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Prunksitzungen der Andernacher Stadtsoldaten in der Mittelrheinhalle

Die Gründungsväter wären stolz auf ihr närrisches Militär gewesen

29.01.2018 - 13:13

Andernach. „Hann mir kaen Preusse mieh, dann mache mier ons Militär selwe“, sagten sich einst die Gründungsmitglieder der Stadtsoldaten 1896 Andernach. Ihre Uniformen und Holzgewehre zeugen noch heute davon. Dass ihre Nachfahren 122 Jahre später in der Stadt nicht nur mit ihrem Auftreten, sondern auch mit urwüchsig rheinischer Stimmung, tränentreibenden Büttenvorträgen und gewinnendem Tanz immer noch rund 1100 Freunde der „Annenacher Sitzungs-Faasenacht“ begeistern würden, davon hätte damals wohl noch niemand geträumt. Das rot-weiß-gelbe Traditionskorps hatte zu zwei Prunksitzungen eingeladen und traf damit offenkundig den Geschmack des Publikums.

Auf der Bühne der Mittelrheinhalle, die das Bühnenbauteam um Susanne Bell in „Mollys Elfenwald“ verzaubert hatte, kündigte der wieder einmal gut aufgelegte Kommandant und Sitzungspräsident Heribert „Molly“ Zins nach dem überwältigenden Einzug seines Korps und der Begrüßung des närrischen Auditoriums das Kinderballett an. Unterstützt von ihren Leiterinnen Carina Peitz und Nina Schneider zeigten sieben „Elfen“ im Alter von drei bis zehn Jahren, welche Tanzschritte sie schon drauf haben. Das Publikum war entzückt.

„Die Männer sind alle Verbrecher“ intonierte das Stimmungs-Trio „Tusch-Express“, als Puddel Cathrin Ducht „Et Blondche“ (Andrea Peters) auf die Bühne geleitete. Die berichtete von Turbulenzen auf ihren langen Reisen, doch ihre Zuhörer zeigten sich weniger mitleidsvoll als amüsiert. 24 Jungs und Mädels des Jugendballetts überzeugten in ihrer Performance mit Wildwest-Flair als tanzende amerikanische Ureinwohner.

Handgemachte, eingängige Musik und zündende Texte sind die Zutaten zum Erfolgsrezept der „Altstadtrebellen“ (Waldemar Thiele, Aaron Friedland, Stefan Fischer und Heribert „Molly“ Zins). Das Quartett versteht es, Aktuelles in Noten und Reim zu verarbeiten. Bei ihrem Lied „Zähne rein und Brille auf“, zu dem sich die Bühnen-Traverse mit dem Refrain-Text absenkte, war das karaoke-geneigte Publikum nicht mehr zu bremsen.

Spätestens, als die Kompanie zu ihrem zackigen und traditionellen Tanz zu „Jetzt geht’s los“ aufmarschierte, wussten die Sitzungsbesucher, dass das Stimmungsbarometer weiter steigen wird. Andernach sei der Vorgarten Edens, voller Euphorie, Harmonie und Empathie, schwärmten „Spitz und Spitz“ (Johannes Asbach und Mathias Sabel), um dann loszulegen mit ihrer Gesellschafts- und Politikkritik rund um Miesepeter und Gutmenschen. Asbach gab später seinen Abschied von der Sitzungsbühne bekannt.

Dass die Stimmung beileibe keinen Schaden nimmt, wenn sich seine Tollität Prinz Thomas I., „et Blümo vom Blick“, und Ihre Lieblichkeit Bettina I., „die wirbelnde Gardemaus aus’m Hürtershaus“, mit ihrem Gefolge in den Sitzungsverlauf einbringen, sollte sich mittlerweile herumgesprochen haben. „Heute tanzt das Prinzenpaar“ und der von der Hofstaat-Jugend präsentierte Gestentanz „Chuchuwa“ erwiesen sich bisher als wirkungsvolle Mitbringsel und Stimmungsgaranten. Festausschusspräsident Lutz Schnitzendöbel zeichnete den engagierten Stadtsoldaten Waldemar Thiele mit dem Großen Verdienstorden des Festausschusses aus.

Danach gehörte die Bühne den „Vier Kleevkurschte“ (Erika Schwickert, Andrea Paulmann, Martina Eiden und Vera Zerwas-Schneider). Harmonisch vierstimmig besangen sie „Ditt on Datt“ aus dem Andernacher Leben, doch landeten sie ihren Volltreffer mit der gelungenen Interpretation des Songs „In jeder Frau steckt ein Stück Hefe“ der Mannheimer Künstlerin Thea Eichholz-Müller. Mit der Art, einen Reimvortrag ans Narrenvolk zu bringen, eroberte sich Teenager Johannes Fischer endgültig einen festen Platz in der Stadtsoldaten-Bütt. Der ehemalige „Lurch“ verzichtet jetzt auf den „Niedlichkeitsfaktor“. Er sieht sich mehr als „männlich werdender Tiger“.

Kölsches Liedgut im Vier-Viertel-Takt wurde gestartet für Regimentstochter Tina Ruppert und Tanzoffizier Aaron Friedland. Das sympathische Tanzpaar erarbeitete sich mit einer Vielfalt von Hebungen, Tanzschritten und sportakrobatischen Elementen einen Riesenapplaus. Wenn Pointen eines Zwiegesprächs zünden, ist das schon ein Erfolg. Kommt noch gelungene Comedy dazu, gibt es im Publikum kein Halten mehr. Die Idee der urkomischen „Die Ähn on die Anner“ (Nadine Krebs und Nina Ruppert), eine Zwei-Personen-Sitzung zu parodieren, traf voll ins Schwarze.

Sitzungspräsident Heribert „Molly“ Zins und der Elferrat hatten sich in der Pause motto-gerecht in Fantasy-Wesen verwandelt, als das Gemischte Gardeballett die Bühne einnahm.

Es gibt in der Region nicht mehr viele von seiner Art: „Kresse“, Michael Krebs. Der anhaltende Lachpegel war der beste Beweis. Die Fahnenschwenker sind schon seit fast 20 Jahren auf der Stadtsoldaten-Sitzung dabei. Immer wieder neue Kombinationen und gewagte Fahnen-Würfe geben dem Auftritt der Gruppe eine Blickfang-Garantie. Der Spielmannszug unter der Leitung von Tambourmajor Sandra Köster kam für seinen Showteil als Bewohner von „Mollys Elfenwald“ daher riss mit einem Kölsch-Medley, in dem auch eine Dudelsackpfeiferin mitwirkte, das Publikum von den Sitzen.

Zu irischen Weisen tanzte die Männer-Tanzgruppe, die in diesem Jahr bereits 60 Jahre besteht. Die Zwerge aus dem Elfenwald feierten zum Abschluss ihres gelungenen Tanzes mit einem Konfettiregen ihr Jubiläum, auf das ein „Nummerngirl“ unübersehbar hinwies. Das Damenballett „Just for Fun Dancers“ durfte sich nach seinem temperamentvollen Showtanz des Jubels der Sitzungsgäste erfreuen.

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Gabriele Friedrich:
[ Zitat ] Abschließend war es für die Mayener Sozialdemokraten eine Selbstverständlichkeit, die Aberkennung der „Ehrenbürgerschaft“ von A. Hitler mit zu beschließen [ Zitat Ende ] Herzlichen Glückwunsch an die SPD und die Stadt Mayen. Nach 75 Jahren! hat man einem Mörder und Volksthyrannen die Ehrenbürgerschaft aberkannt. Und wie lange dauert es, bis die Mayener eine Kritik annehmen und einmal drüber nachdenken? Wie lange braucht es denn, eine Stadt kaputt zu machen, Kopfsteinpflaster wie in Kaisers Zeiten durch die gesamte City zu tackern, das sich jeder Gehbehinderte den Hals bricht und sich mit dem Rollator die restlichen Knochen bricht ? Warum ist Mayen immer noch so rückständig? Mayen bietet immer noch keinen Service, keinerlei Kommunikation und keine Einkaufsmöglichkeit für alte Menschen. Sollen wir raus aus der Stadt- wie im Mittelalter ? Flanieren in Mayen? Geht nicht mehr, und was wollt ihr dann mit einem Hotel? Erstmal die Ruinen abreißen und die Eigentümer in die Pflicht
K. Schmidt:
Mit anderen Worten: Die 5 AfD-Stadtratsmitglieder bilden gegenüber den anderen 43 die absolute Mehrheit. Denn so wie sie abstimmen, darf schließlich kein echter Demokrat abstimmen. ergo: Politisches Kasperletheater, allerdümmster Art. Und wiedermal Stärkung einer Partei, die doch angeblich niemand stark haben will.
Helmut Gelhardt:
Wer sich in die Hände der Rechtsreaktionäre, hier der AfD, begibt, kommt politisch in deren Händen um. Das hätte gegolten für die Papaya-Koalition unter der Führung des CDU-Fraktionsvorsitzenden im Neuwieder Stadtrat, Herrn Martin Hahn, der vor dem 'Abwahlverfahren Mang' bewusst in Kauf genommen hat, Bürgermeister Mang, SPD, mit Hilfe der AfD zu stürzen. Und das gilt gleichermaßen jetzt für Herrn Bürgermeister Mang, der es jedenfalls im Ergebnis hingenommen hat, dass seine Abwahl nur mit der Enthaltung der AfD verhindert wurde. Die Schändlichkeit der maß- und zügellosen Treibjagd gegen Mang durch in erster Linie sich christliche Demokraten nennende Personen im Neuwieder Stadtrat bleibt bestehen! Das sich als Bürgermeister Stützen-lassen durch die rechtsreaktionäre AfD ist für Herrn Mang als Sozialdemokrat absolut undenkbar! Es gibt kein richtiges Leben im falschen. Für Herrn Martin Hahn nicht.Und für Herrn Mang nicht. Am Abwahl-Abend hat die AfD obsiegt. Das ist niemals hinnehmbar!
Achim Kämpflein:
Wow - was für ein Verbrechen! Hat die Polizei nichts bedeutsameres zu berichten, als sich mit einer solchen Pressemeldung lächerlich zu machen?
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