Allgemeine Berichte | 17.09.2014

40 Jahre Jugendfeuerwehr Villip

Löschroboter „GARM“ war der Star des Jubiläums-Nachmittags

Die 18 Mitglieder starke Jugendfeuerwehr zeigte bei zwei Übungen auch, was sie schon gelernt hat

Die Hauptattraktion des Nachmittags bei der Jubiläumsfeier der Feuerwehr Villip war die Demonstration des Löschroboters „GARM“ des Fraunhofer-Instituts in Werthhoven. JOST

Villip. Der Star bei der Jubiläumsfeier zum 40-jährigen Bestehen der Jugendfeuerwehr in Villip war nicht aus Fleisch und Blut, sondern ein Gebilde aus Stahl und elektronischen Schaltkreisen. Der Löschroboter „GARM“ des Fraunhofer-Instituts für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie (FKIE) zeigte eindrucksvoll, dass es im äußersten Notfall auch ohne Feuerwehrleute am Brandherd geht.

Dr. Frank E. Schneider und seine Crew aus Werthhoven demonstrierten: das nur einen Meter hohe Roboter-Fahrzeug ist durch seinen Raupenantrieb voll geländegängig. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 15 Stundenkilometern kommt es praktisch überall hin und kann bis zu 2000 Liter Wasser pro Minute bei einem Wasserdruck von 16 bar 30 Meter weit spritzen. Aber auch ein breitgefächerter Löschnebel ist auf Knopfdruck mit dem Fernbedienung-Joystick machbar, wenn es die Situation vor Ort erfordert.

Gefahr für das eingesetzte Personal

Die Bekämpfung von Bränden sei mit großen Gefahren für das eingesetzte Personal der Feuerwehr verbunden, so Schneider bei seinen Erläuterungen. Neben den unmittelbaren Bedrohungen durch die enorme Hitzeentwicklung und das Entstehen von giftigem Rauch sei bei größeren Schadenlagen mit langen Einsatzzeiten auch eine Überbeanspruchung und Erschöpfung der Einsatzkräfte möglich. Zur Unterstützung in solchen Situationen habe die Abteilung CMS diese mobile Roboterplattform entwickelt, die austauschbare Nutzlasten tragen könne und in diesem Fall mit einem ferngelenkten Wasserwerfer ausgestattet wurde.

Der Antrieb basiere auf zwei 7,5 Kilowatt-Elektromotor und sei damit unabhängig von der Qualität der Umgebungsluft, was im Einsatz von entscheidender Bedeutung sein könne. Eine Batterieladung ermögliche eine Nutzungsdauer von 6 bis 8 Stunden, zudem seien die Batterien austauschbar, sodass prinzipiell ein ununterbrochener Betrieb möglich wäre. Daher könne der Prototyp beispielsweise bei Schadensfällen in der chemischen Industrie oder in Kernkraftwerken zum Einsatz zu kommen, wo Menschen nicht mehr hingelangen könnten. Dafür werde der Löschroboter auch mit zusätzlichen Kameras und Sensoren ausgestattet, die auch die Lageerkundung vor Ort erleichtern könnten.

Wunderwerk der Technik präsentiert

Wehrleiter Markus Zettelmeyer zeigte sich stolz darauf, dieses Wunderwerk der Technik beim Jubiläumsfest der Jugendfeuerwehr präsentieren zu können. Im Mittelpunkt des Tages stünden allerdings die jugendlichen Feuerwehrleute, aus deren Reihen schon seit 40 Jahren der Nachwuchs der Villiper Löschgruppe rekrutiert werde. In der heutigen Zeit sei es wichtiger denn je, eine funktionierende Jugendarbeit zu machen, denn das garantiere letztlich den Erhalt der Freiwilligen Feuerwehr in der Gemeinde Wachtberg. „Das sind die Leute, die uns einmal beerben werden“, zeigte er auf die derzeit 18 Mitglieder der Jugendfeuerwehr, darunter zwei Mädchen, die von den Jugendfeuerwehrwarten Christian Münzer, Thomas Kiupel und Kim Kiupel ausgebildet und betreut werden. Das nehme sehr viel Zeitanspruch, denn die Jugendlichen wollten immer motiviert werden, und man müsse ihnen immer wieder etwas Neues bieten.

Auch Bürgermeisterin Renate Offergeld (SPD) lobte die Arbeit der Jugendfeuerwehr, sie unterstrich ihre Bedeutung für das Funktionieren einer Freiwilligen Feuerwehr in einer ländlichen Gemeinde, wie Wachtberg es sei. Am 3. April 1974 sei die Jugendfeuerwehr Villip von Albert Schmidt sen gegründet worden und seither durchgehend aktiv. Noch heute seien zwei Mitglieder in der Löschgruppe aktiv, Georg Hubrich und Wolfgang Köhler gebühre großer Dank für ihre Treue. Hubrich wurde von Zettelmeyer, Offergeld und Löschgruppenführer Peter Schumacher mit einer Urkunde und einer hübsch gestalteten Holzscheibe ausgezeichnet.

Übungen und theoretischer Unterricht

Jugendwart Christian Münzer erläuterte, wie die Arbeit in der Jugendfeuerwehr vonstattengeht. Mit Übungen und theoretischem Unterricht werde der Nachwuchs vorbereitet auf künftige brandschutztechnische Hilfeleistungen. Bei 24-Stunden-Übungen für sämtliche Jugendwehren in der Gemeinde Wachtberg werde nicht nur die Leistungsfähigkeit getestet, sondern man nehme auch Aufgaben der allgemeinen Jugendarbeit wahr. Aber auch sonst sei man über das eigentlich Feuerwehrtechnische hinaus vielfältig engagiert, etwa mit einem gemeinsamen Besuch des Bonner Weihnachtsmarktes, beim Plätzchen backen für die Familie oder mit Wasserschlachten im Sommer.

Löschgruppenführer Peter Schumacher gegen in seiner kurzen Ansprache auf die Entwicklung der Jugendfeuerwehr ein, die anfangs eine reine Bubengruppe war, bis 1992 Tanja Zorn als erstes Mädchen mitmachte. Heute sei man mit 18 Mitgliedern, darunter zwei Mädchen, hervorragend aufgestellt. Das sei vor allem dem Mitmachtag zu verdanken, den die Löschgruppe im vergangenen Jahr organisierte und bei der acht Jugendliche „hängen blieben“. Bei den Übungsstunden jeden Montag um 18 Uhr am Feuerwehrgerätehaus sind Interessenten im Alter von 10 bis 18 Jahren weiterhin sehr willkommen.

Fotoausstellung und Modenschau

Gleich zweimal zeigte der Nachwuchs der Löschgruppe an diesem Nachmittag bei unterschiedlichen Übungen, was sie bereits gelernt haben. Zunächst wurde die Rettung einer verletzten Person vom Dach des Feuerwehrgerätehauses mittels Schleifenkorbtrage gezeigt, anschließend war noch ein Löschangriff mit Schaum zu sehen. Eine Fotoausstellung über die Historie der Jugendfeuerwehr sowie eine Modenschau rundeten das Jubiläumsprogramm ab. Die Kinder vergnügten sich derweil auf der Hüpfburg oder auf dem kleinen Kinderkarussell, doch besonders beliebt waren die Tret-Traktoren und Bobby Cars, mit denen sich die Kinder wahre Wettrennen lieferten.

Die Hauptattraktion des Nachmittags bei der Jubiläumsfeier der Feuerwehr Villip war die Demonstration des Löschroboters „GARM“ des Fraunhofer-Instituts in Werthhoven. JOST
18 Mitglieder stark ist derzeit die Jugendfeuerwehr der Löschgruppe Villip, die von Christian Münzer, Thomas und Kim Kiupel geleitet wird.

18 Mitglieder stark ist derzeit die Jugendfeuerwehr der Löschgruppe Villip, die von Christian Münzer, Thomas und Kim Kiupel geleitet wird.

Mit einer Urkunde und einer hübsch gestalteten Holzscheibe wurde Georg Hubrich als Gründungsmitglied der Jugendfeuerwehr Villip ausgezeichnet.

Mit einer Urkunde und einer hübsch gestalteten Holzscheibe wurde Georg Hubrich als Gründungsmitglied der Jugendfeuerwehr Villip ausgezeichnet.

Die Hauptattraktion des Nachmittags bei der Jubiläumsfeier der Feuerwehr Villip war die Demonstration des Löschroboters „GARM“ des Fraunhofer-Instituts in Werthhoven. Fotos: JOST

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