Politik | 06.05.2015

SPD-Fraktion im Rat der Gemeinde Wachtberg

Kommunalpolitik: Der Ton macht die Musik

Wachtberg. Der ein oder andere mag die Artikel von CDU, UWG und FDP zum Wachtberger Haushalt ja amüsant finden. Leider fehlt ihnen die dem Thema angemessene Ernsthaftigkeit und Seriosität. Danach seien die Haushaltsberatungen eher beiläufig durch die Bürgermeisterin begleitet worden, auch fehle es ihr an Fähigkeiten wie Führung, Zielformulierung und Durchsetzung, die Spendierhosen der SPD seien zu groß für den Wachtberger Gemeinde-Etat. Die UWG meinte gar, die Notbremse ziehen zu müssen, weil die Eigenpolitik in Wachtberg zu ersticken drohe. Was sind die Fakten?

Fakt ist, dass die SPD letztendlich keinen anderen als den von der Bürgermeisterin vorgelegten Haushalt wollte und die Kürzungen von CDU, UWG, UW und der FDP besonders beim Infrastrukturpaket nicht mitgetragen hat. Das ist Demokratie. Aus dem Nichteinschwenken auf die CDU-Linie den Vorwurf der Untätigkeit abzuleiten, zeugt nicht gerade von Toleranz. Auch ist nur zu hoffen, dass der von einzelnen Ratsmitgliedern in den Sitzungen angeschlagene Ton keine Schule macht und diese zur sachlichen Auseinandersetzung zurückfinden.

Bleibt noch die Wahrheit: Mit den Stimmen von CDU, FDP, UWG und UW sei das Haushaltsergebnis um 850.000 Euro verbessert worden, so die Presseverlautbarungen. Der Beitrag der vorgenannten Fraktionen zur Ergebnisverbesserung beschränkt sich aber in Wahrheit auf 441.000 Euro. Der andere Teil der Kürzungen ist auf aktualisierte Erkenntnisse bezüglich der zu erwartenden Einnahmen und realistischen Einschätzung der Verwaltung zurückzuführen, dass in den noch verbleibenden neun Monaten des Jahres nicht mehr alle veranschlagten Maßnahmen umgesetzt werden können.

Dessen ungeachtet bestehen die Verbesserungsansätze von CDU, UWG, UW und FDP angesichts der knappen Personaldecke der Verwaltung aus unsozialen und wirklichkeitsfremden Forderungen nach dem Abbau von Überstunden und der Streichung von Personalausgaben, dem Hochsetzen der Gewerbesteuererwartungen und den Streichungen bei den im Infrastrukturpaket enthaltenen Unterhaltungsmaßnahmen in Schulen, Kindergärten oder Turnhallen.

Zudem ist es nicht seriös, der Verwaltung auch mit Blick auf die Asylthematik immer neue Leistungen und strategische Ausrichtungen abzuverlangen sowie deren Arbeitszeit durch überzogene Anfragen zu binden, ihr das notwendige Personal aber durch Kürzungen bei den Personalausgaben zu verwehren.

Der dickste Brocken von 260.000 Euro betrifft die Kürzungen bei dem von der Bürgermeisterin in den Haushalt eingestellten Infrastrukturpaket. Darunter fallen Maßnahmen wie zum Beispiel die Sanierung der OGS-Küche in Adendorf, verschiedene Maßnahmen in der Sekundärschule Berkum, die Erneuerung des Spielgerätehauses in der Grundschule Pech, die Erneuerung der Heizung im Kindergarten Ließem und die Sanierung der Heizungsleitungen im Kindergarten Oberbachem. Für die überfällige Sanierung des Ehrenmals und das Wiederkenntlichmachen der Namen der für uns Gefallen wollen CDU, UWG, UW und die FDP ebenfalls kein Geld bereitstellen.

Wenn das die Lösung für eine strategische Ausrichtung des Haushalts sein soll, die die CDU ihrem früheren Bürgermeister im Übrigen nie abverlangt hat, dann sollten bei den vollmundigen Forderungen und dem Eigenlob eher kleinere Brötchen gebacken werden. Und zum Schluss noch eine weitere bittere Wahrheit: Der nunmehr von CDU, UWG, UW und FDP beschlossene Wachtberger Haushalt ist insgesamt mit Blick auf die unterlassenen Maßnahmen nicht wirklich solider als der von der Bürgermeisterin vorgelegte Haushalt. Er schließt abermals - wie in allen Jahren mit CDU- Verantwortung zuvor - mit rund drei Millionen Euro Verlust ab. Da hat die UWG wohl nicht stark genug an der Notbremse gezogen. Wie denn auch, denn mit Blick auf ihre frühere Mitverantwortung in der Koalition mit der CDU hat sie dies ja auch nicht getan.

Pressemitteilung der

SPD-Fraktion im Rat

der Gemeinde Wachtberg

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Dauerauftrag 2026
Imageanzeige - Dauerauftrag
Gitarrren Unterricht in Lonnig (2+1 Aktion)
80 Jahre Sportverein 1946 Kripp e. V.
80 Jahre SV Kripp
Heimersheimer Weinzeit, 14. – 15.08.26
Sommerfest der FFW Ahrweiler, 15. – 16.08.26
Sommerlager Dagernova
Empfohlene Artikel
Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Trinkwasserbrunnen, die auch für Wachtberg sehr gut geeignet wären
61

Wachtberg. Die extremen Hitzeperioden in diesem Jahr, die sich infolge des eingetretenen Klimawandels wohl dauerhaft einstellen dürften, haben die Wachtberger Parents for Future erneut auf den Plan gerufen. Nach drei Jahren verwaltungsinternem Stillstand mahnen sie die Wiederbelebung eines dort offensichtlich versandeten Bürgerantrags an. Danach wurde angeregt, in zentralen Orten, namentlich auf dem Vorplatz des Henseler Hofs in Niederbachem, Trinkwasserbrunnen für die Bevölkerung aufzustellen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild.
1229

Astrologische Vorschau für die KW 34: Gesundheit, Liebe und Erfolg im Fokus bei den Sternzeichen

Sterne im Blick: Horoskop für die Woche 17. August bis 23. August 2026

Die Woche vom 17. bis 23. August bringt Bewegung in Herzensangelegenheiten, berufliche Vorhaben und die persönliche Balance. Während manche Sternzeichen spüren, dass sich eine lange vorbereitete Entscheidung endlich auszahlt, geraten andere mit Erwartungen, Zeitdruck oder unausgesprochenen Konflikten aneinander. Auch gesundheitlich zeigt sich, wo zu viel Energie verbraucht und zu wenig auf Erholung geachtet wurde.

Weiterlesen

Wer kennt diese Frau?
1092

Aufmerksame Nachbarn beobachten Frauen beim Auskundschaften von Grundstücken und Häusern

18.02.: Einbruchsserie In Heimbach-Weis: Polizei fahndet nach Verdächtigen

Neuwied. In der Karnevalszeit zwischen dem 14. und 18. Februar 2026 wurden in der Ortsrandlage von Neuwied-Heimbach-Weis drei Einbruchsversuche registriert, von denen zwei erfolgreich durchgeführt wurden. Die Einbrüche ereigneten sich in der Burghofstraße, während in der Straße Fürther Weg ein versuchter Einbruch stattfand. Hierbei wurden die Täter offenbar durch die Rückkehr der Bewohner gestört.

Weiterlesen