Allgemeine Berichte | 30.05.2025, 08:53 Uhr

Gelebte Verständigung: Auszeichnung für jahrzehntelanges Engagement

Brückenbauer des Dialogs: Paul-Eisenkopf-Preis für Gernot Jonas

V.li. Pater Prof. Dr. Alban Rüttenauer SAC (Vorsitzender der CJG), Gernot Jonas (Preisträger 2025) mit seiner Gattin Doris Jonas sowie Ingo Schneider (Dezernent für Bildung und Kultur der Stadt Koblenz). Foto: Christoph Simonis
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Koblenz. Am 25. Mai 2025 verlieh die Christlich-Jüdische Gesellschaft Koblenz e.V. (CJG) in Kooperation mit der Stadt Koblenz zum neunten Mal den Paul-Eisenkopf-Preis, gefördert von der Koblenzer Kultur Stiftung. Ausgezeichnet werden Personen, Schulklassen oder Gruppen, die sich – im Bewusstsein der deutschen Vergangenheit – für das gelingende Miteinander von Menschen unterschiedlicher Religionen, Herkünfte, Kulturen, Nationalitäten und Weltanschauungen einsetzen. Der Preis erinnert an den Pallottinerpater Prof. Dr. Paul Eisenkopf (1939–2003), langjähriger Vorsitzender der CJG, der sich dem christlich-jüdischen Dialog widmete.

Die Jury, bestehend aus dem Kulturdezernenten der Stadt Koblenz, je einem Vertreter der Universität Koblenz und der Vinzenz-Pallotti University sowie zwei Mitgliedern der CJG, entschied sich einstimmig für Pfarrer i.R. Gernot Jonas als Preisträger.

Für Jonas wurde die christlich-jüdische Verständigungsarbeit im Schatten der Shoah zur lebensprägenden Aufgabe. Neben seinem überregionalen Wirken ist sein langjähriges Engagement in der Koblenzer CJG hervorzuheben. Seit über vier Jahrzehnten übersetzt er nahezu täglich aus dem Jiddischen und Niederländischen. Seine umfangreichen Arbeiten umfassen bedeutende Standardwerke ebenso wie Literatur des Klassikers Scholem Alejchem, wodurch das kulturelle Erbe des osteuropäischen Judentums mit seiner jiddischen Sprache wieder sichtbarer wird.

In seiner Laudatio würdigte Dr. Simon Neuberg von der Universität Trier (Fachbereich Germanistik-Jiddistik) den Preisträger, mit dem ihn eine langjährige Freundschaft verbindet.

„Gernot Jonas ist ein Brückenbauer“, erklärte Kulturdezernent Ingo Schneider. „Er übersetzt nicht nur Texte, sondern auch Lebenswelten.“ Der von Jonas gelebte interreligiöse Dialog sei keine freiwillige Übung, sondern eine gesellschaftliche Notwendigkeit. „Er schützt vor Spaltung, Hass, Desinformation.“ In Zeiten zunehmender antisemitischer Vorfälle gewinne dies an Bedeutung.

Alban Rüttenauer verstärkte abschließend die Worte des Vorsitzenden der Jüdischen Kultusgemeinde sowie des Kulturdezernenten: „Heute ist von mehreren Seiten betont worden, wie wichtig es ist, miteinander im Gespräch zu sein und zu bleiben, gerade in Zeiten wie diesen. Als Verein sind wir froh darüber und stolz darauf, unermüdlich einen Beitrag dazu zu leisten.“

Die feierliche Verleihung des Paul-Eisenkopf-Preises fand im historischen Rathaussaal der Stadt Koblenz statt. Für die musikalische Gestaltung sorgte das Vater-Sohn-Duo Hans und Daniel Bollinger. Zahlreiche geladene Gäste nahmen an der Veranstaltung teil.

BA

V.li. Pater Prof. Dr. Alban Rüttenauer SAC (Vorsitzender der CJG), Gernot Jonas (Preisträger 2025) mit seiner Gattin Doris Jonas sowie Ingo Schneider (Dezernent für Bildung und Kultur der Stadt Koblenz). Foto: Christoph Simonis

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