Allgemeine Berichte | 09.06.2026

Die Helfer hatten eine Menge zu tun:

Rock am Ring: DRK versorgt 3700 Personen

Amelie Oesterreich (Mitte) freute sich sehr, dass auch ihre Eltern Christine (li.) und Marc (re.) bei Rock am Ring im Einsatz waren.

Kreis Ahrweiler. Das DRK hat auch in diesem Jahr die sanitäts- und rettungsdienstliche Versorgung bei Rock am Ring sichergestellt. Rund 200 Mitarbeitende des Rettungsdienstes und 900 ehrenamtlich Helfende des DRK-Kreisverbands Ahrweiler e.V. und aus dem gesamten Bundesgebiet waren dabei im Einsatz. Eine von ihnen war Amelie Oesterreich aus dem DRK-Ortsverein (OV) Bad Neuenahr-Ahrweiler e.V. Sie war zum ersten Mal dabei und wurde von uns begleitet.

Je näher ihr erster Einsatz bei Rock am Ring rückte, desto mehr stiegen Vorfreude und auch Aufregung von Amelie Oesterreich. „Mittlerweile kribbelt es schon ganz schön. Ich habe so viel über das dreitätige Festival gehört. Die Atmosphäre dort soll einzigartig sein und die Einsätze sich deutlich von denen anderer Veranstaltungen unterscheiden. Ich bin gespannt auf alles, was mich erwartet, und freue mich darauf, endlich Teil davon zu sein.“, sagte die 18-Jährige wenige Tage vor Beginn von Rock am Ring. Insbesondere freute sie sich auf die Zusammenarbeit mit einem so großen Team an ehren- und hauptamtlichen Helfenden. Gleichzeitig hatte sie aber auch eine gehörige Portion Respekt vor der Großveranstaltung mit tausenden Besuchenden, einer hohen Zahl an Patientinnen und Patienten sowie der für Festivals typischen Geräuschkulisse.

Zusammen mit ihren Kameradinnen und Kameraden vom OV Bad Neuenahr-Ahrweiler war die Schülerin an der Unfallhilfsstelle im Medical Center eingesetzt. Ihre Augen leuchteten, als sie dort ankam. Sie war sichtlich überwältigt - das Festivalgelände war viel größer als erwartet. Ein kurzer, staunender Blick auf das – noch menschenleere Infield – und schon ging es in die Unfallhilfsstelle. Nach einem Rundgang und einer Einführung wurden die Ehrenamtlichen in Teams (Tragen, Registrierung, Behandlung, Überwachung) eingeteilt. Zusammen mit ihren Kolleginnen und Kollegen war Amelie Oesterreich im Infield im Einsatz und übernahm die Erstversorgung von Verletzten sowie Erkrankten. Ihre anfängliche Nervosität war sofort wie weggeblasen. Sie war glücklich, Menschen helfen zu können und fühlte sich sehr wohl in ihrer neuen Tätigkeit. Erfahrene Helfende standen ihr stets zur Seite und waren jederzeit bereit, Fragen zu beantworten. Die junge Rotkreuzlerin behandelte während des Festivals viele Besuchende und wurde immer selbstsicherer.

Der zweite Tag von Rock am Ring war für Amelie Oesterreich besonders, da sie zusammen mit ihren Eltern im Einsatz war. Beide sind seit Jahren ehrenamtlich im DRK aktiv und ihre Tochter war schon in der Krabbelgruppe des Roten Kreuzes. Als diese 17 war, wurde ihr Wunsch immer stärker, anderen Menschen helfen zu wollen und sie bat ihre Eltern, sich beim DRK-OV anmelden zu dürfen. Natürlich unterstützten Christine und Marc Oesterreich den Wunsch ihrer Tochter. Wenig später machte diese schon die Ausbildung zur Helferin im Sanitätsdienst und bestand an ihrem 18. Geburtstag die Prüfung.

Ihren ersten Einsatz für das Rote Kreuz hatte die Schülerin ausgerechnet mit ihrem Vater bei einer Karnevalssitzung. Viel zu tun gab es damals nicht – anders als bei Rock am Ring. Sie und ihre Kolleginnen und Kollegen waren auf dem gesamten Festivalgelände verteilt: neben den Bühnen, im Infield, dem Medical Center und auch auf den Campingplätzen. Sie versorgten rund 3.700 Personen, es gab 825 Einsätze des Rettungsdienstes und fünfmal wurde ein Hubschrauber hinzugezogen.

Ihre erste Großveranstaltung wird Amelie Oesterreich lange nicht vergessen. Die Menschenmassen hatte sie wohl unterschätzt, ihre anfänglichen Erwartungen wurden aber nicht enttäuscht und so blickt sie zufrieden auf das Festival zurück: „Ich bin sehr dankbar für die drei Tage am Nürburgring und dass ich ehrenamtlich Menschen helfen durfte. Ich habe mein Wissen verfestigt, konnte praktische Erfahrungen sammeln und habe on top noch sehr viel Neues gelernt. Dabei wurde ich unfassbar toll von der DRK-Familie unterstützt. Es war immer jemand da, der Fragen beantwortet hat, und ich war durchgehend im Team mit erfahrenen Einsatzkräften unterwegs, von denen ich viel mitnehmen konnte. Schon jetzt freue ich mich sehr auf meine nächsten Einsätze.“, fasst Amelie Oesterreich ihr erstes Rock am Ring zusammen.

DRK-Kreisverbandspräsident Achim Haag ist glücklich, wenn sich junge Menschen ehrenamtlich beim Roten Kreuz engagieren: „Sie sind unsere Zukunft und deshalb werden sie bei uns auch mit offenen Armen empfangen. Großveranstaltungen wie Rock am Ring zeigen, wie gut die Zusammenarbeit zwischen Jung und Alt funktioniert – genau dieser Austausch macht unsere Arbeit stark. Dabei wachsen die Jüngeren schnell in ihre Aufgaben hinein, lernen von den Erfahreneren und werden so Schritt für Schritt Teil des Teams.“, sagt Achim Haag und dankt zudem dem DRK-Rettungsdienst Nürburgring und den neun DRK-Ortsvereinen (Adenau, Bad Breisig, Bad Neuenahr-Ahrweiler, Grafschaft, Niederzissen, Remagen, Sinzig, Wehr und Weibern) für den Einsatz während Rock am Ring.

Amelie Oesterreich (Mitte) freute sich sehr, dass auch ihre Eltern Christine (li.) und Marc (re.) bei Rock am Ring im Einsatz waren.

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