Allgemeine Berichte | 09.09.2014, 11:27 Uhr

ART/KOMM-Ausstellung trotzte dem Wetter

Erst der Regen, dann die Kunst

ART/KOMM mit u.a. (v.l.n.r.) Regine Reinelt, Ellen Dornhaus, Dr. Uwe Rieken, Elisabeth Schroeder-Lüttgen, Maria Wolf und Manfred Niche. Gemeinde Wachtberg/mm
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Wachtberg-Villiprott. Es regnet, es regnet, die Erde wird … und die Künstlerinnen und Künstler der Gruppe ART/KOMM wurden auch nass. Kaum hatte die Gemeinschaftsausstellung im Garten von Manfred Niche, Kunst & Rahmen in Villiprott ihre Pforten geöffnet, als auch schon ein Platzregen niederging. Den Elan der acht Aussteller schmälerte das nicht … und die Sonne ließ sich auch bald wieder blicken.

Für die 8. Wachtberger Kulturwochen hatte die Gruppe ART/KOMM ein vielseitiges Kunstangebot zusammengestellt. Der Name steht dabei für A-Acryl, R-Rahmen, T-Technik, O-Objekte, M-Malen in Aquarell und M-Monotypie.

Glänzend und matt

Den Keramikarbeiten von Elisabeth Bedorf, Henny Voos und Maria Wolf hatte der Regen eh nichts anhaben können, im Gegenteil, sie glänzten jetzt besonders schön. Die Drei zeigten eine Auswahl ihrer Arbeiten. Vasen, Schalen und Dekoratives wie Frösche und Igel präsentierten sie, daneben Leuchtkugeln in verschiedenen Größen und Farben. Besonders schön war ein von Maria Wolf geformtes Leuchtobjekt in Form eines Turms. Interessant anzuschauen waren auch diverse Schalen aus buntem Ton mit Mustern wie Holzmaserungen.

Ellen Dornhaus hatte bei dem kurzen aber heftigen Regenschauer schon mehr zu behüten. Ihre Fotoarbeiten hingen zwar trocken, aber plötzliche Windböen erforderten mehrmals beherztes Festhalten. Sie produziert ihre Bilder völlig autark, das heißt sie fotografiert, bearbeitet und druckt alles selbst. Dabei experimentiert sie mit verschiedenen Papieren. Ausgestellt hatte sie so einige Motive auf Glänzendem und zum Vergleich auch auf einem besonders kostbaren Fine-Art-Papier.

Letzteres ist es, was bei zahlreichen ihrer Fotos zu der für sie schon typischen Optik führt und ihre Arbeiten, wie gemalte Kunstwerke aussehen lässt. Derart, dass man an alte holländische Meister erinnert wird. Was ist schöner, matt oder glänzend? „Ganz unterschiedlich“, sagt die in Villiprott lebende Dornhaus, „einige Besucher mögen lieber die matten, andere die glänzenden Bilder.“

Gerahmt und gerundet

Gastgeber Manfred Niche präsentierte eine Auswahl neuer Aquarelle und erläuterte, wie Rahmen Bilder aufwerten können. Für jedes und jeden hat Niche den passenden Rahmen, sogar solche, die „um die Ecke“ gehen. Lustig anzusehen waren seine kleinen Sternzeichen-Aquarelle. Aber er habe auch mal nicht den üblichen Pinsel benutzt, sondern einfach einen Pappstreifen verwendet, erklärte Niche mit Blick auf ein in Rot-Tönen leuchtendes Aquarellbild, das dadurch viel grafischer in seiner Wirkung sei.

Gar nicht eckig ist, was Regine Reinelt zu bieten hat. Pralle, bunt bemalte, kleine und große Nanas zeigte die Künstlerin. Vorwiegend Frauenfiguren fertige sie, sagt Reinelt, meist auf Bestellung, aber auch verschiedene Tiere habe sie schon aus Pappmaché geformt, wie Drachen, Schnecken und einen Elefanten. Den hatte sie mit dabei, in knalligen Farben bemalt ließ er die 70er Jahre wieder aufleben. Ein sich küssendes Nana-Paar war ebenso nett anzuschauen.

Ton und Kreide

Elisabeth Schroeder-Lüttgen zeigte neben einer Auswahl an Grußkarten mit Makrofotografien, kleinen Monotypien oder Kupferdrucken neue „Liebhabereien“, Keramikarbeiten. Schalen und diverse Objekte hatte sie im Raku-Brand-Verfahren hergestellt, sie zeigten alle ein interessantes und immer wieder anders aussehendes Craquelé-Muster. Sogar Garderobenknöpfe in unterschiedlichen Größen bot Schroeder-Lüttgen in dieser Optik an.

Mit Pastellkreiden und Buntstiften arbeitet Dr. Uwe Rieken besonders gern. Seine Zeichnungen von verschiedenen Naturmotiven und Landschaften, von Hunden und Vögeln waren detailgenau, besonders amüsant war die Abbildung eines Meerschweinchens. Stimmungsvoll zeigten sich Riekens Nordsee-Impressionen.

Und wer sich auf die Künstlerin Sabine Heinen gefreut hatte, muss sich jetzt bis zur nächsten ART/KOMM-Ausstellung gedulden, sie war erkrankt. Aber die ART/KOMM kommt wieder, egal ob es regnet oder … nein, nächstes Mal scheint bestimmt die ganze Zeit die Sonne.

ART/KOMM mit u.a. (v.l.n.r.) Regine Reinelt, Ellen Dornhaus, Dr. Uwe Rieken, Elisabeth Schroeder-Lüttgen, Maria Wolf und Manfred Niche.Foto: Gemeinde Wachtberg/mm

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