- Anzeige - Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr feiert Wiedereröffnung

„Ein Stückchen Heimat ist zurück“

06.10.2022 - 08:44

Bad Neuenahr. „Ein Stückchen Heimat ist zurück!“ Selbst Bürgermeister Guido Orthen (CDU) konnte seine Freude darüber kaum verhehlen, dass das traditionsreiche Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr, nach der Flutkatastrophe von Grund auf saniert, seine Pforten wieder geöffnet hat. Vor zahlreichen geladenen Gästen beim Pre-Opening rief er aus: „Moses ist wieder da!“ und dankte den Inhabern Martina und Norbert Wittenberg für ihr Engagement.

Dabei sei das Unternehmen nach der Flut eigentlich gar nicht lange geschlossen gewesen, schließlich habe das 1901 gegründete Kaufhaus durch seinen Umzug in die nahegelegene Pop-Up-Mall auf dem Kirmesplatz Bad Neuenahr und die anschließende schrittweise Wiedereröffnung einzelner Bereiche mit dazu beigetragen, dass es Hoffnung für einen umfangreichen Wiederaufbau der Wirtschaftsinfrastruktur in der Kreisstadt gebe. „Wenn eine Stadt 90 Prozent ihrer Wirtschaftskraft verliert, und dann auch noch Moses weg ist, dann ist das schon ein heftiger Schlag“, erinnerte Orthen sich zurück. Schließlich sei Moses nach wie vor DAS Kaufhaus des Ahrtals und das Flaggschiff des heimischen Einzelhandels.


Einzelhändler mit Leib und Seele


Schon einmal sei das Kaufhaus im Sterbeprozess gewesen, doch auch damals schon habe das Ehepaar Wittenberg das Unternehmen gerettet. Niemand hätte sich beklagen können, wenn sie nun gesagt hätten: „Das war‘s, wir machen nicht weiter“, so Orthen. Doch sie hätten sich für die Reanimation entschieden und hätten es als „Einzelhändler mit Leib und Seele“ einfach gemacht, obwohl sie weder der Stadt noch dem Ahrtal etwas schuldeten. Der Dank gelte aber auch den knapp 80 Mitarbeitern, von denen sich viele bis über die Grenzen der Belastbarkeit hinaus für die Umgestaltung und die Wiedereröffnung engagiert hätten, und das Ergebnis könne sich mehr als sehen lassen. Die Wittenbergs seien als Menschenfreude mit höchster Offenheit in diese Stadt gekommen und hätten die Stadt und das Tal mit seinen Menschen liebgewonnen. Mit dieser Offenheit hätten sie auch das Kaufhaus neugestaltet, „denn jetzt sieht man, wer im Laden ist“, schmunzelte der Bürgermeister.

Gerade nach der Flutkatastrophe lege die Moses AG großen Wert auf die Nachhaltigkeit, dabei gebe es schon seit vielen Jahren ein eigenes Blockheizkraftwerk auf dem Dach des Gebäudes, erklärte Unternehmensleiter Patrick Küpper. Geplant sei nun zusätzlich eine Fotovoltaikanlage zur Stromgewinnung auf dem Dach, ebenso eine Fassadenbegrünung für den Klimaschutz. Schon lange vor der Flut sei die komplette Beleuchtung auf energiesparende LED-Leuchten umgestellt worden, sogar über eine Bedarfssteuerung für die Rolltreppen werde nachgedacht, doch das sei schwieriger als gedacht und noch nicht entschieden.


4500 Quadratmeter Verkaufsfläche auf drei Geschossen


Auf 4500 Quadratmetern Verkaufsfläche, verteilt auf drei Geschosse, bietet das Kaufhaus Moses jetzt wieder sein komplettes Sortiment an und hat sogar noch Geschenkartikel neu hinzugenommen, erläuterte Geschäftsleiterin Pia Steinborn. Im von der Flut völlig zerstörten Untergeschoss sei nun eine eigene Welt geschaffen worden, in die man wie in eine zweite Heimat eintauchen könne, „eine Art Rotweinwanderweg im Untergeschoss“. Eine große Bücherabteilung wird dort ergänzt von Schreibwaren und Haushaltswaren, Reisegepäck und Glas und vielem mehr. Im Erdgeschoss dominiert jetzt die junge Mode unter der Überschrift „Young Fashion“, aber auch die Schmuckabteilung ist hier weiterhin zu finden und auch noch so manches andere modische Accessoire. Neu ist auch ein VIP-Shopping-Raum, den man bei Bedarf als Einzelperson oder kleine Gruppe einschließlich einer versierten Verkäuferin buchen kann, wenn es etwa um Hochzeitsvorbereitungen oder einen „Shoppingtag“ einer Freundinnengruppe geht, oder wenn man einfach ungestört etwas Bestimmtes aussuchen möchte.

Pittoreske Fotos aus dem Ahrtal von Kai Schneiders sorgen für einen Wiedererkennungseffekt in allen Bereichen. Im Obergeschoss ist nicht nur die Mode für den Herrn und die Dame zu finden, sondern auch ein kleines Weinbistro mit drei Dutzend Sitzplätzen, das von der Weinmanufaktur Dagernova in eigener Regie betrieben wird. „Ein Herzensprojekt für uns, denn wir sind schon seit Ewigkeiten eng mit dem Kaufhaus Moses verbunden“, bestätigte Dagernova-Vorstand Vivien Greber. Das Fehlen eines Restaurants - bis vor 20 Jahren hatte es noch eines im zweiten Obergeschoss gegeben - sei immer wieder bedauert worden, begründete Inhaber Norbert Wittenberg diesen Schritt. In dem Bistro gibt es die Weine der einheimischen Winzergenossenschaft ebenso wie leckere Gerichte und kleine Snacks und nicht zuletzt die Gelegenheit zum Plausch mit Freunden. „Schließlich soll das Kaufhaus Moses noch mehr als je zuvor ein Treffpunkt für die Menschen aus der Region werden“, so Wittenbergs Devise. JOST

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Kommentare
juergen mueller:
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Sabine Weber-Graeff:
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