Allgemeine Berichte | 13.11.2021, 15:20 Uhr

Aktuelle Situation der Ahrtalbahn zwischen Ahrweiler und Remagen

Ahrtalbahn: DB muss Fahrplan nach drei Tagen einstampfen

Schienen in Heppingen. Foto: ROB
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Ahrtal. Leider waren die ersten Tage mit Bahnverkehr im Ahrtal nicht dazu angetan, Vertrauen in einen schnellen und modernen Wiederaufbau zu schaffen. Am 08.11.2021 wurde der Zugverkehr auf der flutzerstörten Ahrtalbahn im ersten Abschnitt von Remagen nach Ahrweiler provisorisch wiedereröffnet. Der Fahrplan der Linien RB 30 und 39 – beide sollten im Stundentakt verkehren – erwies sich jedoch schnell als unrealistisch. Als Grund nennt die DB „technische Unregelmäßigkeiten an Bahnübergängen, eine Langsamfahrstelle und einscherende Baufahrzeuge“. Zudem bräuchten die Sicherheitsvorkehrungen auf der derzeit nur eingleisig nutzbaren Strecke mehr Zeit als kalkuliert.

Wie konnte es zu solchen Planungsfehlern kommen?

Die Verspätungen und Zugausfälle auf der Ahrtalbahn waren für praxiserfahrene Eisenbahnerinnen und Eisenbahner vorhersehbar und hätten vermieden werden können. Zwar wurde in den letzten Monaten ein Gleis von Remagen bis Bad Neuenahr sehr rasch von der renommierten Fachfirma Leonard Weiss wieder aufgebaut, die Sicherungstechnik wurde jedoch nicht auf die Eingleisigkeit ausgerichtet und modernisiert. Dies hat zur Folge, dass ein zeitlich aufwändiges Sicherungsverfahren mittels fernmündlichen Zugmeldungen und schriftlichen Befehlen durchgeführt werden muss.

Es stellt sich die Frage, warum die DB Netz nicht die letzten Monate auch dafür genutzt hat, für den langen eingleisigen Abschnitt eine sichere und schnellere Methode zur Betriebsabwicklung zu planen und einzurichten. Durch den Einbau von Weichen in Heimersheim hätte z.B. der eingleisige Abschnitt verkürzt werden können oder durch Techniken für eingleisige Strecken wäre eine Signalisierung zum schnelleren Betriebsablauf möglich gewesen.

Bei der Eröffnung vor wenigen Tagen habe ich schon kritisiert, dass hinsichtlich des weiteren Aufbaus der Eisenbahninfrastruktur außer der Ankündigung, bald wieder bis Walporzheim zu fahren, keine Zeitschienen genannt wurden. Dazu wurde weder etwas zum Wiederaufbau des zweiten Gleises von Bad Neuenahr bis Remagen noch von der Strategie zum Bau der Oberahrtalbahn bis Ahrbrück mitgeteilt. Dabei sollte es doch für ein -auch international tätiges - Unternehmen wie der DB möglich sein, hierzu konkretere Aussagen zu treffen.

Um kurzfristig Stabilität in den Fahrplan zu bringen und wieder zwei Züge je Stunde und Richtung, dann aber im Abstand von ca. 30 Minuten von und nach Ahrweiler, anbieten zu können, wäre wahrscheinlich eine vorübergehende Kappung der durchgehenden Verbindung der RB 30 in Remagen notwendig. Diese Linie erleidet nach wie vor auf der Rheinstrecke zwischen Bonn und Remagen zum Teil erhebliche Verspätungen. In Verbindung mit dem eingleisigen Abschnitt auf der Ahrtalbahn kommt es dann zu weiteren betrieblichen Problemen, auch durch die Kurzwende in Ahrweiler. Bei dem Aufbrechen der Linie in zwei Teile könnte man diese betrieblichen Probleme zumindest bis zum Aufbau des zweiten Gleises lindern. Bis Mitte nächsten Jahres sollte es der DB Netz aber möglich sein, das zweite Gleis zwischen Remagen und Bad Neuenahr wieder herzustellen. Dann könnte das Zugangebot wie früher geplant auf drei Züge in der Stunde je Richtung erhöht und die durchgehende Verbindung nach Bonn wieder eingerichtet werden.

Pressemitteilung Freunde der „Ahrtalbahn“

Schienen in Heppingen. Foto: ROB

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