Allgemeine Berichte | 03.09.2026, 12:12 Uhr

Weißstorch-Erfolg am Rhein

Von Weißenthurm nach Afrika: Die spannende Reise der VG-Störche

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Verbandsgemeinde Weißenthurm. Es ist eine ganz besondere Erfolgsgeschichte: Erstmals brütete in diesem Jahr ein Weißstorchpaar erfolgreich in der Verbandsgemeinde (VG) Weißenthurm.

Für zwei der drei Jungstörche übernahm die Verwaltung die Patenschaft. Die begeisterten Bürgerinnen und Bürger entschieden, dass die beiden Tik und Tak heißen.

Der dritte Geschwisterstorch trägt wegen des Unternehmens Castell, das die Beringung der drei unterstützt hat, den Namen Castelli.

Jetzt nahm Diplom-Biologin Dr. Katja Preiß rund 50 Interessierte bei einem informativ-unterhaltsamen Vortrag im Rahmen der VG-Klimaschutzreihe „Heimat entdecken – Zukunft gestalten“ mit auf eine spannende Reise durch die Geschichte und das Leben der drei jungen Weißstörche.

Von den ersten vorsichtigen Bauarbeiten am Horst bis zu den ersten Flugversuchen der Jungstörche ließ Katja Preiß die spannende Entwicklung von Tik, Tak und Castelli noch einmal lebendig werden. Dass aus dem Storchenpaar am Rhein tatsächlich drei Jungstörche hervorgehen würden, war dabei keineswegs selbstverständlich. Umso größer war die Freude über den Nachwuchs: Die Brut ist die erste erfolgreich brütende Weißstorchfamilie am Rhein im nördlichen Rheinland-Pfalz und zugleich die erste natürliche Baumbrut in diesem Gebiet.

Die Urmitzer Biologin schilderte anschaulich und mit ansteckender Begeisterung, wie sich das Geschehen am rund 18 Meter hohen Horst von den ersten Beobachtungen im März über die Brutzeit und den Schlupf der Küken bis hin zu stattlichen Jungvögeln entwickelte. Ein besonderer Moment war die Beringung und Besenderung der Jungstörche, die der Verein Aktion Pfalzstorch in Kooperation mit der Vogelwarte Radolfzell unterstützt hat. Damit lässt sich ihr weiterer Lebensweg digital verfolgen. Über die App „Animal Tracker“ können Interessierte die Flugrouten der besenderten Störche live verfolgen und so miterleben, welche Wege die Tiere auf ihrem Zug in den Süden zurücklegen.

Und die Reise der Störche aus der VG hat bereits begonnen: Castelli machte sich Ende Juli auf den Weg, überquerte Frankreich und weilt aktuell in Südspanien. Tik und Tak folgten Anfang August über Frankreich und Spanien bis nach Nordafrika. Immer wieder rasteten die Störche aus der VG gemeinsam mit vielen Artgenossen auf großen Deponien. Das Verhalten ist eine Anpassung an die vom Menschen veränderten Lebensräume. Zeitweise fehlten Signale von den VG-Patenstörchen. „Das kann viele Ursachen haben wie ein Defekt am neu entwickelten Prototyp-Sender oder ein Funkloch“, betonte Preiß bei der Erläuterung der Streckendarstellung in der App. Zusätzlich gab´s Anwendetipps für „Animal Tracker“ zur besseren Verfolgung der Reise der VG-Störche.

Neben den großen Stationen der Storchenfamilie hatte Preiß auch jede Menge überraschend-unterhaltsame Weißstorch-Fakten im Gepäck. So erfuhren die Zuhörerinnen und Zuhörer, dass der Schnabel der Jungstörche zunächst schwarz ist und die Körpertemperatur eines Weißstorchs bei durchschnittlich 41 Grad liegt. Gerade der Umgang mit Hitze interessierte das aufmerksame Publikum. Die Referentin beantwortete alle Fragen ebenso kompetent wie verständlich. So erläuterte Preiß, dass Störche hecheln und mit Hilfe von weißem, flüssigem Kot, der die Sonne reflektiert, ihre Beine kühlen. Für Staunen sorgte auch die Tatsache, dass ein Storchenhorst im Laufe der Jahre die Größe eines Ehebettes erreichen kann.

Bleibt die große Frage, ob die VG-Störche auch wieder zurückkommen. Die meisten Jungstörche bleiben zunächst in ihrem Überwinterungsgebiet. Erst im Alter von drei bis fünf Jahren beginnen sie selbst zu brüten. Bis Tik & Tak wieder zurück in der Heimat sind, könnte es also dauern. Gleichzeitig sind erwachsene Weißstörche ihrem Horst sehr treu, und so dürfen wir uns darauf freuen, die Elterntiere im nächsten Frühjahr erneut am Rhein bestaunen zu können. „Es war wirklich spannend, die Entwicklung der drei Jungstörche von den kleinen Köpfchen im Horst über die ersten eigenen Flüge bis zum Aufbruch in den Süden mitzuerleben“, sagte Preiß. Dass ausgerechnet hier am Rhein drei Jungstörche erfolgreich aufwachsen konnten, nannte die Expertin „etwas ganz Besonderes“. Für die VG-Klimaschutzmanagerin Jennifer Vogt ist klar: „Tik, Tak und Castelli haben gezeigt, dass Naturschutz nicht irgendwo weit weg stattfindet, sondern direkt vor unserer Haustür.“ Umso schöner sei es, das besondere Naturerlebnis weiter mitverfolgen zu können. „Und ich freue mich, dass sich so viele Bürgerinnen und Bürger für den Schutz unserer heimischen Tierwelt begeistern“, sagte Vogt.

Die nächste Veranstaltung im Rahmen von „Heimat entdecken – Zukunft gestalten“ findet am 8. September 2026 um 18 Uhr statt. Dann ist die bekannte Gartenbauexpertin Heike Boomgaarden mit Werner Ollig zu Gast und zeigt, wie im eigenen Garten Wasser gepflanzt werden kann. Infos zu dieser und weiteren Veranstaltungen unter www.vgwthurm.de/klimaschutz

Pressemitteilung der Verbandsgemeinde Weißenthurm

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- Foto: VG Weißenthurm

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- Foto: Katja Preiß

- Foto: VG Weißenthurm

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