Politik | 17.03.2023

Starkregenvorsorge und der Sinziger Haushalt

Sinziger Grüne warnen vor weiterer Bodenversiegelung

Mitglieder des Ortsverbandes von Bündnis 90 / Die Grünen in Koisdorf.  Foto: Anton Simons

Sinzig. Die Ahrflut 2021 wurde, wie viele andere katastrophale Flutereignisse durch Starkregen in der Fläche verursacht. Bei Starkregenereignissen ist die vorhandene Kanalisation in kürzester Zeit überfordert und das Regenwasser sammelt sich an der Oberfläche und läuft unkontrolliert ab. Überschwemmungen drohen bei Starkregen deshalb nicht nur an der Ahr, sondern auch an den Seitenbächen und im gesamten Stadtgebiet Sinzig. Der Regenrückhalt in der Fläche und die Möglichkeit zur Versickerung ist eine Maßnahme, um davor zu schützen. Damit dies gelingt, ist es wichtig, Flächenversiegelung soweit wie möglich zu vermeiden und Sickerflächen offen zu halten.

Neben Starkregenereignissen führt der Klimawandel zu immer neuen Hitzerekorden, langanhaltenden Trockenperioden und sinkenden Grundwasserspiegeln. Regenwasser, das in der Fläche zurückgehalten wird und versickern kann, trägt zum Erhalt des Grundwasserspiegels bei. Der Ortsverband und die Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen treten deshalb dafür ein, konsequent jede vermeidbare Versiegelung im Stadtgebiet Sinzig zu unterlassen.

Nun wird in Sinzig im Rahmen des Nachtragshaushaltes diskutiert, ob in Koisdorf der Bolzplatz mit Tartan versiegelt wird. Es handelt sich um eine relativ kleine Fläche, die sich bei Starkregen und bei überlaufenden Abwasserkanälen in den Harbach entwässert. Der Harbach verläuft durch Sinziger Stadtgebiet und ab der Harbachstraße durch einen unterirdischen Kanal. Dessen Fassungsvermögen stellt für alle Anlieger bei Starkregen ein Risiko dar.

Im derzeit diskutierten Nachtragshaushalt der Stadt Sinzig sinken die verfügbaren Mittel und es steigen die Schulden. Die Zinslast steigt deutlich. In den nächsten Jahren kann der Stadt Sinzig die Überschuldung drohen. Die Versiegelung des Bolzplatzes Koisdorf soll 80.000, durch Schulden finanzierte Euro kosten. Dieses Geld sollte in Starkregenvorsorge investiert werden und nicht dazu beitragen, Risiken – wenn auch minimal – zu erhöhen.

Auch aus ökologischer Sicht ist es schädlich, immer mehr Kunststoff in die Umwelt einzubringen. Mikroplastik reichert sich in unseren Lebensmitteln und im menschlichen Körper an. Die Auswirkungen davon werden erst langsam erforscht und das Risiko keineswegs verstanden. Der Abrieb von Tartan- und Kunstrasenplätzen landet als Mikroplastik in der Umwelt. Die geplante Maßnahme ist ökologisch schädlich, erhöht das Risiko bei Starkregenereignissen und reduziert unsere finanziellen Spielräume. Bündnis 90 / Die Grünen fordern deshalb Verwaltung und die Mitglieder des Stadtrats dazu auf, dieser Maßnahme ihre Zustimmung zu verweigern.

Pressemitteilung

Ortsverband

Bündnis 90 / Die Grünen

Mitglieder des Ortsverbandes von Bündnis 90 / Die Grünen in Koisdorf. Foto: Anton Simons

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