Politik | 20.05.2019

Insolvenzgläubiger sollen dank umfassender Finanzierung der katholischen Alexianer Gruppe bezahlt werden

ViaSalus stellt sich mit Alexianern neu auf

Gläubigerausschuss stimmte der Beteiligung zu – Zunächst werden die Alexianer eine 10-Prozent-Beteiligung haben – Nur eines der Krankenhäuser muss verkauft werden: Das Frankfurter St. Elisabethen-Krankenhaus

Das Herz-Jesu-Krankenhaus in Dernbach. Quelle: Katharina Kasper ViaSalus GmbH

Dernbach. Die Katharina Kasper ViaSalus GmbH (ViaSalus) stellt sich mit Hilfe einer umfassenden Finanzierung der katholischen Alexianer Gruppe neu auf. Die Alexianer beteiligen sich als Gesellschafterin an ViaSalus und stellen dem Unternehmen zugleich umfangreiche Finanzmittel zur vollständigen Befriedigung aller Insolvenzgläubiger bereit.

Alexianer werden 10 Prozent der ViaSalus bekommen

Als Ergebnis eines mehrmonatigen Investorenprozesses hat der Gläubigerausschuss im Insolvenzverfahren der ViaSalus am 15. Mai grünes Licht für die Vertragsunterzeichnung mit den Alexianern gegeben. Danach wurden am vergangenen Freitag die erforderlichen Finanzierungs- und Beteiligungsverträge unterzeichnet, die vorsehen, dass sich die Alexianer mit einem Anteil von zunächst zehn Prozent an der ViaSalus beteiligen. Ergänzend stellen die Alexianer der ViaSalus Finanzmittel in beträchtlicher Höhe zur Verfügung, die zu einer Vollbefriedigung der ViaSalus Gläubiger führen werden. Zudem muss ViaSalus durch den Einstieg der Alexianer mit Ausnahme des Frankfurter St. Elisabethen-Krankenhauses keine Klinik verkaufen. Auch die drei Medizinischen Versorgungszentren, die 13 Seniorenzentren und alle anderen ViaSalus-Einrichtungen bleiben im Unternehmen. Über die weiteren Einzelheiten des Vertrages ist Stillschweigen vereinbart worden.

„Die Alexianer sind für ViaSalus der ideale Partner“, betont ViaSalus-Geschäftsführer Manfred Sunderhaus. „Beide Unternehmen passen in konfessioneller Prägung und unternehmerischer Ausrichtung hervorragend zusammen. Die nun getroffene Vereinbarung kann überdies der erste Schritt zur Herausbildung eines neuen katholischen Gesundheits- und Sozialkonzerns im Bereich der Dernbacher Gruppe Katharina Kasper sein.“ Die Alexianer sind ein bedeutender Träger der Gesundheits- und Sozialwirtschaft mit rund 15.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von mehr als einer Mrd. Euro. Die Unternehmensgruppe betreibt zahlreiche Einrichtungen im Sozial- und Gesundheitsbereich.

Weitreichende Zusammenarbeit zwischen der Alexianer und der Katharina Kasper Gruppe

„Durch die Vereinbarungen haben beide Unternehmen die Basis für eine weiterreichende Zusammenarbeit geschaffen“, bestätigt der Sprecher der Hauptgeschäftsführung der Alexianer, Andreas Barthold, der für die Alexianer die Rechtsanwälte Stephan Michels, Raimo Mertsch und Dr. Kristof Wilmes von der Kanzlei Michels/Wilmes beratend hinzuzog: „ViaSalus und Alexianer haben vereinbart, künftig eng zusammenzuarbeiten. Zudem werden beide Seiten in den kommenden Jahren die Möglichkeiten für eine weitergehende Beteiligung der Alexianer an der Dernbacher Gruppe Katharina Kasper sorgfältig prüfen.“ Sunderhaus betont, dass ViaSalus in hohem Maße vom Know-how der Alexianer profitieren kann.

Grundlegende Voraussetzung für den Einstieg der Alexianer bei ViaSalus war die Neuaufstellung von ViaSalus im Zuge des seit rund vier Monaten andauernden Eigenverwaltungsverfahrens. Im Zuge dessen ist insbesondere die Krankenhaussparte umfassend restrukturiert worden. Die Geschäftsführung wurde unter dem bisherigen Geschäftsführer der Katharina Kasper Holding GmbH, Manfred Sunderhaus, gemeinsam mit dem Sanierungsgeschäftsführer Dr. Reinhard Wichels (WMC Healthcare) neu geordnet und massiv gestrafft. Zugleich hat Sunderhaus auf Grundlage des von WMC entwickelten Zukunftskonzeptes umgehend dringend notwendige Sanierungsmaßnahmen eingeleitet, die bereits zu einer maßgeblich positiven Entwicklung an den Krankenhausstandorten geführt haben.

Das Klinikum Mittelmosel in Zell soll vom Gesundheitsministerium unterstützt werden

Darüber hinaus hat Wichels mit Unterstützung des rheinland-pfälzischen Gesundheitsministeriums eine Lösung für das Klinikum Mittelmosel in Zell mit den beteiligten Krankenkassen verhandelt. Dadurch ist nun eine wirtschaftlich tragfähige Fortführung des Klinikums und damit die Sicherung des Gesundheitsstandortes Zell möglich.

Mit dem Verkauf des St. Elisabethen-Krankenhauses wird zudem der Standort in Frankfurt/M. aus der ViaSalus herausgelöst. Dieser war durch die Verzögerung von Baumaßnahmen in wirtschaftliche Schieflage geraten. Der Investorenprozess für das Krankenhaus ist bereits weit fortgeschritten. Es gibt mehrere Interessenten. Mit der Unterzeichnung eines Kaufvertrages ist kurzfristig zu rechnen. Dadurch wird auch für diesen Standort eine langfristige Lösung geschaffen.

Ungewöhnlich zügige Regelung des Insolvenzverfahrens

Der am Freitag unterschriebene Vertrag ist nun zentraler Bestandteil des Insolvenzplans zur Sanierung von ViaSalus. Dieser wird in Kürze dem Insolvenzgericht vorgelegt. Anschließend stimmen die Gläubiger über die Annahme des Plans ab, sodass mit einer Beendigung des Insolvenzverfahrens bereits am 31. Juli zu rechnen ist.

„Damit kann das Insolvenzverfahren über ViaSalus nach einer Rekordzeit von nur sechs Monaten beendet werden“, unterstreicht der vom Gericht bestellte Sachwalter Dr. Rainer Eckert. „Zudem sorgt der Insolvenzplan für eine hundertprozentige Befriedigung aller Insolvenzgläubiger des insolventen Unternehmens.“ Dies gelingt in Insolvenzverfahren so gut wie nie. Eine außergewöhnliche Leistung, die alle Beteiligten gemeinsam mit großem Engagement erreicht haben“, ergänzt Manfred Sunderhaus. „Insbesondere den ViaSalus Mitarbeitern gebührt höchste Anerkennung und unser aufrichtiger Dank.“ Alle ViaSalus-Mitarbeiter wurden bereits über die Vereinbarung zwischen ViaSalus und Alexianern unterrichtet.

Wie kam es zu dieser Situation?

Die Katharina Kasper ViaSalus GmbH hatte Ende Januar 2019 eine Sanierung in Eigenverwaltung begonnen. Die Neuaufstellung von ViaSalus war aufgrund anhaltender wirtschaftlicher Defizite an mehreren Krankenhausstandorten erforderlich geworden. Bei einer Restrukturierung über ein Eigenverwaltungs-Verfahren bleibt die unternehmerische Verantwortung in den Händen der Geschäftsführung. Der Gesetzgeber erlaubt dies nur in Fällen, in denen Unternehmen frühzeitig selbst tätig werden und genügend Handlungsspielraum für eine Lösung besteht. Beides war bei ViaSalus der Fall.

Als Sachwalter bestellte das Amtsgericht Dr. Rainer Eckert von der überregional tätigen Kanzlei Eckert Rechtsanwälte. Für die insolvenzrechtliche Steuerung des Eigenverwaltungsverfahrens waren und sind als Generalbevollmächtigte die Sanierungsexperten Friedemann Schade und Stefan Denkhaus von der Kanzlei BRL Boege Rohde Luebbehuesen verantwortlich.

Die Holding-Gesellschaft „Katharina Kasper Holding GmbH“ sowie die ViaSalus-Schwestergesellschaft „Katharina Kasper ViaNobis GmbH“ waren in keiner Weise von dem Sanierungsprozess betroffen. Gleiches gilt für die anderen Teile der „Dernbacher Gruppe Katharina Kasper“.

Pressemitteilung der Katharina Kasper ViaSalus GmbH

Das Herz-Jesu-Krankenhaus in Dernbach. Quelle: Katharina Kasper ViaSalus GmbH

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