Allgemeine Berichte | 19.07.2022, 10:22 Uhr

Flutgedenken in Sinzig und Bodendorf

Bewegender Gottesdienst am Fluss mit Hunderten von Teilnehmern

Beeindruckenden Gedenkgottesdienst auf den Wiesen des Freiwegheim und des TV 08.  Foto: BL
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Sinzig. Es war ein bewegender Gedenkgottesdienst mit Hunderten von Teilnehmern. Auf der Gemarkungsgrenze zwischen dem Areal des Freiwegheims und der neuen Werferwiese des TV 08 Sinzig trafen sich am vergangenen Freitag Hunderte von Gläubigen aller Konfessionen um den Flutopfern in Sinzig und im gesamten Ahrtal zu gedenken. Pfarrer Stefan Bergner, der nach der Flut ins Ahrtal kam, sprach von einem starken und wichtigen Zusammenhalt der Menschen nach der Flut. Sinzigs Pastor Frank Werner, der ja bereits sehr einfühlsam und menschlich vor vielen Monaten den Gedenkgottesdienst für die verstorbenen Menschen im Lebenshilfehaus gehalten hatte, mahnte aber auch dazu, nicht allzu viel zu meckern. Sein: „Schimpft nicht zu viel, es liegt an euch selbst, wie ihr weiterleben wollt“, traf auch etwas den offen liegenden Zeitgeist.

Sinzigs Bürgermeister Andreas Geron nutzte das Gedenken noch einmal, um den zahlreichen anwesenden Feuerwehrleuten aus dem Stadtgebiet für ihren unermüdlichen Einsatz in der Flutnacht zu danken. Pastor Frank Werner erinnerte sich noch genau an seine Einsendung des neuen Allzweck-Unimogs der Feuerwehr Franken. Denn dieses Fahrzeug hatte seine erste Bewährungsprobe ebenfalls in der Flutnacht und konnte in Sinzig größten Stadtteil 60 Menschen in Sicherheit bringen.

Die im strahlenden Sonnenschein friedlich plätschernde Ahr in unmittelbarer Nachbarschaft, deshalb Gottesdienst am Fluss, ließ nun wirklich nicht erkennen, dass sie in der Katastrophennacht über 2 Meter hoch auf dem heutigen Gottesdienstareal gestanden hat.

Zeitlich etwas versetzt fand auch im Kurpark von Bad Bodendorf eine Gedenkveranstaltung statt. Dort konnten sich die Teilnehmer mittels eines ganz neu von Förderverein der Bad Bodendorfer Feuerwehr herausgegebenen Bildbands ein Bild von den Wasserständen während der Flutkatastrophe machen. Die Teilnehmer der Gedenkfeiern beteiligten sich anschließend gerne an der Menschenkette von Sinzig nach Bad Bodendorf. Die ging mit einigen Abständen und kleinen Lücken entlang der Wirtschaftswege vom Sinziger Brunnen bis zum Ehrenfriedhof. Die Teilnehmer waren meist selbst Betroffene, die bei den Gesprächen nach dem Gottesdienst auch nicht mit recht harscher Kritik zurückhielten. Die galt vor allen Dingen der schlechten Warnlage und der viel zu späten Auslösung des Katastrophenalarms. Tags zuvor hatte es die zentrale Gedenkfeier im Kurpark von Bad Neuenahr mit über 2000 Teilnehmern gegeben und am Freitag bildeten sich die Menschenketten entlang der gesamten Ahr. Dabei würden durchaus die Bemühungen auf für den Wiederaufbau gewürdigt, aber es wurde auch klar, dass man bei diesem Marathon gerade einmal die ersten Teilbereiche der Gesamtstrecke zurückgelegt hat. Das Ahrtal wird noch über Jahre hinaus auf Hilfe angewiesen sein. BL

Beeindruckenden Gedenkgottesdienst auf den Wiesen des Freiwegheim und des TV 08. Foto: BL

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