Wirtschaft | 19.06.2016, 15:30 Uhr

-Anzeige- LBS-Immobilienberater Marco Smetiprach zur Situation auf dem Wohnungsmarkt

Immobilienpreise ziehen weiter an

Smetiprach „Die eigene Immobilie stellt für die meisten Menschen die größte Investition ihres Lebens dar“

LBS-Immobilienberater Marco Smetiprach. privat
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Interview mit dem LBS-Immobilienberater Marco Smetiprach über die aktuelle Situation am Markt für Wohnimmobilien. Herr Smetiprach, wie bewerten Sie die aktuelle Preisentwicklung auf dem Wohnungsmarkt? Die Nachfrage nach Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen und das knapper werdende Angebot an Gebrauchtimmobilien charakterisieren die momentane Situation. Die außergewöhnlich attraktiven Finanzierungsbedingungen, die guten Einkommens- und Beschäftigungsentwicklung sowie der weitersteigende Wohnraumbedarf - auch aufgrund der deutlichen Zuwanderung - heizen den Bedarf an. Der inzwischen verstärkte Neubau verheißt perspektivisch eine Entlastung, denn wer in eigene neue vier Wände zieht, macht in der Regel eine alte Wohnung frei. Bis die kräftig wachsenden Baugenehmigungszahlen am Markt in Form von bezugsfertigen Häusern und Wohnungen ankommen, wird jedoch noch einige Zeit vergehen. Solange die Knappheit anhält, werden die Preise für Bestandsobjekte weiter anziehen. Von einer Fortsetzung der im vergangenen Jahr gesehenen Entspannungstendenzen kann somit keine Rede mehr sein. Bis zum Jahresende ist durchaus mit einem spürbaren Preisanstieg zu rechnen. Aber von Preisübertreibungen kann man hier nicht sprechen. Sieht man von einzelnen sogenannten „Hotspots“ ab, so sind die Immobilienpreise in Deutschland immer noch als moderat zu bezeichnen. Neubau oder Bestand, was sollte man bei dieser ersten Entscheidung berücksichtigen? Bestandsimmobilien können meist mit einigen Vorteilen punkten: Solche Objekte sind überwiegend zentrumsnah gelegen, die Infrastruktur ist gut entwickelt und die Nachbarschaft ist bekannt. Allerdings ist es hier immer ratsam, das Objekt mit einem unabhängigen Experten anzusehen und zu prüfen. Architekten und Innenarchitekten verfügen über die Erfahrung und das Fachwissen, nicht nur bauliche Mängel und Sanierungsstaus zu erkennen, sondern auch verborgene Potenziale zu sehen. Dennoch: Obwohl die Käufer von Bestandsobjekten zusätzlich die Aufwendungen für Instandsetzung und Sanierung einkalkulieren müssen, ist Wohneigentum nach wie vor für große Teile der Bevölkerung erschwinglich. Die Preise für Neubauprojekte sowohl bei den Eigentumswohnungen als auch bei den Einfamilienhäusern können doppelt so hoch sein wie entsprechende Bestandsobjekte. Diese ausgeprägte Preisdifferenz lässt darauf zurückführen, dass neue Objekte vor allem in den Schwerpunkten der Wohnungsnachfrage entstehen, mit den dort tendenziell höheren Grundstückspreisen. Zudem machen sich hier die hohen energetischen Anforderungen an Neubauten mit den damit einhergehenden höheren Baukosten bemerkbar. Bauland bleibt nach meiner Einschätzung der Engpassfaktor Nummer eins auf dem Immobilienmarkt. Ist die Investition in eine Wohnimmobilie unter diesen Rahmenbedingungen wirklich noch lohnenswert? Die mit Abstand beliebteste Wohnform der Rheinland-Pfälzer sind die eigenen vier Wände. So lagen die Rheinland-Pfälzer 2011 mit 53,9 Prozent auf Platz zwei im gesamten Bundesgebiet. Und mit einer Durchschnittsfläche von 104 Quadratmetern sind sie bundesweit sogar Spitze. Die eigene Immobilie stellt für die meisten Menschen die größte Investition ihres Lebens dar. Der Weg ins eigene Zuhause war noch nie so günstig wie zurzeit. Die Baufinanzierungszinsen befinden sich auf historisch niedrigem Niveau. Davon profitieren alle, die ein Haus oder eine Wohnung abbezahlen. Denn die günstigen Zinsen verbilligen die Finanzierung und kompensieren Anstiege bei den Immobilienpreisen, die es vielerorts gegeben hat. Gerade jetzt gilt es, die Niedrigzinsen für die Altersvorsorge zu nutzen. Die Renditen für Tages- und Festgeld, für Sparbücher und sonstige Anlagen liegen nun schon seit mehreren Jahren bei nahezu null. Da Finanzieren immer günstiger wird, lohnt sich es, sich die Immobilie als Altersvorsorge ins Auge zu fassen. Laut einer von TNS Infratest, unter anderem im Auftrag der Landesbausparkassen (LBS), durchgeführten Umfrage, sehen 78 Prozent der Deutschen das eigene Zuhause als sichere Altersvorsorge an, für knapp zwei Drittel ist es sogar die beste Vorsorge. Die eigene Wohnung oder ein eigenes Haus bietet viele Vorteile, die kein anderes Vorsorgeprodukt leisten kann: Immobilienbesitzer können ihre Altersvorsorge „aus Stein“ ab dem Tag des Einzugs nutzen. Insbesondere im Rentenalter, wenn die Einkünfte geringer werden, spürt derjenige, der in der abbezahlten Immobilie lebt, die finanziellen Vorteile. Ein erheblicher Teil der Rente geht in der Regel für die Miete drauf. Wer im Eigentum lebt, hat so Monat für Monat deutlich mehr im Portemonnaie. Mit der attraktiven Riester-Förderung unterstützt der Staat seit 2008 auch die wichtigste Säule der privaten Altersvorsorge: den Bau oder Kauf selbst-genutzten Wohneigentums. Seit dem 1. Januar 2014 weist die Wohn-Riester-Förderung eine Reihe weiterer Verbesserungen auf. Vor allem können Wohn-Riester-Verträge nicht mehr nur für den Bau oder Kauf, sondern auch für den altersgerechten, barrierefreien Umbau der selbst-genutzten Immobilie eingesetzt werden. Beim Bausparen wirkt die Riester-Förderung wie ein Turbo, denn mit hohen Zulagen bauen Bausparer schneller und leichter Eigenkapital auf. In der Darlehensphase entlasten die Zulagen beim Tilgen.

LBS-Immobilienberater Marco Smetiprach. Foto: privat

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