhein eingeladen. Bei herrlichem Sonnenschein und einem strahlend blauen Himmel konnte man den nahen Frühling schon spüren. Zahlreiche Krokusse und Schneeglöckchen grüßten die Wandergruppe vom Wegesrand, und die Temperaturen waren schon angenehm mild.
Weiterlesen
