Kolpingfamilie Lahnstein, St. Martin lädt ein
Die Walz erleben: Ein Abend mit Vincent Stenmans
Lahnstein. Die Kolpingfamilie Lahnstein, St. Martin, lädt am Dienstag, 0. März 2026 um 19 Uhr zu einem besonderen Abend im Pfarrzentrum am Europaplatz ein.
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Was ich schon immer mal fragen wollte…“ wird Vincent Stenmans aus Grefrath zu Gast sein. Stenmans, ein erfahrener Raumausstatter, hat vier Jahre und eine Woche auf der traditionellen „Walz“ verbracht.
Diese Praxis, die einst fester Bestandteil eines Handwerkerlebens war, wird heute freiwillig gewählt.
Der „Gesellenvater“ Adolph Kolping (1813-1865) legte zu seinen Lebzeiten großen Wert auf die Unterstützung wandernder Gesellen und errichtete für sie Gesellenhäuser, die heutigen Kolpinghäuser.
Vincent Stenmans, selbst Mitglied der Kolpinggemeinschaft, hat während seiner Wanderschaft 16 Länder bereist. Seine Reise führte ihn von Dänemark bis Südspanien und von Portugal bis zum Schwarzen Meer. Dabei war er entweder zu Fuß oder per Anhalter unterwegs, oft in Begleitung anderer Handwerksgesellen. Eine der Regeln der Walz besagt, dass kein Geld für Transportmittel ausgegeben und der Heimatort nicht näher als 50 Kilometer besucht werden darf. Seinen Lebensunterhalt verdiente er durch Arbeit entlang des Weges. Die Walz, als jahrhundertealte Tradition, ist heute als immaterielles Kulturerbe in Deutschland anerkannt.
Während der Veranstaltung wird Stenmans dem Publikum Rede und Antwort stehen und die wichtigsten Utensilien seiner Reise vorstellen, darunter der „Stenz“ (Wanderstab), die traditionelle Kluft und das Wanderbuch. Er wird von seinen Erlebnissen berichten, die strengen Regeln erläutern und seine persönlichen Eindrücke schildern. Dieser Abend verspricht eine seltene Begegnung mit einer langen Tradition, die im deutschsprachigen Raum noch von schätzungsweise 500 bis 600 Gesellen und Gesellinnen praktiziert wird. BA
