Politik | 02.11.2023, 11:24 Uhr

Die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler will sich an Gründung des Gewässerzweckverbandes Ahr beteiligen

Überörtlicher Hochwasserschutz hat Priorität

Bad Neuenahr-Ahrweiler. In Bad Neuenahr-Ahrweiler ist effektiver Hochwasserschutz von großer Bedeutung, da das gesamte Einzugsgebiet der Ahr eine Fläche von 897 Quadratkilometern umfasst und sich über zwei Bundesländer erstreckt. Um diesen Schutz erfolgreich umzusetzen, ist eine enge Zusammenarbeit über kommunale Grenzen hinweg erforderlich. Derzeit arbeiten alle Anliegerkommunen entlang der Ahr unter der Federführung des Landkreises an einem überörtlichen Hochwasserschutzkonzept. Das Hauptziel besteht darin, die geplanten Maßnahmen gemeinsam zu realisieren, unter Einbeziehung des Landes.

Um eine solide Grundlage für diese Zusammenarbeit zu schaffen, wird die Gründung eines Gewässerzweckverbandes Ahr angestrebt, der die beteiligten Kommunen im Einzugsgebiet der Ahr umfassen soll. In den städtischen Gremien fanden kürzlich Beratungen statt, bei denen das Ziel der Gründung uneingeschränkte Zustimmung fand.

Zahlreiche Vorteile

Die Einrichtung eines Zweckverbandes bietet zahlreiche Vorteile für die überregionale Zusammenarbeit. Dazu gehören klare Aufgabenverteilung, Verbindlichkeit und klare Verantwortlichkeiten. Zudem ermöglicht sie die direkte Beteiligung des Landes sowie die Zusammenarbeit über Kreis- und Landesgrenzen hinweg. Dies ist besonders wichtig, da auch benachbarte Kommunen im Landkreis und in Nordrhein-Westfalen einbezogen werden sollen.

Der Zweckverband wird die Umsetzung von Hochwasser- und Starkregenvorsorgemaßnahmen mit überörtlicher Wirkung verantworten. Die Beteiligung des Landes wird als äußerst wichtig erachtet, um die gemeinsame Verantwortung für den Hochwasserschutz zu verdeutlichen, so Bürgermeister Guido Orthen.

In Bad Neuenahr-Ahrweiler hat der Hochwasserschutz bereits vor dem Juli 2021 hohe Priorität, und die Stadt hat ihr eigenes Hochwasserschutzkonzept, dessen aktualisierte Version Anfang 2022 beschlossen wurde. Aktuelle Maßnahmen konzentrieren sich auf die Rückhaltung von Oberflächenwasser aus den Außengebieten. Die Aufbau- und Entwicklungsgesellschaft (AuEG) ist mit der schrittweisen Wiederherstellung der Gewässerabschnitte im Stadtgebiet beauftragt. Das Hauptziel ist die bestmögliche Absicherung gegen HQ100 (ein statistisch 100-jährliches Hochwasserereignis), unter Berücksichtigung von Resilienz und Nachhaltigkeit beim Wiederaufbau.

Nächste Schritte geplant

Der Stadtrat von Bad Neuenahr-Ahrweiler hat in seiner Sitzung am 23. Oktober dem grundsätzlichen Beitritt zum Gewässerzweckverband Ahr zugestimmt, als logische Fortführung der eigenen Bemühungen im Hochwasserschutz. Die endgültige Entscheidung über den Beitritt kann jedoch erst nach Vorlage des finalen Finanzierungskonzepts und der Zweckverbandsordnung getroffen werden. Diese müssen nun im nächsten Schritt erarbeitet und in den Gremien aller beteiligten Kommunen beraten werden. Bürgermeister Guido Orthen betont die Erwartungen der Stadt an die zügige Umsetzung von Hochwasserschutzmaßnahmen, um die Bevölkerung nach den verheerenden Überschwemmungen vor zwei Jahren bestmöglich zu schützen.BA

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