- Anzeige - Firmenjubiläum bei Hündgen Entsorgung in Ollheim
Der Müllberg von heute ist der Rohstoffberg von morgen
Als eines der größten Dienstleistungsunternehmen in der Region kümmert sich Hündgen mit 120 Mitarbeitern um die fachgerechte Entsorgung aller Arten von Abfällen
Ollheim. „Als unsere Eltern vor 70 Jahren mit einem Traktor und Anhänger begannen, die Bevölkerung mit Kartoffeln und Briketts zu versorgen, ahnten sie nicht, dass daraus schon bald ein großer Fuhrbetrieb werden sollte“, blickte Winfried Hündgen auf die Anfangszeit der Firma Hündgen Entsorgungs GmbH & Co. KG aus Ollheim zurück. Das Unternehmen feierte am Wochenende seinen 70. Geburtstag mit einem großen Volksfest und mehr als 500 Gästen auf dem 30.000 Quadratmeter großen Firmengelände am Rande von Ollheim. Sogar der nordrhein-westfälische Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) gehörte zu den Ehrengästen, die das Jubiläum des Familienunternehmens gebührend feierten.
Als eines der größten Dienstleistungsunternehmen in der Region kümmert sich Hündgen heute um die fachgerechte Entsorgung aller Arten von Abfällen. Dabei erstreckt sich das Serviceangebot über die Bereiche Transport, Sortierung sowie Vermarktung wiederverwertbarer Rohstoffe. Das im Jahre 1949 von Anna und Peter Hündgen gegründete Familienunternehmen hat sich im Laufe der Zeit zu einem modernen mittelständischen Betrieb mit 120 Beschäftigten entwickelt. Heute unterhält Hündgen zwei Standorte: Der Geschäftssitz befindet sich am Stammsitz in Ollheim, im Bonner Industriegebiet Broichstraße gibt es eine weitere Niederlassung.
200.000 Tonnen Abfälle werden jährlich verwertet
Ende der 1960er Jahre sei der erste Container-Lkw gekauft worden, und 1970 habe die Firma die erste Kiesgrube gepachtet, womit der Einstieg in die Müllbeseitigung und spätere Müllsortierung begann, erinnerte sich Winfried Hündgen. Ende der 1970er Jahre siedelte man aus dem Ort auf das jetzige Firmengelände aus, auf dem jährlich ungefähr 200.000 Tonnen Abfälle behandelt, sortiert und verwertet werden. Das sei allerdings gerade mal die Hälfte der genehmigten Abfallmenge von 450.000 Tonnen pro Jahr, ergänzte Juniorchef Christian Hündgen. Gemeinsam mit dem Dualen System sorge Hündgen dafür, dass in Deutschland die Kreislaufwirtschaft funktioniere. „Der Müllberg von heute ist der Rohstoffberg von morgen“, zeigte sich der Juniorchef optimistisch.
Daher sei die Firmenphilosophie nachhaltig orientiert: „Wir beraten unsere Kunden zuerst, ob es Möglichkeiten der Müllvermeidung gibt. Wenn das nicht der Fall ist, überlegen wir gemeinsam, ob man etwas Neues aus dem Abfall machen kann. Und wenn auch das nicht hilft, denken wir darüber nach, ob man wenigstens einen neuen Brennstoff daraus gewinnen kann.“ So habe man schon vor Jahren Ersatzbrennstoffe ins Braunkohlekraftwerk nach Hürth geliefert, doch weil es dort versäumt worden sei, die Genehmigung rechtzeitig zu verlängern, liefere man die Ersatzbrennstoffe nun in andere Kraftwerke. Zudem arbeite man mit Forschungseinrichtungen und Startups an Pyrolyseverfahren, um aus Abfall Strom und später Wasserstoff herzustellen.
Von Greta Thunberg inspiriert
Greta Thunberg habe den Klimaschutzaktivitäten einen Namen gegeben, „und auch wir wurden davon inspiriert“, gab Winfried Hündgen zu. So habe sein Unternehmen schon seit Jahren die Potenziale in der Abfallwertung gesehen und daher den Betrieb daraufhin ausgerichtet. „Wir hoffen, bald unsere eigene Kunststoffverwertungsanlage aufbauen und in Betrieb nehmen zu können“, blickte er voraus. Aber auch die Kunststoff- und anderen Abfallgemische müssten einer Verwertung zugeführt werden.
Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner erinnerte daran, dass Winfried Hündgen das Unternehmen 1989 mit seinerzeit 18 Beschäftigen übernommen und im Anschluss, unterstützt von seinen Geschwistern, kontinuierlich erweitert habe. „Inzwischen hat er sich zu einem modernen mittelständischen Betrieb entwickelt und ist eines der größten Dienstleistungsunternehmen in der Region mit etwa 120 Mitarbeitern.“ Sie habe den Firmenchef als Unternehmerpersönlichkeit kennengelernt, den großes Verantwortungsbewusstsein und ein umsichtiger Einsatz für seine Mitarbeiter auszeichne. „Dass das Unternehmen heute sein 70-jähriges Bestehen feiern kann, verdankt es auch dem Umstand, dass es immer mit der Zeit gegangen ist und sich an die variablen ökologischen und ökonomischen Bedingungen angepasst hat“, so die Bürgermeisterin. Mit großem Engagement und Mut zu Innovation sei man an die aktuellen Themen herangegangen. So werde an diesem Feiertag auch die neue Sortieranlage eingeweiht, die vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert werde. Letztlich stärke dieses Projekt auch den Wirtschaftsstandort Swisttal. Besonders erfreut zeigte sich Kalkbrenner darüber, dass es Hündgen gelungen sei, den Firmenstandort in weiser Voraussicht dauerhaft planungsrechtlich abzusichern.
Beispielhafte Geschichte für den Erfolg des Mittelstands
Wirtschaftsminister Pinkwart nannte die Firmenhistorie seinerseits eine „fast schon beispielhafte Geschichte für den Erfolg des Mittelstandes“. Wilfried Hündgen verbinde Unternehmertum mit Umwelt und Technologie und sorge mit seinem Unternehmen dafür, „dass wir künftig weiter ein umweltgerechtes und gutes Leben führen können, und dafür nicht auf alles verzichten müssen.“ Kurz zuvor hatte Hündgen den Bau einer millionenschweren Anlage angekündigt, in der aus Kunststoffabfällen Granulat zur Wiederverwendung gemacht werden soll. Wenn die Genehmigung der Bezirksregierung wie erwartet bald erteilt werde, könnte die Anlage eventuell noch in diesem Jahr gebaut werden und Mitte nächsten Jahres in Betrieb gehen. Schon jetzt werden in der Sortierhalle 1, dem Herzstück des Geländes, recycelte Wertstoffe aus Handel, Gewerbe und Industrie an zwei modernen Sortierstraßen nach Materialen getrennt. Von den jährlich etwa 14.000 Kubikmeter DSD-Material brauche nach aufwändiger und sorgfältiger Sichtung von Hand nur noch ein Rest von weniger als 15 Prozent auf Deponien entsorgt zu werden. Ohnehin sei es eines der wichtigsten Ziele der Gegenwart, die Zukunft für die Nachkommen zu erhalten. Abfallreduzierung, Müllvermeidung, Wertstoffsortierung und -Verwertung seien kleine Schritte, die man täglich gehen könne. Ein in sich geschlossener Prozess, wie ihn die Natur tagtäglich in vielen Stoffkreisläufen vormache, sei das Ideal aller Entsorgungsbemühungen. „Unsere Industriegesellschaft hat diesen Punkt leider noch nicht erreicht, aber wir nähern uns ihm Schritt für Schritt“, glaubt Hündgen. Sein Entsorgungsbetrieb sieht er als ein unverzichtbares Glied in dieser Kette. Wobei er darauf hinwies: „Abfälle entstehen nicht beim Entsorger, sondern bei jedem einzelnen.“
Nachwuchs auf der Hüpfburg oder im Sandkasten
Neben jeder Menge Informationen rund um das Thema Müllentsorgung, Wiederverwertung und Abfallvermeidung konnten die Besucher auch ihr Wissen über Mülltrennung verbessern. Der Nachwuchs vergnügte sich derweil auf den beiden riesigen Hüpfburgen oder grub mit der Schaufel im riesigen Sandkasten, andere ließen sich zu Tieren und Fabelwesen umschminken oder fuhren mit der Bimmelbahn über das Gelände. Die Erwachsenen holten sich währenddessen Tipps zum genussvollen Grillen von Grillweltmeister Klaus Breinig.
JOST
Die Firma Hündgen Entsorgung feierte ihr 70-jähriges Jubiläum mit (von links): Juniorchef Christian Hündgen, Geschäftsführer Benedikt Althaus vom VVWL, Professor Dr. Stephan Wimmers (Geschäftsführer IHK Bonn/Rhein-Sieg), Etta und Winfried Hündgen, Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner, Gewerbevereinsvorsitzender Stefan Lütke, MdL Oliver Krauß, Eric Rehbock (Hauptgeschäftsführer bvse e.V.) und Hündgen-Tochter Hanna Hesse. Fotos: JOST
