Kreismeisterschaft der Reiter
RFV Oberbachem gewinnt beide Mannschaftswettbewerbe
Oberbachem. Während die Profis noch bei der Weltmeisterschaft der Reiter im dänischen Herning ihre Wettkämpfe austrugen, waren am vergangenen Wochenende die Spitzenvertreter des Reitsports aus der Region Bonn-Rhein-Sieg in Bornheim-Widdig am Start. Die für in zwei Wochen geplante Meisterschaft in der Vielseitigkeit musste kürzlich wegen der anhaltenden Dürre schon abgesagt werden, aber die Dressur- und Springreiter trafen sich nun auf der Anlage des Gestüts Aluta, um die Besten in insgesamt 26 Einzel- und Mannschaftswettbewerben zu ermitteln. Meisterwertungen wurden für alle Leistungsebenen und natürlich auch für Junioren/ Junge Reiter ausgetragen.
Dabei gab es nur am Freitag überregional ausgeschriebene Prüfungen für junge Pferde, danach ging es aber ausschließlich für Teilnehmende aus Vereinen des Kreisverbandes weiter. „Die Kreismeisterschaften sollen auch eine Art „Familienfest“ der Bonn-Rhein-Sieg ReiterInnen sein“, so Norbert Camp, Vorsitzender des Verbandes. Die üppigen Rauschschwaden über dem Gelände am Samstagabend waren also nicht auf einen hitzebedingten spontanen Brand von Strohballen zurückzuführen, sondern auf den geselligen Grillabend, zu dem die Veranstalter eingeladen hatten.
Das insgesamt hohe Niveau des Reitsports im Kreis zeigte sich an allen drei Tagen, denn nicht jeder Kreisverband ist in der Lage, sowohl in der Dressur als auch im Springen genügend qualifizierte TeilnehmerInnen aufzubieten, um auch Wettbewerbe der Senioren-Klasse S ausrichten zu können. Die S-Dressur am Samstag gewann Lars Viereck auf Sonrisa Divina, nachdem er auch schon die M**-Prüfung am Freitag für sich entscheiden konnte. Zweite wurde Katharina Langfeldt vor Anna Thierfelder.
Parallel zur S-Dressur am Samstag fand die Mannschafts-Springprüfung in der Kategorie A** statt. Der RJC Rodderberg, RC Annaberger Hof und auch der RV Niederbachem waren stark vertreten, die beiden letzteren sogar mit je zwei Teams. Am Ende gab es aber Überraschungssieger: das Team vom RFV Oberbachem mit Amelie Unger, Julia Lauer, Max Tiemeyer und Sarah Pinsdorf hatte mit drei Nullrunden auch ohne Stechen die Nase vorn. Vizemeister wurde Annaberger Hof I vor dem RJC Rodderberg. Die Fanclubs der Mannschaften machten sich lautstark bemerkbar, während Pferde und ReiterInnen bei der herrschenden Hitze doch ganz froh waren, nach ihrer Runde jeweils schnellstmöglich ein schattiges Plätzchen zu finden. Dem Getränkekonsum auf der bestens hergerichteten Anlage von Peggy und Thomas Schönenstein gab das Wetter natürlich einen Schub. Auch Tag drei brachte bei Temperaturen über 30 Grad spannenden und hochklassigen Sport. Im Mannschaftswettbewerb der Dressur starteten sechs Mannschaften aus fünf Vereinen. Caroline Kessel mit Louis, Hanna von Hagen auf Rufus, Christiane Lauer auf Louis de Pointe du Lac und Verena Schäfer mit Florenciano eiferten dem Springteam nach und konnten tatsächlich ebenfalls die Kreismeisterschaft für den RFV Oberbachem gewinnen. Auch „altgediente“ Besucher der Veranstaltung konnten sich nicht erinnern, dass es so einen „Doppelpack“ schon einmal gegeben hätte, und die WhatsAPP Gruppe des Vereins explodierte mit Fotos, Videos und Glückwünschen. Die Mannschaften der PSG Pelz und RV Niederbachem I belegten die Plätze zwei und drei.
Höhepunkt der Einzelwettbewerbe im Springen war am Sonntag ab 16 Uhr das S-Springen mit Stechen. Maximilian Bremicker von den Turnierfreunden Lohmar kam als letzter Starter im Stechen auf seinem Clementinchen als Schnellster fehlerfrei ins Ziel und sicherte sich die Siegerschärpe. Auf Platz zwei landete Maren Raucamp vom RV Rheinische Höhen vor Isabelle Betz vom RJC Rodderberg.
Die Ergebnisse aller Wettbewerbe können auf its-turnierservice.de abgerufen werden.
Der „Beauftragte für Springen“ im Kreispferdesportverband und frischgebackener Kreismeister mit der Springmannschaft, Max Tiemeyer, zog am Ende eine sehr zufriedene Bilanz: „Es ist immer wieder toll, zu sehen, mit wieviel Engagement die Teilnehmenden, die Ausrichter vom Gestüt Aluta, aber auch die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer bei der Sache sind, um so eine Veranstaltung auf die Beine zu stellen! Den Ablauf mit knapp 300 Startern und noch mehr Pferden reibungslos hinzukriegen, erfordert Sachkenntnis, aber bei drei Tagen mit über 30 Grad auch eine gute Portion Durchhaltevermögen bei allen Beteiligten“.
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