Lokalsport | 22.07.2021

SIG Koblenz Racing: Die Wetterbedingungen bei der Salzkammergut Trophy in Bad Goisern (A) am 17.07.2021 waren extrem

Annika Marzina sichert sich den dritten Platz

Annika Marzina bei der Siegerehrung. Fotos: privat

Koblenz. Beim mit Abstand größten Mountainbike-Marathon Österreichs und einem der bekanntesten in ganz Europa, meldeten sich über 450 Teilnehmer aus der ganzen Welt für die A-Strecke an. Genau 313 von ihnen standen am Samstag um 5 Uhr morgens dann auch tatsächlich am Start in Bad Goisern am Hallstättersee und das, obwohl der Wetterbericht den ganzen Tag durchgehenden Starkregen gemeldet hatte. Sie trotzten den pessimistischen Prognosen und der noch schlimmeren Wirklichkeit. Zu groß war die Freude, nach einem Jahr Beinahe-Pause zumindest „normal“ Marathon fahren zu können. Von den gestarteten Fahrern schafften es dann aber nur 213 ins Ziel. Zahlreiche Teilnehmer kämpften mit Materialproblemen, andere verließ ihre Kraft oder überschritten das Zeitlimit. Um Durchzukommen wurden anscheinend alle Register gezogen. Vor Carlo verlor einer seiner Konkurrenten den kompletten Vorrat an Ibu-Tabletten. Um bei solch extremen Witterungsbedingungen an den Start zu gehen, gehört schon eine große Portion Leidenschaft und Leidensfähigkeit dazu.

Start der A-Distanz Punkt 5:00 Uhr und schon beim Warmfahren war Carlo nass bis auf die Haut. Nass wurden die Starter nur einmal, es schüttete unerbittlich den ganzen Tag. Ins rabenschwarze Dunkel zu starten galt es als erste Herausforderung zu meistern. Die Wolken hingen so tief, dass es einfach nicht heller werden wollte. Als dann das Tageslicht sich auftat, verdeckten Nebelschwaden die Sicht. Der Regen verwandelte die Trails in kleine Flüsse und die Schotterstraßen in flüssiges Schleifpapier. Manche Streckenabschnitte hätten sich auch zum Paddeln gut geeignet. Aufgrund kleinräumiger Überschwemmungen musste die Streckenführung der A- Distanz im Bereich von Bad Ischl zur Sicherheit der Teilnehmenden kurzfristig geändert werden. Das Feld befand sich bereits ganz in der Nähe, als viele Helfer ruckzuck die Wegweiser in die entgegengesetzte Richtung drehten. Mit lautstarken Zurufen wurden die Fahrer in die nunmehr zu fahrende Richtung gebracht. Zuvor hatte bereits die Sperre des Rettenbachtals aufgrund akuter Felssturzgefahr für eine Premiere auf der A-Strecke gesorgt: Vom Leisling ging’s über einen selektiven, ob der Witterung für manche allerdings grenzwertigen Wurzel Trail retour zum Raschberg. Carlo musste manche Passagen das Rad schieben oder gar tragen, um das Material zu schonen. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass dies eine gute Entscheidung war. Die neuen Tretlager waren hinüber, die Schaltrollen defekt und demnächst bedarf es auch neuer Schuhe, denn diese hatten durch die Speziallaufeinlagen gewaltige Gebrauchsspuren bekommen.

Carlo zeigte seine beste Leistung, die unter diesen Bedingungen möglich war. Das Ziel in Sicht, gab er gegen Ende noch einmal kräftig Gas, erreichte auf der Straße eine Höchstgeschwindigkeit von 83 km/h und konnte dadurch noch einige Plätze gut machen. Als er im Ziel den 12. Platz in der Tasche hatte und als Hero begrüßt wurde, war seine überwältigende Freude nicht zu übersehen.

Dem Teufel die Stirn geboten, einmal durch die Hölle und zurück waren geschafft. Eine grandiose Leistung von Carlo, die allen größten Respekt verdient.

Wie bei der Trophy üblich und legendär, wurden alle Aktiven vom hochmotivierten Publikum unermüdlich angefeuert. Betörender Beifall, lauthals rausgeplärrte Zurufe, Rockmusik, die aus privat aufgestellten Lautsprechern dröhnte, es herrschte überall Partystimmung pur.

Punkt 9 Uhr ging es dann auch für Annika mit weiteren 357 Aktiven unter der Dauerdusche Österreichs auf die Marathondistanz mit 121,6 km und 3794 hm. Annika empfand die Strecke als konditionell anspruchsvoll, technisch jedoch eher leicht, was ihr aber insgesamt zu Gute kam. Für ihre starke Leistung und ihr Durchhaltevermögen durfte Annika aufs Siegerehrungspodest und wurde mit dem 3. Platz geehrt. Sie durfte das „80 Mio alte Gestein“ als Trophäe mit nach Hause nehmen. Bikerherz, was willst du mehr?

Während der Siegerehrung kam Annika mit drei Fahrern ins Gespräch, die die SIG Koblenz Racing und den 1. Vorsitzenden Berry (Ralf Berenhäuser) kannten. Wieder ein Beweis dafür, dass man Berry tatsächlich überall kennt.

Allein auf der A-Distanz wurden zwölf Verpflegungspunkte angefahren. Immer die Uhr und die Parkplatzsuche im Nacken. Da musste der Fahrer es stellenweise ordentlich „fliegen“ lassen. Und nass, nass waren nach kurzer Zeit nicht nur die Betreuer, sondern auch alles im Auto.

Die Ergebnisse im Überblick

Salzkammergut Trophy Marathon A - 204,6 km - 7044 hm.

Carlo Dindorf, M 20, Platz 12, 13:20:51h.

Salzkammergut Trophy Marathon B - 121,6 km - 3794 hm.

Annika Marzina, W 30, Platz 3, 7:51:05h.

Vorschau

Als Nächstes stehen die Teamfahrer:innen der SIG Koblenz Racing am Wochenende 31. Juli/1. August beim 11. VULKAN-Cross-Triathlon in Schalkenmehren und beim TRAIL GIRO in Neustadt a.d.W. am Start.

Carlo Dindorf auf der Strecke.

Carlo Dindorf auf der Strecke.

Annika Marzina bei der Siegerehrung. Fotos: privat

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