Allgemeine Berichte | 05.07.2026

Weltladen Remagen-Sinzig

Weltschokoladentag: Faire Schokolade gegen Ausbeutung und Kinderarbeit

Faire Schokolade und mehr faire Produkte gibt es im Weltladen, aber vermehrt auch in Supermärkten und Discountern - Achten Sie doch einfach einmal beim Einkauf darauf.

Remagen. Schokolade gehört zu den beliebtesten Süßwaren weltweit.

Am 7. Juli wird ihr mit dem Weltschokoladentag ein eigener Feiertag gewidmet.

Doch der süße Genuss hat eine lange und oft bittere Geschichte. Darauf macht der Weltladen Remagen-Sinzig aufmerksam und ruft Verbraucherinnen und Verbraucher dazu auf, beim Schokoladenkauf auf fair gehandelte Produkte zu achten.

Die Geschichte des Kakaos begann rund 5.000 Jahren in Süd- und Mittelamerika. Bereits die Mokaya, später auch die Olmeken, Maya und Azteken, nutzten Kakao zur Herstellung von Getränken und verehrten ihn als Geschenk der Götter. Mit der europäischen Kolonisierung gelangte Kakao nach Europa und wurde dort zu einem begehrten Luxusgut.

„Die Verbreitung der Schokolade in Europa ist untrennbar mit Kolonialismus, Ausbeutung und Versklavung verbunden“, erklärt Walburga Greiner, Sprecherin. „Von den enormen Gewinnen profitierten vor allem Händler und Unternehmen in Europa, während die Menschen in den Anbaugebieten oft unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten mussten.“

Auch die deutsche Kolonialgeschichte spielte dabei eine Rolle. In den damaligen Kolonien Togo und Kamerun wurden Kakaoplantagen angelegt, um die steigende Nachfrage in Europa zu bedienen. Die Folgen dieser kolonialen Wirtschaftsstrukturen wirken bis heute nach.

Noch immer leben viele Kakaobäuerinnen und Kakaobauern von Einkommen, die kaum zum Leben reichen. Gleichzeitig ist Kinderarbeit in den wichtigsten Anbauländern Westafrikas weiterhin weit verbreitet. Schätzungen zufolge arbeiten allein in Ghana und der Elfenbeinküste rund 2,1 Millionen Kinder auf Kakaofarmen, teilweise unter extrem unmenschlichen Bedingungen.

„Wer Schokolade genießt, sollte auch an die Menschen denken, die den Kakao anbauen“, betont die Sprecherin des Weltladen. „Fairer Handel sorgt für gerechtere Preise, langfristige Handelsbeziehungen und bessere Zukunftsperspektiven für die Produzentinnen und Produzenten.“

Der Weltladen empfiehlt deshalb, beim Einkauf auf anerkannte Fair-Handels-Siegel zu achten und möglichst fair gehandelte Schokolade zu wählen. Darüber hinaus bieten Weltläden eine große Auswahl an Schokoladenprodukten, bei denen die Produzentinnen und Produzenten nicht nur vom Kakao sondern auch vom Zucker und Milch entlang der Lieferkette fair entlohnt werden.

Der Weltschokoladentag ist eine gute Gelegenheit, die Geschichte hinter der Schokolade kennenzulernen und bewusst zu genießen. Denn jede fair gehandelte Tafel Schokolade trägt dazu bei, die Lebensbedingungen von Kakaobäuerinnen und Kakaobauern zu verbessern und ein Zeichen für mehr globale Gerechtigkeit zu setzen.

Faire Schokolade und mehr faire Produkte gibt es im Weltladen, aber vermehrt auch in Supermärkten und Discountern - Achten Sie doch einfach einmal beim Einkauf darauf. Foto: Silke Olesen

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