Allgemeine Berichte | 14.07.2025, 10:18 Uhr

Außerdem soll es ein neues Lehrschwimmbecken für das TWIIN geben

Bad Neuenahr: Kurviertel soll belebt werden

Rund zwölf Millionen Euro kostet die Sanierung der „Kurparkterrassen“ nach der Flut. 1,2 Millionen Euro davon muss die Stadt stemmen. Foto:GS
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Bad Neuenahr-Ahrweiler. Der Wiederaufbau zog sich wie ein roter Faden durch die jüngste Sitzung des Stadtrates von Bad Neuenahr-Ahrweiler. Auch der Termin für die Bürgermeisterwahl im kommenden Jahr wurde festgelegt. Alles mit einstimmigen Beschlüssen.

So bei der Entwurfsplanung für die „Kurparkterrasse“. Das Gebäude am Kurpark aus dem Jahr 1972 wurde historisch als Tanzcafé genutzt und daher ursprünglich als „Kurparkcafé-Restaurant“ bezeichnet. Das Erdgeschoss wurde vor der Hochwasserkatastrophe zuletzt als Bürofläche für die Ahrtal Marketing GmbH (AMG) sowie als temporäre Veranstaltungsfläche („Kleine Bühne“) als Kompensation für die bereits abgebrochene Konzerthalle im Kurpark genutzt, sodass es zuletzt respektive vor der Flut als städtisches Verwaltungs- und Veranstaltungsgebäude fungierte. Das Obergeschoss wurde für Besprechungen sowie als Lagerfläche genutzt. Dafür war es im Westteil mit Containern aufgestockt worden. Gutachter haben nun die Sanierungsfähigkeit bestätigt. Und auch die Förderfähigkeit aus dem Wiederaufbaufonds lieget vor. Die Gesamtsumme der Baumaßnahme liegt bei rund zwölf Millionen Euro, bei der Stadt verbleibt ein Eigenanteil von 1,2 Millionen. Während das Erdgeschoss „seinen Funktionen treu bleibt“, ist im Westteil eine Aufstockung in Holz für eine Erweiterung der Büroflächen vorgesehen. Das äußere Erscheinungsbild des Gebäudes wird laut Bürgermeister Guido Orthen optisch an den Neubau Kurparkrandbebauung angepasst.

Belebung des Kurviertels

Entsprechend fielen die Stellungnahmen der Fraktionen aus. So sprach David Bongart für die CDU von einer „ökologisch als auch ökonomisch sinnvollen Investition“. Alfred Förner (FWG) bezeichnete das Projekt als „positive Entwicklung mit Mehrwert“ und Werner Kasel (SPD) brachte für die künftige Nutzung der Tagungsräume in freie Belegungszeiten auch die Möglichkeit der Anmietung durch Vereine oder Parteien ins Spiel. Die Grünen sahen ein „wichtiges Zeichen für den Wiederaufbau und David Jacobs (FDP) eine „kulturelle Wiederbelebung des Kurviertels“. Beginn der Sanierung soll Anfang 2026 sein, die Fertigstellung Mitte 2027.

Stiftung fürs Twin

Beim Neubau des Hallen- und Freizeitbades Twin ist die Finanzierung zweigeteilt. Während am Freibad Flutschäden von 11,5 Millionen Euro und der Wiederaufbaufonds ins Spiel kommen, ist beim Hallenbad Kostenreduzierung angesagt. Da gibt es laut Guido Orthen durch den von Ratsfraktionen initiierten „Runden Tisch“ eine „gute konsensuale Basis für künftige Beratungen“. So konnten durch Reduzierung des Raumprogramms des Hallenbandes die Kosten von 24,1 auf 18,7 Millionen Euro gesenkt werden. Zudem hat ein Kontakt zur Else-Schütz-Stiftung ergeben, dass diese als Sponsor für eine Lehrschwimmbecken im Freibadbereich tätig sein will. Die Stiftung mit Sitz in Montabaur, zu der David Bongart und der Bad Neuenahrer Ortsvorsteher, Richard Lindner, den Kontakt hergestellt hatten, hat sich unter anderem der Förderung des Schwimmsportes. Ein wichtiger Ansatz in dem neuen Bad, fand denn auch FDP-Fraktionschef Rolf Deißler: „Denn es geht darum, dass unsere Kinder schwimmen lernen.“ Die Verwaltung will die Ergebnisse des Runden Tisches weiterverfolgen.

Neues Feuerwehrhaus

Der Stadtrat hat zudem die Entwurfsplanung und Kostenberechnung für den Ersatzneubau der Feuerwache in Heppingen freigegeben und die Aufbau- und Entwicklungsgesellschaft mit der Umsetzung der Maßnahme beauftragt. Die Flut hatte das Feuerwehrhaus am Pantaleonsplatz in Heppingen zerstört. Nachdem sich die Löschgruppen Gimmigen und Heppingen nun zur neuen Löschgruppe Landskrone zusammengeschlossen haben, bekommen sie nun auch ein gemeinsames Domizil am westlichen Ortsrand von Heppingen. Dies nach modernstem Stand der Feuerwehrtechnik. Die Gesamtkosten der Maßnahme belaufen sich nach der aktuellen Berechnung auf 5,3 Millionen Euro und damit um 600000 Euro mehr als in der Vorplanung ursprünglich berechnet. Den Löwenanteil trägt der Wiederaufbaufonds. Diese Steigerung erklärt sich im Wesentlichen durch notwendige Maßnahmen zum Schutz vor Starkregenereignissen sowie durch bauliche Erschwernisse am Standort. Alle Fraktionen unterstrichen jedoch die „besonderen Bedeutung des Projekts für den Bevölkerungsschutz und die Stärkung des Ehrenamts“ und sahen den Mehraufwand als „gerechtfertigt und tragbar“ an. Der Baubeginn für die Maßnahme ist nach aktuellem Stand für das vierte Quartal 2025 vorgesehen.

Bürgermeisterwahl 2026

Die laufende Amtszeit von Bürgermeister Guido Orthen endet regulär am 31. Juli 2026. Der Stadtrat hat beschlossen, der Kreisverwaltung Ahrweiler als Tag für die Bürgermeisterwahl den Sonntag, 22. März 2026, und für eine etwaige Stichwahl den Sonntag, 12. April 2026 vorzuschlagen. Sollte der Kreis als Aufsichtsbehörde diese Termine entsprechend festsetzen, dann könnte die Wahl parallel zur rheinland-pfälzischen Landtagswahl stattfinden. Diese Vorgehensweise wird seitens der Stadt aus organisatorischen und finanziellen Gründen für sinnvoll erachtet. GS

Rund zwölf Millionen Euro kostet die Sanierung der „Kurparkterrassen“ nach der Flut. 1,2 Millionen Euro davon muss die Stadt stemmen. Foto:GS

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