Ahrtalbahn: Wird es Diesel- oder Elektrozüge geben?
Kreis Ahrweiler. Das Vorhaben, auf der wiederaufgebauten Strecke der Ahrtalbahn zunächst Dieseltriebwagen statt der geplanten Elektrozüge einzusetzen, stößt vielfach auf großes Unverständnias. Blick Aktuelll hakte bei Thorsten Müller, SPNV Verbandspäsident, nach.
Wird die Ahrtalbahn ab dem 01.01.2026 mit Elektrozügen, oder evtl. mit Dieselzügen bis 2033 verkehren?
„Natürlich sollen auf der elektrifizierten Ahrtalbahn auch elektrische Züge verkehren. Dazu stehen die beiden SPNV-Aufgabenträger in NRW und RLP in Verhandlungen. Diese sind noch nicht abgeschlossen. Wir sind vorsichtig optimistisch, dass die Vertragsgespräche zu einem positiven Ausgang führen. Es ist KEIN Ziel mit den bekannten Dieselzügen bis zum Ende des Verkehrsvertrags in 2033 zu fahren. Wir bitten um Verständnis, mehr zu den laufenden Vertragsgesprächen aktuell nichts sagen zu können.“
Stehen die Finanzierungsmittel für diese Elektrofahrzeuge (durch das Land) bereit?
„Die beiden gesetzlichen Zweckverbände in RLP erhielten bis 2024 ausschließlich die sogenannten Regionalisierungsmittel des Bundes, welche der Bund den Ländern insbesondere für den SPNV zur Verfügung stellt. Unter anderem der Anstieg der Preise und die Ausweitung der Busangebote der regionalen Hauptlinien hat dazu geführt, dass das Land RLP ab 2025 erstmals in den Bereich ÖPNV mit Bus&Bahn aufwachsend 190 Mio. Euro als Landesmittel steckt. Bis 2024 konnte man die Lücken mit Rücklagen schließen.
In Kenntnis der herausfordernden finanziellen Situation wurde von der Verbandsversammlung auch die Umsetzung eines 20 min Taktes unter einen Finanzierungsvorbehalt gestellt. Die VBVS hat sich seit Jahren intensiv mit der Finanzierungssituation durch das Land befasst und fordert eine Verlässlichkeit der Finanzierung. Der SPNV-Nord wäre nicht in der Lage, hohe Preise bei der Umstellung auf elektrische Fahrzeuge zu bezahlen. Im Rahmen der Vertragsgespräche sind wir vorsichtig optimistisch, die finanziellen Möglichkeiten mit den Kosten für elektrische Fahrzeuge in Einklang zu bringen.“
Wie ist der Stand bezüglich der bereits vor einiger Zeit öffentlich angekündigten vier neuen Haltepunkte an der Strecke (Bad Neuenahr-Mitte, Heppingen, Marienthal und Ahrbrück/Pützfeld)?
„Diese 4 neuen potentiellen Haltepunkte können nicht aus der Wiederaufbau-Finanzierung umgesetzt werden. Von Beginn an war deswegen klar, dass nur das GVFG - Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz verwendet werden kann. Voraussetzung für eine GVFG-Maßnahme ist eine positive Nutzen-Kosten-Untersuchung mit einem Wert > 1. Diese Untersuchung ist beauftragt, aber noch nicht abgeschlossen. Wir erwarten die Ergebnisse im Sommer 25.“
In der kommmenden Ausgabe folgen Stellungnahmen von PRO BAHN und Ahrtalbahnfreunden. Diese gehen mit den Vorhaben hart ins Gericht.
WITE
Schienen der Ahrtalbahn in Dernau. Foto: WITE