DDR-Spionage entdecken
Sommerkino im Regierungsbunker
aus Bad Neuenahr-Ahrweiler
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Dokumentationsstätte zeigt am 21. August „Inside HV A – ein deutscher Dienst im Kalten Krieg“
Den westdeutschen Regierungsbunker bezeichnete Markus Wolf, langjähriger Chef der DDR-Auslandsspionage, als „eines der wichtigsten Zielobjekte unserer Aufklärung“. Der Grund war durchaus nachvollziehbar: Das Einrücken der Bundesregierung in die unterirdische Anlage im Ahrtal wäre ein deutlicher Hinweis auf Kriegsvorbereitungen gewesen. Nun, 36 Jahre nach dem Ende der DDR, kehrt ein Hauch von Agententätigkeit und Spionage zurück in den Bunker der Bonner Republik, der seinerseits 1997 geschlossen wurde.
Am Freitag, den 21. August, zeigt die Dokumentationsstätte Regierungsbunker in Bad Neuenahr-Ahrweiler um 18:30 Uhr die zweiteilige Filmdokumentation „Inside HV A – ein deutscher Dienst im Kalten Krieg“ von Jürgen und Daniel Ast (Ast-Film).
Die 2019 veröffentlichte Dokumentation gewährt seltene Einblicke in die Hauptverwaltung Aufklärung, kurz HV A, den Auslandsnachrichtendienst der DDR. Über Jahre hinweg sammelten die beiden Filmemacher aus Berlin Informationen über das Innenleben und die Arbeitsweise eines Geheimdienstes, der lange als nahezu undurchdringlich galt. Die Medienlandschaft würdigte das Ergebnis als „packende Milieustudie“ über einen vom Westen unterschätzten Nachrichtendienst.
Die HV A – „ein Mythos, ein Tarnkappenbomber Moskaus, der oft unter dem Radar der westlichen Geheimdienste flog. Ein Schattenreich, eine Black Box,“ so Ast-Film – wird durchleuchtet. Es berichten hochrangige Vertreter der HV A, darunter ihr langjähriger Leiter Markus Wolf und Mitstreiter aus dem Führungsbereich. Ebenso kommen „Kundschafter des Friedens an der unsichtbaren Front“ zu Wort – so bezeichnete die DDR jene Agenten, die im Westen spionierten. Auf diese Weise entsteht ein vielschichtiges Bild eines Geheimdienstes, der sich selbst als besonders erfolgreich verstand und dessen tatsächlicher Einfluss bis heute kontrovers beurteilt wird.
Im Anschluss an die Filmvorführung wird Jürgen Ast online zu einer Gesprächsrunde zugeschaltet. Er berichtet von der aufwendigen Recherche und davon, wie es ihm und seinem Sohn gelang, zahlreiche ehemalige Spionage-Hochkaräter der DDR vor die Kamera zu holen. Danach besteht für das Publikum Gelegenheit, Fragen zu stellen und mit dem Filmemacher ins Gespräch zu kommen.
Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt: Das Bistro am Regierungsbunker bietet während des Filmabends niederländische Spezialitäten und kühle Getränke an.
Wer den Filmabend mit einem Besuch des Regierungsbunkers verbinden möchte, kann bereits um 16.45 Uhr an einer Führung durch die historische Anlage teilnehmen. Der Film beginnt um 18.30 Uhr. Zwischen den beiden jeweils etwa 45 Minuten langen Teilen ist eine Pause vorgesehen; die Veranstaltung endet gegen 21.30 Uhr.
Der Eintritt zum Filmabend kostet 10 Euro, das Kombiticket mit vorheriger Führung 25 Euro. Beide Angebote können unabhängig voneinander gebucht werden. Sofern noch Plätze verfügbar sind, wird am Veranstaltungstag außerdem eine Abendkasse eingerichtet. Kostenlose Parkplätze stehen am Veranstaltungsort zur Verfügung.
Sebastian Walter